Google Chrome erstmals im Iran downloadbar

19. Jänner 2011, 12:34
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Nach Lockerung der Export-Bestimmungen der USA – IP-Adressen der Regierung müssen blockiert werden

Google bietet ab sofort zum ersten Mal seinen Browser Chrome, den virtuellen Globus Google Earth und die Bildbearbeitungs-Software Picasa im Iran zum Download an, wie im Unternehmens-Blog berichtet wird. Bis vor einigen Monaten war das aufgrund der Export-Bestimmungen der USA nicht möglich, die auch für Software-Downloads und Web-Services gelten.

Zugriff auf Web-Dienste vereinfachen

Eine Bedingung für die Download-Möglichkeit im Iran ist, dass IP-Adressen der iranischen Regierung blockiert werden müssen. Google hofft, dass die Bereitstellung der Software eine freiere Kommunikation im Iran ermöglichen wird. Die Sanktionen wurden bereits im März des vergangenen Jahres durch die USA gelockert, um der Opposition den Zugriff auf Web-Services zu erleichtern. Im Zuge der Proteste der iranischen Präsidentschaftswahlen 2009 waren Services wie Twitter oder YouTube dazu genutzt worden, um Nachrichten und Aufnahmen aus dem Iran zu verbreiten. Die Regierung hat YouTube und auch Googles E-Mail-Dienst Gmail laut BBC bis heute blockiert. Dass auch Chrome, Google Earth und Picasa blockiert werden, kann Google nicht verhindern.

"Schurken-Staaten"

Die Auflagen werden vom US-Finanzministerium festgesetzt. Die Sanktionen gegen den Iran, der zu den sogenannten "Schurken-Staaten" zählt bestehen seit 1987. Neben dem Iran haben die USA die Export-Bestimmungen für Web-Services im vergangenen Jahr auch für den Sudan und Kuba gelockert. (red)

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