Innsbrucker erhielt deutschen Preis für Nachwuchsphysiker

18. Jänner 2011, 12:25
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Quantenphysiker Hanns-Christoph Nägerl bekam Rudolf-Kaiser-Preis 2010

Innsbruck - Der Innsbrucker Quantenphysiker Hanns-Christoph Nägerl hat am Montag für herausragende Forschungen auf dem Gebiet der Experimentalphysik den deutschen Rudolf-Kaiser-Preis 2010 erhalten. Bei dem Preis handelt es sich nach Angaben der Universität vom Dienstag um die mit 35.000 Euro höchstdotierte Auszeichnung für deutsche Nachwuchsphysiker.

Nägerl und sein Team vom Institut für Experimentalphysik seien international führend bei der Erforschung ultrakalter Quantengase. Diese Gase gelten als ideales Modellsystem für die Erforschung quantenphysikalischer Phänomene.

Der gebürtige Deutsche studiert deren Eigenschaften seit über zehn Jahren und sei an "einigen weltweit beachteten Durchbrüchen auf diesem Forschungsgebiet" beteiligt gewesen. Mit der Arbeitsgruppe um Wittgenstein-Preisträger Rudolf Grimm habe er das erste Bose-Einstein-Kondensat aus Cäsiumatomen realisieren und den ersten experimentellen Nachweis von Efimov-Zuständen erbringen können. Mit seiner eigenen Forschungsgruppe sei es Nägerl kürzlich erstmals gelungen, ein Quantengas von chemisch gebundenen Molekülen zu erzeugen und die Teilchen quantenmechanisch vollständig zu kontrollieren.

Nägerl wurde 1967 in Göttingen geboren und studierte an der dortigen Universität Physik. Mit seinem Doktorvater Rainer Blatt kam er 1996 von Göttingen nach Innsbruck, wo er 1998 promovierte. Nach einem zweijährigen Forschungsaufenthalt am California Institute of Technology in den USA kehrte er an die Universität Innsbruck zurück. Hier wurde er Mitglied im Team von Rudolf Grimm und beschäftigt sich seither mit ultrakalten Quantengasen. (red/APA)

  • Quantenphysiker Hanns-Christoph Nägerl erhielt den den deutschen Rudolf-Kaiser-Preis 2010.
    foto: privat

    Quantenphysiker Hanns-Christoph Nägerl erhielt den den deutschen Rudolf-Kaiser-Preis 2010.

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