Immobilie als Krisenwährung nachgefragt

18. Jänner 2011, 16:55
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Angst vor steigender Inflation - Starke Nachfrage aus Osteuropa in der Luxus-Sparte

Wien - "In den Köpfen unserer Kunden sitzt die Angst vor steigender Inflation, daher bestehen viele Wohnungsvermieter auf eine jährliche Indexierung der Miete", sagte Sandra Bauernfeind vom Immobilienvermittler EHL. Die Nachfrage nach vermietbaren Eigentumswohnungen sei nach wie vor ungebrochen groß, schon deshalb, um Kapital zu veranlagen. Zudem seien die Kunden nicht mehr "renditesensitiv wie früher", Hauptsache die Veranlagung sei sicher und die Immobilie bei Bedarf wieder gut verwertbar, so Bauernfeind bei einem Marktüberblick am Montag vor Journalisten.

Nach wie vor wird starke Nachfrage aus Osteuropa in der Sparte Luxuswohnungen registriert. "Während Österreicher in der Regel nicht mehr 10.000 Euro pro Quadratmeter zahlen wollen, ist das für betuchte Leute aus dem Osten noch günstig", sagt EHL-Chef Michael Ehlmaier. Die Nachfrage vermögender Osteuropäer nach Wiener Immobilien sei um etwa zehn bis 15 Prozent gestiegen.

Warimpex-Chef Franz Jurkowitsch ortet in Wien einen guten Käufermarkt, allerdings ginge es bei den Vermietungen eher langsam. Die Mieten seien vor allem wegen des Angebots an Vorsorgewohnungen konstant.

International beginne sich der Markt für Hotelimmobilien zu erholen, sehr gut sei die Entwicklung in München, Berlin, Paris oder London. In London werden bereits wieder Preise auf Vorkrisenniveau erzielt. Auch am Investmentmarkt sehe man wieder Käufer, so Jurkowitsch. Das bestätigt auch EHL, vor allem weil die Fonds aufgrund restriktiver Veranlagungsvorschriften auf einem dicken Geldpolster säßen. (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.1.2011)

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