Rektorenchef Sünkel zu Uni-Zugang

"Instrument, um den Druck zu mindern"

18. Jänner 2011, 17:56

Hans Sünkel sieht in den neuen Uni-Zugangsregelungen mit einer strafferen Studieneingangsphase einen ersten Schritt in die richtige Richtung

Standard: Wie bewerten Sie den Lösungsvorschlag der Ministerinnen Karl und Schmied?

Sünkel: Das Thema ist symbolträchtig an dem Kürzel Step - also Schritt - aufgehängt: Es ist also einerseits nur ein Schritt, aber es ist immerhin einer in die richtige Richtung. Die Anmeldungspflicht wird eine bessere Planbarkeit für die Universitäten ermöglichen. Außerdem werden die Studenten dazu veranlasst, intensiver über ihre Studienrichtung nachzudenken. Von Vorteil ist hier auch die vorgesehene Pflicht einer Studienberatung vor Studienbeginn.

Standard: Sie rechnen mit einer niedrigeren Drop-out-Quote?

Sünkel: Ja. Die bessere Auseinandersetzung mit dem Studienfach wird auch dazu führen, dass es weniger Studienwechsel gibt. Es ist positiv, dass es nun eine qualitative Zugangsregelung oder -beschränkung gibt. Es wird damit, wenn man so will, ein Knock-in geschaffen - ich vermeide ganz bewusst Knock-out. Die Befähigten können dadurch weiterstudieren.

Standard: Der Vorschlag ist eine Übergangslösung bis 2014 - reicht das, um den überlaufenen Unis Linderung zu verschaffen?

Sünkel: Es ist ein wichtiges Instrument, um den Druck zu mindern, der sich in den vergangenen Jahren in den Universitäten aufgebaut hat. Trotzdem ist noch nicht alles getan.

Standard: Wird das Reduzieren der möglichen Prüfungswiederholungen in der Studieneingangsphase die Probleme an den Universitäten lösen oder zu versteckten Knock-out-Prüfungen führen, wie das die ÖH befürchtet?

Sünkel: Nein, das glaube ich nicht. Das Limitieren auf eine und maximal zwei Wiederholungsprüfungen wird dafür sorgen, dass die Studenten nicht beliebig lang in dem System bleiben können und werden.

Standard: Die Rektoren haben konkrete Kapazitätsgrenzen gefordert, auf die hat man nun gänzlich verzichtet. Wäre Ihnen da die im Dezember vorgelegte Novelle mit Kapazitätsgrenze lieber gewesen als der jetzt aktuelle Vorschlag?

Sünkel: Nein. Der jetzige Vorschlag ist besser. Er bringt eine deutliche Verbesserung der bisherigen Situation, wo wir mit wenigen Ausnahmen völlig offenen Zugang und keine Möglichkeit der Planung und auch keine qualitative Einschränkung hatten.

Standard: Dennoch sind Sie nicht ganz zufrieden. Was für eine Lösung hätten sich die Rektoren stattdessen gewünscht bzw. erwartet?

Sünkel: Es fehlt eine quantitative Zugangsregelung. Es muss eine Brücke gebaut werden zwischen Angebot und Nachfrage, zwischen dem Zugang einerseits und den Kapazitäten der Unis andererseits. Aber das ist ja auch der Plan - der aktuelle Vorschlag ist nur eine Übergangslösung. Eine kürzere Studieneingangsphase wäre mir auch lieber.

Standard: Wenn es zu einem Aussetzen der Wehrpflicht führt, werden vermutlich mehr junge Männer an die Universitäten strömen - befürchten Sie hier großen Zulauf?

Sünkel: Da müsste man Extra-Berechnungen anstellen. Ich kann dazu derzeit noch nichts sagen. (Saskia Jungnikl, DER STANDARD, Printausgabe, 19.1.2011)

HANS SÜNKEL (Jg. 1948) ist Rektor der Technischen Uni Graz und seit 2010 Chef der Universitätenkonferenz (Uniko). Er trat mehrfach für Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren ein.

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Posting 1 bis 25 von 42
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Romeo und Julia
00
20.1.2011, 17:42
Den Druck hat ja nur der Sünkel, weil

er eben kein Mann der Wissenschaft sondern nur ein Parteigänger ist?

wurzbar
00
20.1.2011, 00:58
Haha, Knock In Prüfungen

Im Prinzip wollen die doch alle, das möglichst viele aus der Familienbeihilfe rausfallen, weil sie zu viele Studienwechsel machen.

Steigende Studentenzahlen gibts meiner Meinung nach hauptsächlich, weil die Leute an den Studieneingangsphasen stecken bleiben weil die Konditionen auf allen Unis für die Studierenden miserabel sind; wenn sie das Studium nachher wechseln werden sie auch nicht kürzer studieren.

