Mit vier Jahren ins Labor

18. Jänner 2011, 15:03
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"Offenes Labor" in Graz bringt Biowissenschaften in den Kindergarten

Graz - Sehen, staunen, ausprobieren: Mit dem "Offenen Labor Graz" wurde am Institut für Molekulare Biowissenschaften im Jahr 2008 eine Initiative etabliert, die Wissenschaft für ein breites Publikum begreif- und nachvollziehbar machen soll. Mittlerweile bietet das Labor auch Workshops für Vierjährige an. "Kinder sind neugierig, wollen ausprobieren und die Phänomene der Natur verstehen. Diesen natürlichen Forscherdrang wollen wir fördern und aufrechterhalten", sagte Helmut Jungwirth, Professor für Molekularbiologie und Leiter des "Mitmachlabors".

Im "Offenen Labor Graz" an der Universität in Graz dürfen bereits Kindergartenkinder aktiv werden. Ziel ist die Erfahrung des Forschens selbst. Mit der Grazer Privatschule und dem Kindergarten Sacre Coeur wurde ein mehrjähriges Kooperationsprojekt entwickelt, in dessen Rahmen Kinder ab vier Jahren bis zum Maturajahrgang regelmäßig gemeinsam mit Wissenschaftern der Universität den "Geheimnissen der Natur" auf der Spur sind.

"Wissenschaft soll imponieren"

"Unimpressed by Science" nennt sich das neueste Projekt, in dem seit Herbst 2010 Kinder mit Wissenschaftern der Uni in Kontakt kommen. "Wissenschaft soll nicht imponieren, sondern faszinieren - und das nicht nur momentan, sondern lebenslang", erklärte Jungwirth die Intention des Projektes mit dem Sacre Coeur. Schule und Kindergarten der privaten Grazer Bildungsinstitution sind nahezu von Beginn an mit dem "Offenen Labor" in Kontakt, die Schüler haben immer wieder einzelne Workshops besucht. Aus den einmaligen Besuchen soll sich nun eine jahrelange Beziehung zur Uni entwickeln: "Wir wollen, dass die Kinder früh und lange schnuppern."

Zoologie, Pflanzenkunde und Molekularbiologie

Das "Offene Labor" bietet rund 35 Kurse an, die unter den einzelnen Jahrgängen bzw. dem Kindergarten aufgeteilt werden. "Wir machen z. B. mit dem Kindergarten fünf bis sechs Kurse im Jahr und zusätzlich besuchen Wissenschafter mehrmals im Jahr die Kinder im Kindergarten", erklärt Jungwirth. Inhaltlich reicht das Programm von der Zoologie und Pflanzenkunde bis zur Molekularbiologie. Zusätzlich werden Workshops im Sommer angeboten.

"Die Kooperation beschränkt sich nicht auf simple Lehrausgänge an die Uni, sondern umfasst viel mehr. Den Kindern soll kontinuierlich Lust am Entdecken, Fragen und Begreifen von Natur gemacht werden und unsere Pädagogen sollen sie dabei bestmöglich unterstützen können", so Regina Ahlgrimm-Siess, Projektleiterin des Bildungswerks Sacre Coeur in Graz. Dementsprechend wurden für den Lehrkörper praktische Weiterbildungsmodule ausgearbeitet. Laut Jungwirth profitieren beide Institutionen: "Wir arbeiten mit den Kindern, geben Einblicke in unsere Tätigkeit als Wissenschafter und coachen die Pädagogen - unsere Forscher und Studierenden werden im Gegenzug Experten im Wissenstransfer. Das ergibt insgesamt eine schöne Win-Win-Situation". Finanziert wird das Projekt vom Land Steiermark und der Stadt Graz. (APA)

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