Bertelsmann mit Jahr 2010 hoch zufrieden

18. Jänner 2011, 16:45
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Wieder Luft für Zukäufe - "iPad nicht das Ende der gedruckten Zeitschriften"

Gütersloh - Europas größtes Medienimperium Bertelsmann hat im vergangenen Jahr glänzend abgeschnitten. Das Unternehmen habe "bei höheren Umsätzen ein starkes operatives Ergebnis und eine herausragende Umsatzrendite erreicht", sagte Vorstandschef Hartmut Ostrowski in einem am Dienstag erschienenen Interview im Intranet der Bertelsmann AG. Dazu hätten sowohl die gute Konjunktur als auch Einsparungen beigetragen. Zuletzt wurde ein Ergebnis von mehr als 500 Mio. Euro angepeilt. Konkrete Zahlen legt die Bertelsmann AG Ende März vor.

Das Unternehmen habe wieder Luft für Zukäufe, deutete Ostrowski an. "Die Netto-Finanzschulden betragen weniger als 2 Mrd. Euro. Wir liegen wieder unterhalb unserer eigenen Zielvorgaben für den Verschuldungsgrad. Damit haben wir jetzt neue Handlungsspielräume."

Das Management sei jedoch nicht getrieben: "So wenig ein Zeitungskommentar uns die Bertelsmann-Strategie diktieren kann, so wenig werde ich um einer Schlagzeile willen übereilte Entscheidungen treffen oder in irgendeinen Aktionismus verfallen." Im vergangenen Jahr sei vor allem das vierte Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft "überaus zufriedenstellend" verlaufen und habe die Erwartungen übertroffen.

Stabile Zukunft für klassische Printmedien

Der Bertelsmann-Vorstandschef sieht eine stabile Zukunft für klassische Printmedien. E-Book und iPad seien "tolle, neue Medien", sagte Ostrowski. "Aber das E-Book wird das gedruckte Buch nicht ablösen, und das iPad leitet auch nicht das Ende der gedruckten Zeitschriften ein. Das kann man heute schon sicher sagen."

So seien die jüngsten Verkaufszahlen von iPad-Ausgaben amerikanischer Magazine rückläufig. "Einige Titel erlitten Einbußen um bis zu 20 Prozent. Das zeigt doch: Im Tablet-PC allein liegt noch nicht die Zukunft der Zeitschriften. Für mich ist es zudem ein Beleg dafür, dass die öffentliche Diskussion um die Digitalisierung sich viel zu sehr auf Fragen der - bezahlten oder nicht bezahlten - Inhalte beschränkt."

Nach dem großen Konzernumbau der Vergangenheit will Ostrowski auch künftig Geschäfte hinsichtlich ihrer Zukunftsfähigkeit überprüfen. "Gerade hier haben wir in den zurückliegenden beiden Jahren große Fortschritte gemacht, so dass sich heute fast alle unsere Geschäfte in einer starken Wettbewerbsposition befinden", sagte der Vorstandschef. Vor dem Umbau seien es nur etwa 80 Prozent gewesen. Der Bertelsmann-Konzern hatte in den vergangenen zwei Jahren unter anderem große Teile des Buchclubgeschäftes abgestoßen. (APA/dpa)

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