"Ein Schlag in die Magen­grube junger Sportler"

Philip Bauer, 19. Jänner 2011, 14:47
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    foto: leistungssportzentrum südstadt

    Die Schwimmhalle in der Südstadt - auch hier ist Doping ein Thema.

In der Südstadt ist man über Stefan Matschiners Enthüllungsbuch wenig erfreut und kontert die An­schuldigungen des Dopingdealers: "Doping ist bei uns ein absolutes No-Go"

Wien - "Was liegt näher, als zweimal zu testen, wenn ein Doping-Kontrolleur für gutes Kilometer- und Taggeld ins Ausland reist?", fragt der ehemalige Sportmanager Stefan Matschiner in seinem eben veröffentlichten Buch "Grenzwertig - Aus dem Leben eines Dopingdealers". Dem in einem kroatischen Trainingslager erwischten Radfahrer attestiert Matschiner im selben Atemzug Dummheit. Es sind eben jene Aussagen die Markus Aufderklamm, seines Zeichens Sportpsychologe am Bundesleistungssportzentrum Südstadt, etwas aus der Ruhe bringen. "Nur die Dummen werden erwischt, ohne Doping keine Chance auf Erfolg", fasst Aufderklamm im Gespräch mit derStandard.at Matschiners Ideen zusammen. Für jugendliche Sportler seien solche Äußerungen ein "Schlag in die Magengrube".

"Den Nachwuchs sensibilisieren"

Nun sei es laut Aufderklamm Aufgabe der Trainer ihren Athleten ein anderes Bild vom Sport zu vermitteln: "Es gilt den Nachwuchs für das Thema Doping zu sensibilisieren". Rund 210 Sportler im Alter von 15 bis 19 Jahren werden in der Südstadt bei Maria Enzersdorf ausgebildet. Dabei kommt dem Thema Doping in den Bereichen Radsport, Schwimmen und Leichtathletik mehr Bedeutung zu als etwa beim Fußball, Handball, Tennis, Judo oder Fechten. Trotzdem existieren für alle Sportler und Trainer verpflichtende Veranstaltungen in Sachen Doping-Aufklärung, dabei wird das Thema aus medizinischer und rechtlicher Sicht mit Podiumsdiskussionen und externen Referenten abgehandelt. Schon für März sei die nächste Zusammenkunft dieser Art geplant.

Natürlich befinden sich auch die Athleten der Südstadt unter ständiger Kontrolle durch die österreichische Anti-Doping-Agentur. "Die stehen dann", so Aufderklamm, "plötzlich am Beckenrand". Auffällige Ergebnisse hätte es dabei in den letzten Jahren nicht gegeben, lediglich die Triathletin Lisa Hütthaler und anno dazumal der Sprinter Andreas Berger hätten dem Ruf der Südstadt geschadet. Ob strenge Richtlinien und unangekündigte Kontrollen dem Dopingmissbrauch tatsächlich Einhalt gebieten können, wagt Matschiner im Gespräch mit derStandard.at stark zu bezweifeln: "Völlig logisch, dass bei einer solchen Konzentration an Sportlern ein Handel mit verbotenen Substanzen stattfindet". Die Südstadt sei ein "toller Komplex für Nachwuchssportler" und die leitenden Personen "in Dopingaktivitäten sicher nicht involviert", aber Matschiner selbst habe im Jahr 2000 seinen ersten Kontakt zu Dopingsubstanzen über einen in der Südstadt trainierenden Sportler hergestellt.

"Doping ist ein No-Go"

Damit konfrontiert lässt Aufderklamm die Vergangenheit eben solche sein. "Gut möglich, dass derartige Dinge in den Neunzigern passiert sind, in der Gegenwart gibt es aber keinen Zweifel: Doping ist ein No-Go in der Südstadt." (derStandard.at; 19. Jänner 2011)

Lese-Tipp

"Ich weiß, welche Fußballer bei Fuentes am Tisch gelegen sind. Wird aber nie rauskommen, weil du dem kleinen Mann nicht sein Sonntagsvergnügen nehmen kannst." sagt Stefan Matschiner im am Donnerstag erscheinenden Sportmagazin in einem runden Tisch mit Walter Mayer, Andrea Mayr, Wilhelm Lilge, Jörg Jaschke und Hans Holdhaus.

