Melzer locker in Runde drei

20. Jänner 2011, 09:27
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Sieg in drei Sätzen gegen den Spanier Riba - Nun gegen Baghdatis, der del Potro in vier Sätzen bezwang

Melbourne/Wien - 6:2, 6:4, 6:2 - das gleiche Ergebnis wie am Dienstag zum Auftakt gegen den französischen Qualifikanten Vincent Millot und am Donnerstag gegen den Spanier Pere Riba wird es für Jürgen Melzer in Runde drei der Australian Open eher nicht spielen. Schließlich steht dem als Nummer elf gereihten 29-jährigen Niederösterreicher am Samstag im Zyprer Marcos Baghdatis nicht nur ein gesetzter (21) sondern auch ein wahrer Melbourne-Spezialist gegenüber, der die Rod-Laver-Arena als sein Wohnzimmer zu bezeichnen pflegt.

Baghdatis, mittlerweile 25 Jahre alt, hat die Australian Open schon als Junior gewonnen, 2006 und also gerade erwachsen, erreichte er nach Siegen über Andy Roddick, Ivan Ljubicic und David Nalbandian das Endspiel, in dem allerdings der Schweizer Roger Federer in vier Sätzen gegen den Publikumsliebling die Oberhand behielt. In der Folge drang Baghdatis in der Weltrangliste bis auf Rang acht vor, fiel dann aber, auch verletzungsbedingt, bis auf Platz 151 zurück. Seit Ende 2009 geht es wieder aufwärts mit dem Mann aus Limassol, der daheim ein Volksheld ist und die griechischstämmige Gemeinde in Melbourne hinter sich weiß. Die ist kopfstärker als jene in Piräus, mit rund 200.000 Einwohnern die drittgrößten griechischen Stadt.

Melzer gegen Baghdatis, der sich zum Auftakt gegen den Slowenen Grega Zemlja fünf Sätze mühte und in Runde zwei den ehemaligen US-Open-Sieger Juan Martin del Potro aus Argentinien mit 6:1, 6:3, 4:6, 6:3 bezwang, hat es noch nie gegeben. "Er ist einer, dem ich gerne zuschaue. Er spielt attraktives Tennis, ist sehr positiv, lacht meistens", sagt Melzer, Sieger in drei Turnieren, über den viermaligen Turniersieger. Eine solide Rückhand und eine aggressive Vorhand präge das Spiel des Zyprers. "Mit dem Aufschlag hat er manchmal seine Probleme. Ich glaube nicht, dass der jetzt so schnell spielt, dass er mir extrem viel tut, aber flach spielt er und das mag ich eigentlich."

Mit seiner eigenen Verfassung zeigt sich Melzer zufrieden. "Ich fühle mich wohl. Es war ein bisschen ein Risiko, kein Turnier vorher zu spielen und hierher zu fahren und zu trainieren. Aber wir haben alles richtig gemacht. Ich bin super ins Turnier reingekommen", sagt Österreichs Sportler des Jahres, der das Achtelfinale anstrebt, im dem wohl der Schotte Andy Murray wartet.

Fünf Stunden Tennis

Die beiden schnellen Siege zum Auftakt haben Melzer kaum Kraft gekostet, wettkampfmäßig stand er inklusive seines ersten Doppelsieges an der Seite des Deutschen Philipp Petzschner bisher erst rund fünf Stunden auf dem Platz. Am Freitag kommen in der zweiten Doppelrunde die Deutschen Michael Berrer und Florian Mayer auf Melzer/Petzschner zu. Auch das Aufwärmen für Baghdatis sollte erfolgreich einer Erledigung zugeführt werden. (DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 21. Jänner 2011, red)

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    Keine Chance: Pere Riba.

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    Nächster Gegner: Marcos Baghdatis. Der Zypriote bezwang Juan Martin del Potro mit 6:1, 6:3, 4:6  und 6:3.

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