Kärnten bekommt einen "Gert-Jonke-Preis"

18. Jänner 2011, 14:16
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Zweijährig vergebener Literaturpreis mit 15.000 Euro dotiert - Alois Hotschnig als erster ausgezeichnet

Klagenfurt - Das Land Kärnten und die Stadt Klagenfurt haben einen neuen Literaturpreis ins Leben gerufen. Der "Gert-Jonke-Preis" wird ab heuer alle zwei Jahre vergeben, erster Preisträger ist der in Tirol lebende Schriftsteller Alois Hotschnig, wie der Literaturwissenschaftler Klaus Amann bei einem Pressegespräch am Dienstag im Klagenfurter Musil-Museum bekanntgab. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wird alternierend in den Gattungen Prosa, Lyrik und Dramatik vergeben.

Der Preis, der zu Ehren des am 4. Jänner 2009 62-jährig verstorbenen Klagenfurter Literaten Gert Jonke ins Leben gerufen wurde, soll, so Amann, den gesamten deutschsprachigen Raum abdecken. Dementsprechend wurde auch die Jury mit drei Juroren aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, die je zwei Vorschläge einbrachten. In einer Sitzung vor Weihnachten einigten sich die drei dann auf Hotschnig, der aus dem Kärntner Drautal stammt. Hotschnig hat im vergangenen Jahr den Anton-Wildgans-Preis erhalten, 2008 wurde er mit dem Erich-Fried-Preis ausgezeichnet.

"Bekanntheit des Bachmann-Preises"

Das Preisgeld von 15.000 Euro stellt das Land Kärnten zur Verfügung. Kulturlandesrat Harald Dobernig (FPK) meinte, der Preis habe das Potenzial, um vielleicht die Bekanntheit des Bachmann-Preises zu erlangen. Er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Jonke 1977 der allererste Bachmannpreisträger gewesen sei. Klagenfurts Kulturreferent Albert Gunzer (ebenfalls FPK) bedankte sich bei Jonkes Lebensgefährtin Ingrid Ahrer, mit der man sich eng abgestimmt habe. Ahrer selbst erklärte, die Ausrichtung des Preises "gefällt Gert Jonke sicher".

Die Preisverleihung erfolgt am 6. März in Klagenfurt. Juroren waren Corinna Caduff von der Zürcher Hochschule der Künste, der deutsche Literaturredakteur und Bachmannpreis-Juror Hubert Winkels und Amann, der das Klagenfurter Musil-Institut leitet. Die Laudatio wird Hubert Winkels halten, Hotschnig wird ersucht, in seiner Rede sein Verhältnis zum Werk von Gert Jonke darzustellen. (APA)

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