Moskau veröffentlicht Funkverkehr vor Kaczynskis Absturz

19. Jänner 2011, 21:21

Fluglotsen von Ankunft der polnischen Präsidentenmaschine überrascht

Moskau - Russland hat am Mittwoch das Protokoll der Kommunikation zwischen der russischen Flugsicherung und dem Flugzeug des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski vor dessen Absturz im vergangenen April in Smolensk veröffentlicht. Die Abschrift auf der Internetseite des Zwischenstaatlichen Luftfahrtkomitees (MAK) zeigt, dass die Fluglotsen über die Ankunft der polnischen Präsidentenmaschine überrascht waren und zugleich wegen des dichten Nebels und schlechter Sicht vor einer Landung warnten.

Zunächst teilte ein Fluglotse am Smolensker Flughafen der zentralen Flugsicherung per Telefon mit, dass eine polnische Tu-154 im Anflug sei, sich aber nicht mit dem Flughafen abstimme und nicht um Landeerlaubnis nachfrage. Der polnischen Crew müsse gesagt werden, dass es dichten Nebel gebe. 40 Minuten später wandte sich der russische Kontrollturm an die Besatzung der Präsidentenmaschine und bedeutete ihr, angesichts einer Sichtweite von nur 400 Metern von einer Landung abzusehen. Der polnische Pilot antwortete, dass er versuchen werde, zu landen.

Wenig später verständigten sich zwei Fluglotsen darauf, dem Flugzeug erneut von einer Landung abzuraten, wobei sie sich einig waren, dass die Entscheidung bei der Flugzeugbesatzung liege. Diese teilte in ihrer letzten Mitteilung mit, dass die Scheinwerfer im Landeanflug an sind. Dann brach der Kontakt ab, und die russischen Fluglotsen ergingen sich in wüsten Beschimpfungen.

Bei dem Absturz der Maschine waren außer Kaczynski alle 95 weiteren Insassen ums Leben gekommen. Russischen Ermittlungen zufolge übten ranghohe Vertreter, darunter auch der angetrunkene Luftwaffenchef, im Cockpit Druck auf die unzureichend ausgebildete Crew aus, damit sie zum Landeflug in Smolensk ansetzte. Die polnische Seite wirft dagegen den Fluglotsen in Smolensk vor, den Piloten falsche Angaben zur Position des Flugzeugs gemacht zu haben.

Kaczynskis Delegation war auf dem Weg ins russische Katyn, um der Opfer des Massakers an rund 22.000 Polen während des Zweiten Weltkriegs zu gedenken. Moskau und Warschau, deren Beziehungen durch die Ereignisse im Zweiten Weltkrieg historisch belastet sind, näherten sich in ihrer gemeinsamen Trauer nach dem Unglück an. Die unterschiedliche Einschätzung der Unglücksursachen sorgte dann aber wieder für Irritationen. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 49
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Kräuterpfarrer Escobar
23
20.1.2011, 10:12
Die polnische Seite wirft dagegen den Fluglotsen in Smolensk vor, den Piloten falsche Angaben zur Position des Flugzeugs gemacht zu haben.

Ähem, bisher bin ich davon ausgegangen, dass selbst in einer alten polnischen Tupolev Equipment vorhanden ist, mit dem der aktuelle Standort zumindest auf 25m genau bestimmt werden kann.

Ansonsten bau ich mir einen Bunker im Keller und verlass diesen nie wieder in meinem Leben, weil man ja sonst ja ständig von Flugzeugen erschlagen wird.

diamant
62
20.1.2011, 10:46
Na sie haben wohl (k)eine von Navigation in der Luftfahrt.....

Das Flugzeug der polnischen Luftwaffe war technisch auf dem Stand der 80 iger Jahre.
Welchen 'Standort' meinen sie ueberhaupt? Denn ueber Grund? Oder den in Bezug zur Landebahn?

pipi pipifax
00
21.1.2011, 14:31

standort? bezugskoordinaten: vatikan, oder?

Kosik Anton
414
20.1.2011, 08:03
Also nix is mit eine Mitschuld der Fluglotsen

Schuld ist die Kartoffel und seine Hofschranzen....