Am Besten sollte man sofort Aufnahmeprüfungen einführen, weil es zu wenig Unis und Lehrende gibt, dann verlieren die Leute wenigstens nicht 2 Semester, wenn sie in den Einführungssemestern stecken bleiben, bzw das Studium wegen einem solchen Blödsinn mehrfach wechseln müssen.

per verser
00
19.1.2011, 14:54

österreich auf dem weg in die diktatur. austrofaschismus, diesmal in trauer einigkeit von rot und schwarz.

Gerhard Grabner
00
19.1.2011, 13:45
Sehr kreativ?

Limitieren, Rausprüfen, Verschärfen.... das ist Bildungspolitik nach Vorbild der alten Elite-Gymnasien. Dass dies nun im Jahr 2011 Vorbild für die Unis wird, ist beschämend und geistlos. Dass die SPÖ mittut, ebenso. Bruno Kreisky und Herta Firnberg drehen sich im Grab um!

02515151541
01
19.1.2011, 12:43
VERHANDLUNGSKÜNSTLER DIESER SÜNKEL

NIX gewonnen:

Vorher:

- kein Geld
- (kein) Knock out

Jammer Jammer

Nacher:

-kein Geld
- Knock out

Passt schon

hmm also ich weiß nicht der is ja als rektor ein halbgott aber mir kommt das nicht gerade großartig vor.....

Dabei hat er vorher noch ganz groß verkündet,
Notfalls stellen wird die mIetzahlungen an den Bund ein etc...

Aber wie immer nix dahinter!
Schade

120 Jahre Karl Schranz
00
19.1.2011, 14:31
moment: warum hat sünkel nichts gewonnen?

er hat nie einen hehl daraus gemacht für zugangsbeschränkungen zu sein. und diese dienen ja nur einem ziel: das institutsbudget pro student zu erhöhen.

diese zugangsbeschränkungen hat er ja jetzt mehr oder weniger. denn die finanzielle ausstattung für die, die nach der step übrig bleiben, verbessert sich ja

smea_gol
00

das stimmt nur bedingt. er sagte in einem interview, dass 300.000 Studenten für ein Land wie Österreich nicht zuviel sind, wenn entsprechende Bedingungen geschaffen werden.

Rre
02
19.1.2011, 11:11
Es zeigt sich eben immer mehr,

dass "unsere Demokratie" kein Herrschaftssystem durch und für das Volk, sondern über und gegen das Volk ist.

jack johnson
 
00
19.1.2011, 12:21
Lassen Sie mich raten:

Sie wissen was das beste für 'das Volk' ist.

Got Your Noes!
01
19.1.2011, 12:56

nein, aber so wies grad läuft, läufts falsch. sehen sie sich umfragen an wie zufrieden das volk mit der regierung ist.

djang
22
19.1.2011, 09:24
Wie kann ein TU-Rektor diese Zugangsregelungen gutheißen?!

Als wären die Drop-Out Quoten nicht ohnehin schon groß genug auf den TUs. Scheinbar will er keine Studenten auf seiner Uni. Wobei, will er nicht als Rektor zurücktreten demnächst? Vielleicht ist es ihm deswegen wurscht...

Texassnake
01
19.1.2011, 11:06

Kann ich auch nicht verstehen. Viele Studien an einer technischen Universität sind gerade am Anfang extrem schwer und nicht HTLer im Nachteil. Da kann ich nur den Kopf schütteln.
Würde dies ein Rektor einer normalen Uni sagen, würde ich das vielleicht noch irgendwie verstehen. Aber das ist ein Rektor einer TU. Und an seiner TU mangelt es in vielen Studien an Studenten.
Bin zwar kein Fan von schwarz oder blau, aber ich hab in der Zeit von schwarz-blau zu studieren begonnen - inkl. Studiengebühren - und es was trotzdem besser als das was schwarz-rot jetzt veranstalten.

WLG
00
19.1.2011, 11:44

jein. Auch die TUs in Österreich sind unterfinanziert und viele Studiengänge (wie zB Architektur und Informatik) überlaufen.
Offenbar gibt es für die Anzahl der Studenten zu wenig Geld. Anscheinend hat er sich damit abgefunden, dass es nicht mehr Geld gibt. (ein schwerer Fehler mMn) Daher bleibt als letzte Option: Weniger Studenten. :(

smea_gol
00

viele? die genannten sind die einzigen.
es gibt weder zu viele technische Physiker, techn Chemiker, techn. Mathematiker, Bauingenieure, Mascheinenbauer, Elektrotechniker oder Verfahrenstechniker...

Leider sind die Jobmärkte für die erstgenannten auch nicht unbedingt im steigern begriffen...daher sind viel mehr studenten hier auch nicht sinnvoll...

weg mit zugangsbeschränkungen, ein reiner unfug.

djang
00
19.1.2011, 15:08

Dann sollen für diese Studien was einführen, wenn sie das so für nötig halten. Bei den Maschinenbauern, Elektrotechnikern, Physikern etc. etc. werden sie sich allerdings ins eigene Fleisch schneiden, wenn sie das machen.
Es gibt viele Absolventen die mehrere Runden für Analysis 1, oder lineare Algebra, oder was auch immer die schweren Prüfungen im ersten Semester sind gebraucht haben, mich eingeschlossen. Und bin trotzdem nächstes Jahr MSc in 12 Semestern.

