Musik: Früher Songverkauf gegen Piraterie

18. Jänner 2011, 14:40

Sony und Universal wollen Lieder ab Radiostart am Markt anbieten

Im Kampf gegen Musikpiraterie haben Sony Music und Universal Music beschlossen, in Großbritannien auf ein "On Air, on Sale"-Modell zu setzen. Ab Februar werden Kunden neue Singles bereits am Tag des Radiostarts kaufen können, statt wie bisher teils mehrere Wochen warten zu müssen. Die Entscheidung beruht darauf, dass Fans die langen Wartezeiten heutzutage all zu leicht damit überbrücken, sich andere Quellen für ihre Lieblingssongs zu suchen. Spät aber doch reagieren die Konzerne somit darauf, dass Radio-Vorlaufzeiten seit dem Kassette-Zeitalter illegale Aufnahmen gefördert haben.

Veraltete Vorlaufzeit

Die Vorlaufzeit im Radio vor dem Verkaufsstart war historisch dazu gedacht, das Interesse an Singles zu fördern und ihnen dadurch größeren Erfolg zu bescheren. Doch das funktioniert im 21. Jahrhundert nicht mehr. "Wir haben festgestellt, dass Google- und iTunes-Suchen nach Songs ihren Höhepunkt etwa zwei Wochen vor der tatsächlichen Verfügbarkeit erreicht haben", erklärt David Joseph, CEO von Universal Music UK, gegenüber dem Guardian. Bis ein Titel endlich verfügbar wurde, waren Hörer also davon gelangweilt - oder hatten ihn bereits geklaut.

"Viele Leute haben meine Musik von YouTube gerippt. Ich werde kein weiteres Album machen können, wenn dieses keiner kauft"

Ebenso wie bei Sony erfolgen bei Universal in Zukunft Radio- und Verkaufsstart gleichzeitig. Positiv beurteilt das die 22-jährige Sängerin Jessie J , die von der BBC zur britischen Newcomerin des Jahres gekürt wurde. "Viele Leute haben meine Musik von YouTube gerippt. Ich werde kein weiteres Album machen können, wenn dieses keiner kauft", meint sie gegenüber BBC Newsbeat. Sie erhofft sich vom Wegfall der Verkaufs-Vorlaufzeit, dass es weniger illegale Downloads geben wird. Ob sich an der Beliebtheit von Piraterieseiten wirklich etwas ändern wird, bleibt abzuwarten. (pte)

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BBC

Zitronenbaum
00
21.1.2011, 10:57
"seit dem Kassette-Zeitalter illegale Aufnahmen"

Na Moment mal - man durfte doch schon seit eh und je beim Radio "mitschneiden" für den Privatgebrauch. Und auch wenn die Musikindustrie sich schon gegen die Kassetten wehren wollte - gebracht hats ihnen, wie man sieht, nix. :)

celesto
00
20.1.2011, 11:25

najo dann gleich nach premiere zum verkauf anbieten...is ja gut, net 1 monat noch warten...will ja keiner...

Mathias
 
00
19.1.2011, 13:21
Viele Leute haben meine Musik von YouTube gerippt. Ich werde kein weiteres Album machen können, wenn dieses keiner kauft

Liebes Mädel,

nur echte Fans kaufen die Alben. Dann ist denen auch die Musik etwas wert! Die anderen müssen Mitläufer oder sonstwas sein ...

benny20
00
20.1.2011, 10:16

"nur echte Fans kaufen die Alben"
ein wenig naiv meinst nicht. von den lady gaga verkäufen sind sicher nicht mehr als 10% echte fans, der rest mitläufer weils in den chart ist und grad ganz nett anzuhören ist. morgen ists wieder weg.

STJ911.org
01
19.1.2011, 02:26
Niemand würde auf die Idee kommen, den Waffenhersteller Glock gerichtlich zu belangen, obwohl er die Mordwaffe prodzuiert hatte.

Hingegen wird ein junger Spanier auf 13 Mio € Schadenersatz verklagt, weil er eine andere "Tatwaffe" entwickelt (nicht benutzt!) hat. Nämlich ein Softwareprogramm, mit dem Daten versendet und empfangen werden können (was auch bei Internet browsern sowie FTP und mail clients der Falll ist). Verkehrte Welt.

http://derstandard.at/124231628... or-Gericht

STJ911.org
00
19.1.2011, 02:27
vergessen:

Glock = die Mordwaffe im Tucson-Massenmord

LostinSpacetime
06
18.1.2011, 15:37
Dinosauriermentalität

Für diesen Geistesblitz waren nur 10 Jahre notwendig.

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