Arm ist der Pilot, der massiv unter Druck gesetzt wurde!

xxx...yyy...
00
21.1.2011, 15:59
der pilot hat schlicht eine falsche entscheidung getroffen

wenn er sich vom luftwaffenchef in dieser situation (allein durch dessen anwesenheit?) so einschüchtren lässt, dass er die landung versucht und dabei das leben von fast 100 menschen auf's spiel setzt, dann war er vielleicht nicht der richtige mann auf dem pilotensessel.

diamant
105
20.1.2011, 10:47
Warum glauben sie eigentlich immer alles was die Russen sagen,

und nichts was die Polen sagen?

Ist ja irgendwie eigenartig, oder?

pipi pipifax
00
21.1.2011, 14:33

sie heben recht: offiziellen russischen stellen sollte man nicht per se glauben. andererseits sollte man der teilweise hysterischen polnischen seite ebenfalls nicht grundsaetzlich vertrauen.

zimbo
 
20
20.1.2011, 08:12
Deshalb ist es auch wichtig bei der Berufsauswahl auf solche potentielle Situationen zu achten

Wenn er nicht gelandet wäre, wäre er vermutlich vorgeführt worden, ev. gefoltert und dann erschossen.

So hat er wenigstens die Verursacher seines Todes mitgenommen.

unangenehm
00
20.1.2011, 08:08
der pilot ist vielleicht arm

aber vor allem ist er tot. zu wenig zivilcourage.

binGeladen
00
20.1.2011, 13:29

ja, aber militärische

zimbo
 
32
20.1.2011, 08:19
Naja, er wäre nach Kriegsrecht verurteilt worden.

xxx...yyy...
21
21.1.2011, 15:59
?

wäre er natürlich nicht.

pipi pipifax
02
21.1.2011, 14:34

befindet sich polen derzeit im krieg?

jaen-dos
00
22.1.2011, 14:41
also, in afghanistan sind auch welche mitdabei

es kommt draufan wie man es definiert.... wie der deutsche Kanzleramtanwärter als kriegsähnliche Zustände oder wie allgemeine US-Vasallen als Demokratiebeibringung

STJ911.org
32
20.1.2011, 02:36
Audio-Material

Das hat jetzt knapp ein Dreivierteljahr gedauert, bis die Niederschrift des Funkverkehrs veröffentlich wurde. Warum wurde so lange gewartet?

Überhaupt, warum wurden nicht von Anfang an die Tonspuren veröffentlicht? Da gab es viele Verschwörungstheorien in der Bevölkerung, vor allem in Polen, und massenhaft gegenseitige Schuldzuweisungen auf Regierungsebene der beiden Länder. Warum ließ man die überhaupt aufkommen?

Warum setzte man nicht auf Transparenz?

Ist mir nach all den Monaten um kein bisschen verständlicher:
http://derstandard.at/plink/127... 2/16861659

Wladimir Burdajewicz
 
11
20.1.2011, 13:47
Warum setzte man nicht auf Transparenz?

Schon von einem nicht Vorgreifen in die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gehört?. Weil eben russische Seite die Ermittlungen der Kommission jetzt abgeschlossen hat, hat man den Teil der Ermittlungen auch transparent gemacht. Und die ist aus der polnischen Sicht nicht zufriedenstellend (75% keine Antworten auf die Fragen der polnischen Seite, keine Beurteilung der Lotsen und vor allem dritter Person im Tower- diese hat auch Weisungen gegeben-mit welchem Recht?.., warum der Flughafen wurde nicht gesperrt). Unter anderem wurden diese Fragen nicht im Bericht der MAK Kommission berücksichtigt. Im übrigen. Niemand in Polen (außer PiS) glaubt an Unschuld der Piloten, aber in einem Bericht gehören alle Um- und Zustände hinein geschrieben.

STJ911.org
01
22.1.2011, 04:09

In vorliegendem Fall gab es 2 Untersuchungskommissionen: 1 auf polnischer Seite und 1 auf russischer Seite.

Die Russen hatten das Tonmaterial und verwehrten die Herausgabe, womit Sie die polnischen Untersuchungskommission der Möglichkeit beraubten sich selbst ein Bild von den Geschehnissen zu machen, und damit auch die polnische Bevölkerung, die ihre gesamte politische Elite verlor, und die Angehörigen um eine transparente Untersuchung brachten. Gerade für Angehörige ist es besonders schlimm, wenn Fragezeichen im Kopf herumkreisen und sie nach dem Tod nahestender Menschen nicht zur Ruhe kommen können.

In diesem Fall hätte man das Tonmaterial zugänglich machen müssen.