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Leistungssportzentrum Südstadt

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Posting 1 bis 25 von 70
1 2
Christian S
00
27.5.2011, 14:16

Für jugendliche Sportler seien solche Äußerungen ein "Schlag in die Magengrube"

Ganz im Gegenteil!
Für jugendliche Sportler ist es sehr gut, möglichst früh zu erfahren, was wirklich Sache ist im Leistungssport. Dann können es sich die Leute rechtzeitig überlegen, ob eine andere Karriere vielleicht doch besser wäre.

Ro_bert
00
26.5.2011, 19:52

Konsequent waere es den Spitzensport an sich als Ursache des selbstschaedigenden Verhaltens anzusehen und - abzuschaffen.
Mir reicht schon dass Rundfahrtteilnehmer ihr Blut mit Infusionen ueber Nacht aufzuckern lassen, also mit Nadeln in den Venen schlafen, voellig legal und unvermeidlich.

Ernesto Chavez
13
21.1.2011, 09:33
Der Schmäh ist, dass den jungen Sportlern nicht gesagt wird, das sie dopen.

Das funktioniert ja nicht so, wie sich das der Krone-, Heute- und ÖSTERREICH-Leser vorstellt, dass der Trainer sagt: "So und jetzt tust du brav dopen".

Das geht viel subtiler zu. Den jungen Sportlern werden leistungssteigernde Substanzen verabreicht mit den Worten "ist noch unter der erlaubten Grenze", "ist nicht auf der Dopingliste" (weil ganz neu), etc...
Ich verwette meine Hand dafür, dass der Trainer, der hier vom No-Go spricht, das ganz genau weiß, wie solche Sachen ablaufen...

Ceterum censeo, dass Doping freigegeben werden soll. Nur, wenn du Mutanten vom Radl fliegen siehst, Mädchen mit Bärten 4fache Salti aus dem Stand schlagen und Schwimmer mit Schwimmflossen im Wasser einen Herzstillstand erleiden, macht das ganze erst Sinn!

weisskeinennamen
01
21.1.2011, 09:49

das traurige ist, dass sich niemand traut so eine aussage öffentlich zu tätigen. würde eine deftige verleumdungsklage nach sich ziehen.

eigentlich ist die gesamte dopingsdiskussion müßig. die meisten denken, dass ohne doping nichts geht, weil sie es sich nicht vorstellen können bzw. aus eigenem unvermögen. statements dürfen immer nur jene abgeben welche erwischt worden sind und die rechtfertigen sich immer mit "es dopt sowieso jeder" oder "wenn du vorne sein willst, musst was nehmen"

ritter sperber1
00
20.1.2011, 15:53

radfahren ist ein super sport,
aber jeder der die tour de france anschaut ist mit doping einverstanden bzw. unterstützt es.
ohne zuschauer keine sponsoren keine investoren und kein geld für doping

Wazn
00
26.2.2011, 11:52
".....und kein geld für doping"

du bist naiv.

Am meisten wird mit Dopingsubstanzen abseits vom Profisport verdient.

Es sind die Hobbybodybuilder, die weltweit bei weitem den größten Umsatz bringen.
Doping im Profisport wie bei den Radfahrern ist dagegen ein kliner Fisch.

