Ein Drittel der Maturanten hat sich noch nicht über Studium informiert

19. Jänner 2011, 14:38
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Zwei Drittel der Studenten gegen Studiengebühren, Knock-Out-Prüfungen und Zugangsbeschränkungen

Wien - Mehr als ein Drittel der Schüler in Maturaklassen hatten sich zu Beginn ihres letzten Schuljahres noch nicht über das Thema Studieren informiert: Das zeigt eine von der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) beauftragte Studie des Instituts für Jugendkulturforschung, für die im September und Oktober des Vorjahrs 603 Erstsemestrige an öffentlichen Unis in Wien bzw. Schüler in Wiener Maturaklassen persönlich befragt wurden. Wer sich informiert, tut das primär nicht über die "offizielle" Studienberatung - genutzt werden vor allem die Homepages von Unis und Fachhochschulen (FH) oder Gespräche mit bereits studierenden Freunden oder Bekannten.

Von den Studenten gaben 97 Prozent der Befragten an, die Uni- bzw. FH-Homepages genutzt zu haben, zwei Drittel informierten sich bei studierenden Freunden und Bekannten. Info-Angebote direkt an Unis/FH nutzten 45 Prozent, Info-Messen 42 Prozent, das ÖH-Angebot knapp 30 Prozent und Studienberatung an der Schule knapp 27 Prozent. Bei den Schülern hatten ebenfalls Uni bzw. FH-Homepages die Nase vorn (47 Prozent), gefolgt von studierenden Freunden/Bekannten (42 Prozent), Informationsmessen (28), Eltern (26) und Info-Angeboten direkt an den Unis/FH (24).

Rat der Lehrer unwichtig

Interessant: Dem Urteil ihrer Lehrer vertrauen die Jugendlichen nur wenig. 70 Prozent der Studenten gaben an, dass der Rat ihrer Lehrer für ihre Studienentscheidung unwichtig war. Für knapp 80 Prozent waren dagegen die Berufsaussichten sehr oder eher wichtig, für ebenso viele, dass ihr Studium nicht überlaufen ist.

Interesse vor Berufsaussichten

Der wichtigste Grund für die Studienentscheidung bei den Studenten war klar das Interesse am Studium (47 Prozent), gefolgt von den Berufsaussichten (15) und der Qualität der Lehre im Studiengang (14), alle anderen Gründe blieben unter der Drei-Prozent-Marke. Für die Schüler ist ebenfalls das Interesse am Studium der wichtigste Grund (35 Prozent), gefolgt von den guten Berufsaussichten (14), der Qualität der Lehre und guten Gehaltsaussichten (je zehn Prozent)

Jeweils zwei Drittel der Befragten sprachen sich gegen Studiengebühren, Knock-Out-Prüfungen und Zugangsbeschränkungen aus, 96 Prozent forderten, dass der Staat mehr für Bildung ausgibt. Für ÖH-Chefin Sigrid Maurer ist das eine "klare Absage für die Hochschulpolitik von Wissenschaftsministerin Karl".

Ausbau der Beratung gefordert

Die ÖH fordert die Finanzierung des Ausbaus ihrer Studien- und Maturantenberatung auf ganz Österreich. Das würde rund 250.000 Euro kosten - etwa die Hälfte der vom Wissenschaftsministerium finanzierten MINT-Kampagne. (APA)

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