Österreicher sparten 2010 weniger

18. Jänner 2011, 14:22
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Nationalbank erwartet rückläufige Sparquote für Gesamtjahr - Private halbierten Ausgaben für Finanzanlagen - Lebensver­sicherungen weiter gefragt

Wien - Die Österreicher haben im abgelaufenen Jahr weniger Geld zur Seite gelegt als im Jahr davor. Zu diesem Ergebnis kommt die Nationalbank (OeNB) aufgrund der Daten der ersten drei Quartale. Demnach haben die privaten Haushalte von Jänner bis September 2010 8,8 Prozent ihres verfügbaren Einkommens gespart. 2009 lag die Sparquote noch bei 11,1 Prozent. Für das Schlussquartal 2010 liegen zwar noch keine Zahlen vor, ein Rückgang des Sparens zeichne sich aber weiter ab, heißt es. Laut Nationalbank haben die Österreicher mehr konsumiert und gleichzeitig weniger Einkommen zur Verfügung gehabt.

Von Jänner bis September 2010 investierten die privaten Haushalte insgesamt 7,0 Mrd. Euro in Finanzanlagen, das ist nur mehr rund halb so viel wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das gesamte Finanzvermögen - dazu zählen Bargeld, Einlagen, verzinsliche Wertpapiere, Aktien und sonstige Beteiligungen, Investmentzertifikate, Ansprüche gegenüber Versicherungen, Pensionskassen und betrieblichen Vorsorgekassen sowie sonstige finanzielle Aktiva, nicht jedoch Immobilienbesitz - der österreichischen Privatanleger erreichte per Ende September einen Wert von 450,2 Mrd. Euro, ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber Dezember 2009.

Die Ansprüche gegenüber Lebensversicherungen stiegen im dritten Quartal um 0,8 Mrd. Euro, gegenüber Pensionskassen um 0,2 Mrd. Euro. Diese beiden Formen der langfristigen Absicherung machten in den ersten drei Quartalen 3,1 Mrd. Euro und damit knapp weniger als die Hälfte der gesamten Geldvermögensbildung privater Haushalte aus. Die Ansprüche aus Lebensversicherungen und gegenüber Pensionskassen betrugen Ende September 83,3 Mrd. Euro.

Im dritten Quartal wurden handelbare Wertpapiere im Umfang von knapp 0,6 Mrd. Euro erworben. Die Investitionen konzentrierten sich vor allem auf inländische Unternehmens- und Bankenanleihen sowie auf in- und ausländische Investmentzertifikate. In börsenotierte Aktien wurden dagegen um 0,2 Mrd. Euro weniger investiert.

Negative Verzinsung

Per Saldo verringerten sich die Sicht- und Spareinlagen um 0,8 Mrd. Euro. Durch niedrige nominelle Zinsen und einem leichten Inflationsanstieg auf rund 1,7 Prozent wurden täglich fällige Gelder und Einlagen mit Bindungsfristen von bis zu zwei Jahren im Durchschnitt real sogar negativ verzinst. Ende September 2010 waren Einlagen in Höhe von rund 155 Mrd. Euro bei inländischen Banken davon betroffen, was den Rückzug unterstützt haben dürfte, so die Nationalbank. Der Einlagenbestand ging per Ende September auf 204,5 Mrd. Euro zurück, 150 Mrd. Euro davon machten Spareinlagen bei inländischen Banken aus.

Im Vergleich zum ersten Halbjahr stieg die Neuverschuldung mit rund 0,9 Mrd. Euro im dritten Quartal 2010 deutlich an. Private Kreditnehmer verschuldeten sich vor allem für Wohnbauzwecke (0,7 Mrd. Euro).

Private Haushalte hatten per Ende September Kreditschulden in Höhe von 156,9 Mrd. Euro, rund 101 Mrd. Euro davon entfielen auf Wohnbaukredite. Zu diesem Stichtag waren bei inländischen Banken Fremdwährungskredite im Ausmaß von 37 Mrd. Euro ausstehend, davon 27,5 Mrd. Euro in Form von endfälligen Krediten mit Tilgungsträgern. (APA)

  • Für das Gesparte schaute es zuweilen finster aus.
    foto: photodisc

    Für das Gesparte schaute es zuweilen finster aus.

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