Karl Krammer
20
20.1.2011, 14:29
der Handel mit Tabakwaren und Alkohol ist erlaubt,

der Konsum von dem Zeug legal, wenn ich mir 300kg Fett anfresse ist das völlig legal, das Rückenleiden, das von Muskelschwäche durch Unsportlichkeit ausgelöst wird, darf man auf Kassenkosten teuer therapieren, aber sich regelmäßig eine Spritze Nandrolon zu setzen (auf deren angebliche Nebenwirkungen man 20 und mehr Jahre warten kann) ist das schlimmste Verbrechen.
Eine faule, kranke, verfettete Mehrheit verurteilt die winzige Minderheit, die einfach nur alles aus ihrem Körper rausholen will.

bb b
00
31.1.2011, 16:10
Los!

Ich denke Sie können das Zeug unbehelligt verwenden! Ich bezweifele, dass Sie wirklich oft getestet werden!
Viel Spasssss

Alles andere is primär oder irreregulär
01
22.1.2011, 20:41
Eine faule, kranke, verfettete Mehrheit verurteilt die winzige Minderheit, die einfach nur alles aus ihrem Körper rausholen will

Ich verurteile Doping auch betrieber aber 4-5 mal pro Woche Sport (laufen,radln,schwimmen,kraft etc.)

weisskeinennamen
00
20.1.2011, 22:35

nicht jeder der doping verurteilt muss auch fett und faul sein. selbstverstümmelung muss auch nicht unbedingt mit vorsätzlichem betrug ident sein

rapidfans.at
00
20.1.2011, 14:41
raus und reinholen meinen sie vermutlich.

rapidfans.at
00
20.1.2011, 14:13
doping: ist halt das problem bei sportarten, die großteils auf körperliche voraussetzungen und ausdauer/kraft setzen.

talent, oder besonderes gespür sind da weniger gefragt.
daher sollten diese sportarten (die aber natürlich ihren reiz haben) eigentlich auch nur hobbymässig und zum spass ausgeführt werden. in dem moment, in dem man sagt: 'wer schneller laufen kann, der wird mit geld belohnt', kommt doping ins spiel. das wird auch immer so sein.
daher: diese sportarten fördern, aber keinen profi-betrieb sponsern

Wazn
00
26.2.2011, 11:59
"doping: ist halt das problem bei sportarten, die großteils auf körperliche voraussetzungen und ausdauer/kraft setzen."

Doping ist ÜBERALL ein Thema, wenn es um Optimierung geht.

Wenn in einer Sportart Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Regenerationsfähigkeit trainiert wird, ist auch Doping ein Thema.
Zb Tennis oder Fußball. Mich wundert wie die Profikicker drei harte Matches pro Woche auf höchstem Niveau durchhalten. Allein die Blessuren im Zweikampf beim Kicken!

Also ich bin bis zu 140km in der Woche gelaufen oder 800km mit dem Radl gefahren aber wenn wir 3 mal in der Woche gekickt haben hat mir mehr weh getan.

Olivier Merle
00
20.1.2011, 13:18

also die geschichten, die ich aus der südstadt kenn, haben zwar schon ein paar jährchen auf dem buckel, kommen aber den schilderungen matschiners ziemlich nahe.

berti russell
02
20.1.2011, 11:20

das ist eine gesellschaft auf doping. warum sollte es im sport anders sein?

Toni_Montana
 
11
20.1.2011, 11:14

Fakt ist einfach, dass nach ihrer kehrtwende matschiner und kohl um zehn hausecken glaubwürdiger sind als alle tourdefrance sieger der letzten 15 jahre zusammen.
natürlich macht doping bessere leistungen (auch im fussball, bei 50 spielen im jahr), das ist teil der Realität und nicht nur ein schlag in die magengrube.

Ein nitupsaR
 
10
20.1.2011, 10:26

Spricht man mit Journalisten oder Funktionären, kriegt man zu hören, es wird gedopt von vorn bis hinten, in jeder Leistungsklasse und in jeder Sportart. Und alle halten sie zusammen:

1) Die Sportler, weil jeder weiterkommen will.
2) Die Sportverbände, weils um Renommeee und Förderungen geht und Dopingfälle da nicht förderlich sind.
3) Die NADA und die Labors, weil sie prächtig dran verdienen, Selbiges gilt für Dealer und Mediziner.