WLG
00
19.1.2011, 22:05

Ich stimme Ihnen da zu, ich bin auch gegen die Kürzungen. Mein post war an Texassnake gerichtet und die Hauptaussage ist, dass es an Technischen Universitäten auch nicht rosig ausschaut.
Es ist bestenfalls eine Erklärung für das Verhalten, keine Billigung.

Gordon_Gecko
00
19.1.2011, 13:33

Jeder weiß doch bereits, dass es in der Informatik für vielen Stunden vergleichsweise wenig Asche gibt, von Anerkennung/Respekt etc. will ich gar nicht erst sprechen. Wenn man kein Masochist ist oder für den Beruf lebt, dann wird man schnell das Handtuch werfen. Noch dazu kommt, dass sich viele statt Uni für die FH entscheiden, weil die Berufsaussichten besser sind und der Lehrplan nicht hoffnungslos veraltet ist.

DerShasVonPerversien
00
19.1.2011, 13:08

haha, informatik is überlaufen... jaaaaaa!
und architektur ist bedingt ein technisches studium...

WLG
00
19.1.2011, 13:24

Architektur ist ein Studium, das auch an der TU Wien angeboten wird. Es gibt viele Architekturstudenten. Deswegen hat der Rektor hier Probleme.
Und ja, auch die Zahl der Informatikstudenten sprengt die Kapazitäten.

Arbeiterführer Kuhaltinger
 
61
19.1.2011, 08:42
Die Null-Leister wollen MEHR

Die akademisch-geistige Elite fordert MEHR, MEHR Geld, MEHR.., MEHR.... und WENIGER Studenten. Diese Flaschensammlung konnte mir bis jetzt nicht plausibel erklären, wohin das viele Geld versickert: In überfüllte Vorlesungen, wo der Herr Professor seine Kalauer absondert? In seine Sicherheitsstaffel wie Assistenten, die die Knock-Outs vorbereiten und durchführen? In die Zeit in der die Götter himself die Studenten diplommäßig hinausprüfen? Ich sehe gigantische Dampfwolken, mit denen man ganz Wien beheizen könnte. Ach die Forschung wird es sein! Aber dummerweise sind die österreichischen Universitäten das Schlusslicht der akademischen Welt. Ich tippe und rate mal: es wird der Filz sein, der sich hier aufspielt.

Jojo07
02
19.1.2011, 11:36
WOW!

Wenn der Arbeiterführer seine Kalauer zum besten gibt - dann merkt man, wo das geistige Prekariat zuhause ist!

Haben Sie eine Mülldeponie statt eine Hirns? Jedenfalls sind die Produktionen, die da in die Tastatur rinnen, nichts als Müll!

Oder haben Sie es einfach nicht geschafft, Ihre Bachelorarbeit zu schreiben, weil es Ihnen an dem nötigen Hirnschmalz gefehlt hat? Und jetzt rächen Sie sich an der pösen, pösen Uni mit Ihrer Müllabsonderung, weil die es einfach nicht kapiert hat, dass Sie ein heimliches Genie sind?

Arbeiterführer Kuhaltinger
 
00
19.1.2011, 14:36
Ball flach halten

Junge, du musst dich noch sehr viel lernen um durch die Eingangstests durch zu kommen. Einfach Fakten sprechen lassen: http://www.topuniversities.com/universit... kings/2010

Sehe ich da irgendwo eine österreichische Uni in den vorderen Rängen?

Jojo07
00
20.1.2011, 10:16
Hirn flach halten, Junge!

Nur folgendes zu deinem Umgang mit Rankings:

1. Würdest du etwas von Rankings verstehen, würdest du wissen, wie sie zustande kommen - und würdest diesen dann weniger Gewicht beimessen.

2. Sagen wir mal, die Rankings bilden tatsächlich objektive Realität ab: Wenn du etwas von Forschungsmethodik verstehen würdest, dann wüßtest du, dass Daten nicht für sich allein sprechen - sondern theoriegeladen interpretiert werden müssen.

3. Verstündest du einen Hauch von Wissenschaft, würdest du wissen, dass deine Aussage zu den Ö. Unis weder theoriegeladen noch empirisch sachhaltig ist - sondern rein deinen Biertisch-Vorurteilen entspringt!

Fazit: Du würdest nicht mal zu einem Uni-Eignungstest zugelassen, geschweige denn diesen bestehen!!!

ride my pimp
12
19.1.2011, 07:46
"Knock-In-Prüfungen"

Was ist denn das für ein Kasper?

Idefix der zweite
 
00
19.1.2011, 09:28

Was mich immer wieder erstaunt: Dass diesen Typen ihre Lächerlichkeit nicht bewusst wird.

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