STJ911.org
00
22.1.2011, 04:12

>> An die Aufzeichnungen der Gespräche der
>> Fluglotsen gelangte die polnische Seite nicht auf
>> dem offiziellen Weg - eine entsprechende Bitte
>> wurde von Russland nicht erfüllt.

http://derstandard.at/129337059... Fehler-vor

STJ911.org
10
20.1.2011, 14:05

Ihr Sta-Einwand ist berechtigt. Aber viele Polen verdächtigen Russland (zu Recht oder Unrecht) der Vertuschung eigener Fehler. Der Angeklagte darf nicht gleichzeitig Richter oder Staatsanwalt sein. Hier wäre eine unabhängige internationale Untersuchungskommission nötig gewesen.

Und bezüglich "Vorgreifen in nicht abgeschlossene Ermittlungen". Da gibt es ein Gegenbeispiel. Die US-Regierung hat nach 9/11 einige Beweismittel veröffentlicht, lange bevor überhaupt eine Untersuchung (9/11 Commission) begonnen, geschweige denn abgeschlossen war.

Wladimir Burdajewicz
 
11
21.1.2011, 17:07
Aber viele Polen verdächtigen Russland (zu Recht oder Unrecht)

Nicht viele Polen, sondern die die schon immer und nicht nur in dieser Sache eine Verschwörung wittern. Mehrheitlich sind die Bürger überzeugende Befürworter der Tatsachen. Und die liegen auf der Hand.

STJ911.org
10
21.1.2011, 17:51
"die die schon immer und nicht nur in dieser Sache eine Verschwörung wittern"

Das sind billige Vorurteile.

Außerdem kommt es darauf an, wie Sie eine Verschwörung überhaupt definieren (aber ich vermute einmal, dass Sie sich darüber noch keine Gedanken gemacht haben [Ja, ist auch ein billiges Vorurteil]).

Ob die Bürger MEHRHEITLICH - wie Sie schreiben - Befürworter der Tatsachen (welcher?) sind, lässt sich nur durch eine repräsentative Meinungsumfrage eruieren. Aber das ist für Sie jemanden wie Sie mit VT-Neurose wahrscheinlich zu faktenbezogen.

Wladimir Burdajewicz
 
11
20.1.2011, 21:48
US-Regierung hat nach 9/11 einige Beweismittel veröffentlicht

Das wurde auch in Polen passiert. Beispielweise man hat zugegeben, dass kein Ausweichflughafen wurde von Anfang an durch die polnische Sicherheitskräfte abgesichert. Piloten der Maschine waren auch unerfahren, kein (obwohl diese Möglichkeit bestand) russiecher Navigator (der kannte die "Spezifika" des Flughafens) am Bord der Maschine. Diese Fakten waren in Polen schon vor Monaten bekannt. Nicht aber im Ausland kommentiert. Drum mache ich auch Ihnen keinen Vorwurf. Von Vertuschen, oder Verfälschen kann weder auf russischen noch polnischen Seite die Rede sein. Den Rest habe ich schon in meinem vorherigen Posting geschrieben. Übrigens. MAK ist durch internationale ICAO auch anerkannt. Internationale Kommission benötigt russischer Zustimmung.

STJ911.org
10
21.1.2011, 00:29

Ist ja lieb, dass MAK angeblich durch ICAO "anerkannt" ist, aber wenn sich 2 Länder gegenseitig Vorwürfe machen, wäre halt eine unabhängige internationale Untersuchungskommission besser gewesen.

Zum Rest Ihres Posting sei - abgesehen von http://derstandard.at/plink/129... 9/19576813 und http://derstandard.at/plink/129... 9/19577041 - noch zu sagen:

Wo wäre denn das Problem, wenn man die Audio-Mittschnitte veröffentlicht? Das wäre am transparentesten und fairsten allen gegenüber.

chg4711
35
20.1.2011, 06:33
Muss wirklich alles veröffentlicht werden ?

Polen und Russland sind soveräne Staaten mit funktionierndem Rechtssystem. Sie sind dem Standardleser und der Weltöffentlichkeit gegenüber nicht verpflichtet Informationen weiterzugeben.

STJ911.org
00
22.1.2011, 04:11

In vorliegendem Fall hätte das auf jeden Fall von Anfang an notwendig gewesen.

Gründe: http://derstandard.at/plink/129... 9/19598817

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