Ab und zu fliegt halt mal einer - üblicherweise ein Unbedeutender - auf, weil er sich wirklich ganz deppert angestellt hat, bzw. weil von Zeit zu Zeit ein Bauernopfer fällig ist, um den Schein zu wahren.

Alle sind zufrieden, auch das Publikum will betrogen werden, so ist dieses System nicht zu knacken.

AlBundyFan
 
10
20.1.2011, 09:05
210 sportler werden dort ausgebildet?

und wieviele gelangen in den profisport? 1% oder eher 0,5%?

vielleicht dopen sie meisten nicht, aber wahrscheinlich ist der doper-anteil unter den 1% die es in den profisport schaffen ziemlich hoch.

Werner Masslos
10
20.1.2011, 09:03
HAHA

"Natürlich befinden sich auch die Athleten der Südstadt unter ständiger Kontrolle durch die österreichische Anti-Doping-Agentur."

Ah geh. Und die Kontrollen werden vorher natürlich nicht angekündigt. Wie kommts eigentlich, daß die Sportler schon VOR dem Erscheinen der Kontrollore wissen, daß es an selbigem Tag eine Kontrolle geben wird? Hat sich diese Frage schon mal IRGENDJEMAND gestellt?

Alter, für wie blöd halten uns diese Leute eigentlich???
- Wir sollten es eigentlich mittlerweile gewohnt sein, angelogen zu werden. Aber bisweilen reißt auch bei mir noch die vielbesagte Hutschnur.

Dem Nachwuchs wird von den Trainern eingeschädrft, daß Du nur durch Doping ganz nach vorne kommst. Aber Doping ist ein "absolutes No-Go".

*gnnnaaaaaa*

zol ex
01
20.1.2011, 12:20

Woher weißt du von Sportlern, die schon VOR dem Erscheinen der Kontrollore wissen, dass ... und warum fragst du dort nach?

Werner Masslos
00
20.1.2011, 12:59
hmm?

was heißt "warum fragst Du dort nach" ? - Ich frage überhaupt nirgends nach. Das ist ja der Witz: Die Doping-Kontrolleuere - nicht nur in Österreich - wissen ganz genau was vor sich geht, aber sie sind in einem System gefangen, wo sie gefälligst mitzuspielen haben.

Meine Daten erlebe habe ich von Live-Beobachtungen und von Gesprächen mit direkt betroffenen Bekannten. Mehr brauch ich nicht zu sagen.

Wieso akzeptiert man nicht endlich folgende TATSACHEN:

1.) Mit gezieltem Doping wird bereits im JUGEND-Alter begonnen. Der Aufbau des Sportlers läßt sich so sehr früh schon besser lenken. Weltweit.

2.) Verbände, teilweise Trainer und Kontrolleure areiten in EINEM System. Weltweit.

Vielen Dank. Alle Unschuldsbeteuerungen sind *blubb*.

99
00
20.1.2011, 06:47
Absolutes no-go

Das haben schon mehrere profis von sich behauptet! Die leben ja damit auf . Das fängt schon mit medikamenten gegen schmerzen an!!! Die merken ja gar nicht mehr dass sie sich selbst schon belügen. Die sind ja alle voll überzeugt davon nicht zu Dopen! Und immer wieder werden wir eines besseren belehrt! Und der dumme zuschauer zuhause wundert sich und kann fast nicht glauben! Liebe leute es gibt keinen profi sport ohne DOPING!!!

sentenced
00
20.1.2011, 01:59

Wie hat wer schön gesagt
austria is a to small country for
good doping.

Ernesto Chavez
00
21.1.2011, 09:27
MC Ice Mustapha

Es war MC Ice Mustapha !

JayneCobbs
04
19.1.2011, 23:13

Ich zweifle an keinem Wort Matschiners.

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