Von der Leyen schließt Pflicht-Frauenquote nicht länger aus

19. Jänner 2011, 14:43
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"Fortschritt nur mit Lupe erkennbar": Arbeitsministerin sieht Alternative nur in "verbindlicher" und "öffentlich nachvollziehbarer" Selbstverpflichtung

Berlin - Die deutsche Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat den deutschen Unternehmen wegen des geringen Anteils von Frauen in Top-Positionen mit einer gesetzlichen Frauenquote gedroht. "Angesichts der nur mit der Lupe erkennbaren Fortschritte der vergangenen zehn Jahre schließe ich eine gesetzliche Regelung über einen Mindestanteil von Frauen in Führungspositionen von Unternehmen nicht mehr aus", sagte von der Leyen dem "manager magazin".

Die einzige Alternative zur gesetzlichen Quote bestehe in einer zügigen, verbindlichen und "öffentlich nachvollziehbaren" Selbstverpflichtung der deutschen Wirtschaft zu mehr Frauen in Führungspositionen. Die Ministerin fügte hinzu: "Unter 25 bis 30 Prozent Frauenanteil in Führungspositionen würde ich gar nicht anfangen zu verhandeln. Das Entscheidende ist eher der Zeitraum für die Umsetzung. Ich sage mal: Es sollten weniger Jahre sein, als meine Hand Finger hat."

Einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge gibt es in den Aufsichtsräten und Vorständen deutscher Unternehmen weiterhin kaum Frauen (mehr dazu hier). (APA)

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    Würde unter 25 bis 30 Prozent Frauenanteil in Führungspositionen "gar nicht anfangen zu verhandeln": Ursula von der Leyen.

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