Steigende Rate von Schlaganfällen unter HIV-Infizierten

22. Jänner 2011, 18:18
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US-Studie zeigt Trend, der dem in der Gesamtbevölkerung zuwiderläuft

San Diego - HIV-Patienten haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle. Eine Studie unter der Leitung Bruce Ovbiageles von der Universität von Kalifornien in San Diego ergab, dass in den USA die Zahl der Klinikaufenthalte aufgrund von Schlaganfällen zwar innerhalb eines Jahrzehnts um sieben Prozent gesunken sei. Doch sei die Zahl der HIV-positiven Schlaganfallpatienten um 60 Prozent gestiegen. Die Studie ist im Fachblatt "Neurology" nachzulesen.

Die Gründe dafür könnten Nebenwirkungen der antiretroviralen Medikamente sein, die HIV/Aids-Patienten lebenslang einnehmen müssen. Auch ein Zusammenspiel verschiedener Stoffwechselprozesse und die Aidsviren selbst könnten die Ursache sein. Eine weitere mögliche Ursache könnte darin liegen, dass HIV-Positive im Gegensatz zum Beginn der Aids-Pandemie nun auch vermehrt das Alter erreichen, in dem vermehrt Schlaganfälle auftreten.

HIV-positive Schlaganfallpatienten jünger als der Durchschnitt

Die US-Wissenschaftler analysierten landesweite Daten über Klinikaufenthalte mit der Diagnose Schlaganfall zwischen 1997 und 2006. Schlaganfälle bei HIV-Patienten wurden überwiegend durch Blutgerinnsel hervorgerufen, die Gefäße im Gehirn verstopfen und somit zu Schäden der Nervenzellen führen. Das Durchschnittsalter der HIV-Patienten mit Schlaganfall sei bei 50 Jahren gelegen, sagte Ovbiagele. Sie waren damit jünger als andere Patienten ohne die Infektion.

Laut van Lunzen setzt die durch die Aidsviren ausgelöste Aktivierung des Immunsystems eine vorzeitige Alterung der Gefäße in Gang. Zudem wisse man, dass eine Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten zu Fettstoffwechselstörungen oder Diabetes führen könne. Auch seien unter HIV-Patienten überdurchschnittlich viele Raucher zu finden. All diese Faktoren gingen generell mit einem höheren Risiko für Schlaganfälle oder Herzinfarkte einher.

Die Herausforderung lautet den US-Forschern zufolge nun herauszufinden, welche Rolle die antiretroviralen Medikamente spielen. Dazu müsse auch geklärt werden, ob beispielsweise Herzinfarkte ebenfalls bei den HIV-Patienten verstärkt auftreten. Im Jahr 2006 erlitten den Daten zufolge knapp 927.000 Menschen in den USA einen Schlaganfall (im Jahr 1997: knapp 999.000). Mehr als 1.400 davon waren HIV-positiv (im Jahr 1997: 888). (APA/red)

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