Wie Extremismus und reproduktive Gesundheit zusammenhängen

19. Jänner 2011, 12:43
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Talibanisierung und Radikalismus in Pakistan am Tapet

Mit einer Gesamtbevölkerung von etwa 185 Millionen Menschen liegt Pakistan an sechster Stelle der bevölkerungsreichsten Länder der Welt. DemographInnen prognostizieren einen Anstieg auf 335 Millionen bis 2050. Unter den zahlreichen Problemen des Landes - schwaches Bildungssystem, hohe Arbeitslosenrate, schwankende Wirtschaft - leiden vor allem die Jugendlichen, die dadurch anfällig für die Radikalisierung durch Terroristen werden.

Durch das rasante Bevölkerungswachstum innerhalb der nächsten 40 Jahre würden sich die Probleme ausweiten, mit unabschätzbaren Folgen auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene. Familienplanung und Bewusstsein für reproduktive Gesundheit sind entscheidend. Die Anerkennung des Zusammenhangs zwischen Extremismus und reproduktiver Gesundheit ist ein wichtiger Schritt für die Bildung eines sicheren Pakistan.

Die Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und internationale Zusammenarbeit
laden zur Diskussionsveranstaltung "Die Auswirkungen von Talibanisierung und Radikalismus auf reproduktive Gesundheit in Pakistan" am Donnerstag, 20. Jänner um 9 Uhr im Café Griensteidl, Michaelerplatz 2, 1010 Wien.

Sprecherinnen: Mossarat Qadeem, Executive Director des PAIMAN Trust in Pakistan und Shabana Fayyaz, Professorin am Defense and Strategic Studies Department der Quaid-I-Azam Universität, Islamabad.

"Die reproduktive Gesundheit von Frauen wird in der traditionell geprägten Gesellschaft Pakistans selten thematisiert. Reproduktive Gesundheit wird als etwas Selbstverständliches angesehen und Mütter- bzw. Kindersterblichkeit gelten als Routinesache. Männer, aber auch ältere Frauen - zum Beispiel Schwiegermütter - messen der Gesundheit der Frauen keine Bedeutung bei. Hinzu kommt, dass es in den ländlichen Gebieten und auch in der FATA Region (Federally Administered Tribal Areas - Stammesgebiete unter Bundesverwaltung) oft nicht einmal die notwendigen Grundeinrichtungen für Mütter und Frauen gibt. Die Regierung hat viele Projekte laufen, die sich mit Sensibilisierung und Bildung in Bezug auf reproduktive Gesundheit beschäftigen. Aber wir brauchen mehr Unterstützung, um das Problem direkt und umfassend adressieren zu können - auf strategischer und praktischer Ebene." (Mossarat Qadeem)

"Frauen sind die Denkerinnen der Gesellschaft und ihre mentale Gesundheit muss ernst genommen werden. Die mentale/psychologische Gesundheit von Frauen ist eng mit ihrer reproduktiven Gesundheit verbunden. Und genau dieser Aspekt wird von der Mehrheit der Gesundheitsinitiativen nicht bedacht, vor allem in den Krisenregionen Pakistans. Die mentale Gesundheit von jungen Frauen - und das sind die zukünftigen Mütter - muss als wichtige Säule für eine stabile Gesellschaft anerkannt werden. Eine stabile Gesellschaft, die toleranter ist und für die reproduktive Gesundheit von Frauen Initiative ergreift. Es ist dringend notwendig, psychologische Hilfestellung und Traumaheilung anzubieten und dafür brauchen wir internationale Unterstützung." (Shabana Fayyaz) (red)


Anmeldung bis 19. Jänner: info@swi-austria.org oder 01/533 455 1

Link

SWI - Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung

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