s Wohnbaubank plant Emission von 250 Millionen Euro

18. Jänner 2011, 10:00
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Im Vorjahr stockte Geschäft wegen Griechenland-Krise und niedrigen Zinsen unerwartet für ein halbes Jahr

Wien - Nach einem unerwarteten Absatzeinbruch im Vorjahr wegen der niedrigen Zinsen und der Griechenland-Krise will die s Wohnbaubank heuer wieder deutlich mehr Wohnbau-Anleihen am Markt unterbringen. 2011 wolle man die Emissionen wieder in Richtung 250 bis 300 Mio. Euro bringen, erklärte der Vorstand am Montagabend. Voriges Jahr konnten nur 180 Mio. Euro begeben werden, nachdem das Geschäft überraschend von Mai bis Oktober fast gänzlich zum Stillstand gekommen war. "Dadurch haben wir zwei Quartale verloren", sagte Vorstandsdirektor Josef Schmidinger vor Journalisten.

Mehr Liquidität für Wohnbau

Sofern die s Wohnbaubank 2011 tatsächlich 250 bis 300 Mio. Euro an Neuvolumen absetzt, können dem Wohnbau dadurch 100 bis 150 Mio. Euro Liquidität zur Verfügung gestellt werden, rechnete Vorstandsdirektor Ernst Karner vor. Durch diese Mittel können neue Wohnungen deutlich billiger errichtet werden. Der Preis für eine 80 m2 große Einheit lässt sich dadurch von 240.000 auf 210.000 Euro senken, bezogen auf eine 25-jährige Finanzierung, so Schmidinger. Ohne Wohnbauförderung würde sich die monatliche Rückzahlungsrate auf 629 Euro belaufen, gefördert und mit Wohnbaubank-Finanzierung seien es nur 543 Euro.

Bei den Bauträgern gibt es nach wie vor starke Nachfrage nach neuem Wohnraum, jedoch dürften die Baubewilligungen in Österreich 2011 erneut sinken, sorgt sich Schmidinger. Laut Wifo dürften die neuen Bewilligungen im Vorjahr um 1.300 auf 39.100 zurückgegangen sein, für heuer sei ein weiteres Absinken um 4 Prozent oder 1.600 auf 37.500 Einheiten zu befürchten. Der bundesweite Bedarf werde nämlich auf zirka 50.000 Neubaueinheiten geschätzt, so Schmidinger. Dem Thema "Zukunftsinvestitionen in Umwelt, Bauen und Wohnen" widmet sich am 3. Februar eine Parlamentsenquete der Klubs von SPÖ und ÖVP; teilnehmen sollen Branchenexperten und mehrere Regierungsmitglieder.

Besonders gut aufgenommen wird vom Publikum derzeit die Monats-Bonus-Anleihe der s Wohnbaubank mit allmonatlichen KESt-freien Zinsausschüttungen, berichtete Karner. Bei 3,60 Prozent p.a. Kuponverzinsung betrage die Rendite derzeit 4,52 Prozent, bezogen auf die Bruttoverzinsung einer KESt-pflichtigen alternative Veranlagung - bei Wohnbauanleihen sind ja die ersten vier Zinsprozente KESt-frei. Auch bei den anderen beiden Varianten, einer Euribor-gebundenen Anleihe sowie einer derzeit mit 2,75 Prozent fix, danach variable verzinsten s Wohnbauanleihe beträgt die Laufzeit jeweils elf Jahre.

Karner rät dazu, fix und variabel verzinste Tranchen zu mischen. 2010 haben sich die fix verzinsten Anleihen wegen der niedrigen langfristigen Zinsen schwer verkauft, im Sommer konnten nur variable abgesetzt werden. Die Euribor-gebundenen Wohnbauanleihen empfehlen sich bei der Erwartung, dass die Zinsen stark steigen; aktuell liegt der Euribor bei 1 Prozent, vor der Finanzkrise waren es 5 Prozent. "Da kann es relativ rasch wieder nach oben gehen", so Karner. (APA)

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