Institut für Medien­wissenschaft wehrt sich gegen Schließung

20. Jänner 2011, 16:51
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Institutsleiterin Schachtner hofft auf Dialogbereitschaft des Rektorats - Dekan Berger bestätigt geplante Schließung

"Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen und es ist noch nichts endgültig", sagt Christina Schachtner, Leiterin des Instituts für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Universität Klagenfurt. "Der Uni-Rat hat den Plänen noch nicht zugestimmt. Wir sind zuversichtlich, dass das Rektorat erkennt, dass man eine Lösung finden muss, die von der Fakultät und vom Institut mitgetragen wird." Es war bekannt geworden, dass das Institut möglicherweise geschlossen wird (derStandard.at berichtete). An der Uni Klagenfurt läuft derzeit ein "Erneuerungs-Prozess", demzufolge eine mögliche Variante ist, dass ab dem Wintersemester 2011/12 keine neuen Studierenden am Publizistik-Institut mehr aufgenommen werden.

Alfred Berger, Dekan der Fakultät für Kulturwissenschaften, bestätigt im Gespräch mit derStandard.at, dass es das Strategie-Papier gibt. Er habe jedoch dagegen gestimmt.

Schachtner hat das Strategie-Papier noch nicht in den Händen gehabt. Sie wurde vom Dekan der kulturwissenschaftlichen Fakultät aber informiert, dass die Pläne existieren, das Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft abzuschaffen. Das sei von der sogenannten Strategie-Kommission, die sich um die Neuausrichtung der Uni Klagenfurt kümmert, beschlossen worden. In dieser Kommission seien keine Mitarbeiter des Kommunikationswissenschaftlichen Instituts beteiligt, betont Schachnter. Bei den anderen Mitgliedern sieht sie aber noch Diskussionsbereitschaft, dass die Pläne geändert werden.

"Kennen Gründe für Schließung nicht"

Schachtner ist nicht nur deshalb noch vorsichtig optimistisch. "Wir wissen nicht, was die Gründe für die Schließung des Instituts sind. Wir wissen auch nicht, was stattdessen kommen sollte." Schachtner betont auch, dass das Institut ein "leistungsstarkes" sei. Das könne man an der Anzahl der Publikationen und an den gegebenen Arbeitsmarktchancen für die Absolventen ablesen. In den letzten drei Jahren habe es durchschnittlich 86 Absolventen pro Jahr gegeben - eine positive Bilanz, findet Schachtner, auch wichtig für die Studienplatzfinanzierung.

"Sache ist noch nicht gegessen"

Sie plant nun mit allen Akteuren in der Uni zu sprechen um die Schließung abzuwenden. Auch Alternativszenarien will sie erarbeiten. Schachtner hofft auf die Dialogbereitschaft des Rektorats. Gleichzeitig richtet sie einen Appell, dass sich Menschen aus der Öffentlichkeit dazu äußern, wie wichtig das Institut für Kärnten auch sei. "Die Sache ist noch nicht gegessen", sagt Schachtner. 

Im März tagt der Uni-Rat der Universität Klagenfurt. Dabei soll über das Strategie-Papier abgestimmt werden. (rwh, derStandard.at, 20.1.2011)

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