Fremdsprachen-Oscar: Shortlist ohne Österreich

20. Jänner 2011, 11:31
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"Biutiful" und "In a Better World" weiter im Rennen - FIPRESCI veröffentlicht Altenativvotum

Los Angeles/Wien - Österreich ist nicht mehr im Rennen um den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film dabei. "La Pivellina", ein eigenwillig-schöner Spielfilm von Tizza Covi und Rainer Frimmel, hat es nicht auf die am Mittwoch von der Academy of Motion Pictures Arts & Sciences veröffentlichte Liste der neun Favoriten geschafft. Weiterhin dabei sind u.a. der Golden-Globe-Sieger "In a Better World" von Susanne Bier (Dänemark) und "Biutiful" vom mexikanischen Regisseur Alejandro Gonzalez Inarritu.

Ebenfalls noch Chancen auf den Oscar haben "Hors la Loi" ("Outside the Law") von Rachid Bouchareb (Algerien), "Dogtooth" von Yorgos Lanthimos (Griechenland), "Confessions" von Tetsuya Nakashima (Japan), "Incendies" von Denis Villeneuve (Kanada), "Live, above All" von Oliver Schmitz (Südafrika) sowie "Tambien la Lluvia" von Iciar Bollain (Spanien) und "Simple Simon" von Andreas Ohman (Schweden). Aus diesen neun Produktionen wird die Jury noch eine endgültige Liste von fünf Nominierten erstellen. Diese wird am 25. Jänner bekanntgegeben. Die Verleihung der Oscars findet am 27. Februar statt. 

FIPRESCIs Altenativvotum

Eine markant andere Gewichtung setzte die internationale Vereinigung der Filmkritiker FIPRESCI, als sie unmittelbar vor dieser Bekanntgabe  ihre Preise aus Werken der Academy-Longlist für den "Best Foreign Language Film of the Year" im Rahmen des Palm Springs Filmfestivals vergaben:  Bester Film wurde "Of Gods and Men" ("Des dieux et des hommes") des französischen Regisseurs Xavier Beauvois "for its incisive, restrained, and deeply moving depiction of religious faith tested by political strive". Erneut fällt auf - wie etwa im Fall von "Gomorra", der 2008 es nicht auf die Shortlist schaffte,  - dass bei einem hochkonzentrierten wie politisch mutigen Werk die Meinungen der internationalen Kritik und der US-Academy-Mitglieder differieren.

Zum besten Darsteller wurde Lars Rosing gewählt, für sein eingängiges Porträt eines Moribunden in der grönländischen Produktion "Nuummioq" von Otto Rosing und Torben Bech, zur besten Darstellerin Anne Coessens für ihre kompromisslose Leistung im belgischen Immigrationsdrama "Illégal" von Olivier Masset-Depasse - beides ebenfalls Filme, die bei der Erstellung der Oscar-Shortlist nicht berücksichtigt wurden. (red, APA)

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