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HI-Virus und und Mycobacterium tuberculosis begünstigen sich gegenseitig.
Jährlich sterben weltweit mehr als 9.5 Millionen Menschen an Infektionskrankheiten, so schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Ca. acht Millionen Todesfälle gehen allein auf das Konto von HIV/AIDS, Malaria, Tuberkulose (TB) und anderen Lungeninfektionen. Diese Infektionserkrankungen sind am 26. und 27. Januar Thema eines internationalen Symposiums in Hamburg. Der besondere Fokus: Koinfektionen, also gemeinsam auftretende Erreger, die sich in ihrem Krankheitsbild gegenseitig beeinflussen. Veranstalter ist das Leibniz Center Infection, kurz LCI genannt, ein Zusammenschluss der führenden norddeutschen Institute zur Infektionsforschung, dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Forschungszentrum Borstel und Heinrich-Pette-Institut.
„In der Praxis haben wir es oft mit gemischten Infektionen durch zwei oder mehr Erreger zu tun. Das hat Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf, die Reaktionen des Körpers und schlussendlich auf den Behandlungserfolg. Koinfektionen können zum Beispiel die Immunität gegen andere Infektionserreger unterdrücken oder auch überschießende Reaktionen des Abwehrsystems auslösen", fasst Ulrich Schaible vom Forschungszentrum Borstel, einer der Mitorganisatoren des Symposiums, zusammen.
Einfluss auf Impfung
Darüber hinaus können die wichtigsten Vorbeugemaßnahmen, Schutzimpfungen, durch bereits bestehende Infektionen beeinflusst werden. Das erläutert Susanne Nylén Spoormaker vom Karolinska Institut in Schweden in ihrem Vortrag. Sie entdeckte mit Ihren Kollegen, dass chronische Wurminfektionen in Magen und Darm die Wirkung der TB-Schutzimpfungen und die Körperabwehr gegen den TB-Erreger hemmen. Chronischer Wurmbefall scheint in endemischen Gebieten aber nicht nur die Anfälligkeit für TB, sondern auch für HIV/AIDS und Malaria zu erhöhen - eine Herausforderung, die bei Prophylaxe und Therapie bedacht werden muss.
Derzeit ist knapp ein Drittel der Weltbevölkerung mit dem TB-Erreger infiziert (WHO-Report November 2010). HIV und TB gehen eine tödliche Liaison ein, in der sich beide Erreger gegenseitig begünstigen. Robert J. Wilkinson vom Imperial College in London untersucht die Auswirkung einer HIV-Koinfektion auf die latente Tuberkulose. Diese Interaktionen und die Auswirkungen auf das Immunsystem sind auf molekularer Ebene noch wenig verstanden. „Die Wechselwirkungen sind sehr komplex und HIV-1 Koinfektionen können eine versteckte Tuberkulose dahingehend verändern, dass es zum Ausbruch einer aktiven TB kommt", erläutert Wilkinson in seinem Vortrag.
Grippevirus und bakterieller Keim
Welche Bedeutung hat dies für Verlaufskontrollen und die Therapie dieser Koinfektion? Antworten auf solche Fragen können nur im engen Dialog zwischen Grundlagenforschern und Klinikern gefunden werden. „Hier sehe ich unsere große Stärke", bestätigt Rolf Horstmann vom Bernhard-Nocht-Institut. „Die drei Institute des Leibniz Center Infection ergänzen sich perfekt in der Erforschung der drei wichtigsten Infektionen weltweit - HIV, TB und Malaria - und von Wurminfektionen. Die LCI-Institute arbeiten eng mit Klinikern und Forschern vor Ort in Afrika, Osteuropa, Asien und Lateinamerika zusammen - eine wichtige Voraussetzung, um drängende Probleme der Weltgesundheit zu lösen".
„Aber auch in westlichen Ländern bereiten Koinfektionen große Probleme: mehr als 95 Prozent der Grippe-Todesfälle gehen auf eine Lungenentzündung und die Koinfektion mit bakteriellen Keimen zurück, meist Pneumokokken. Ursache sind häufig außer Kontrolle geratene Immunreaktionen auf die Influenza A-Viren, die den Bakterien den Weg bereiten. Bestandteile dieser Bakterien befeuern dann die Entzündung auch noch weiter", so Thomas Dobner vom Heinrich-Pette-Institut.
Jonathan McCullers vom St. Jude Childrens Research Hospital in Memphis (USA) entdeckte, dass bestimmte Antibiotika, die häufig gegen Pneumokokken eingesetzt werden, die Bakterien zwar schnell zerstören, dadurch jedoch eine überschießende Entzündung entstehen kann. Die Bakterieninfektion wird durch diese „Beta-Lactame" einerseits gestoppt, die Zerstörung des Lungengewebes schreitet andererseits jedoch fort und kann tödlich enden. In seinem Vortrag beschreibt McCullers, dass andere Antibiotika (Clindamycin und Azithomycin) in Tierexperimenten hingegen einen besseren Schutz vor schweren Lungenentzündungen nach einer Influenza- und Pneumokokken-Koinfektionen boten. Beide Antibiotika hemmen die Proteinbiosynthese der Bakterien ohne diese aufzulösen, sodass die bakteriellen Bestandteile nicht freiwerden. Ergebnisse, die zukünftig in standardisierte Behandlungsempfehlungen einfließen und Tausenden von Grippepatienten das Leben retten könnten. (red)
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„Aber auch in westlichen Ländern bereiten Koinfektionen große Probleme: mehr als 95 Prozent der Grippe-Todesfälle gehen auf eine Lungenentzündung und die Koinfektion mit bakteriellen Keimen zurück, meist Pneumokokken. Ursache sind häufig außer Kontrolle geratene Immunreaktionen auf die Influenza A-Viren, die den Bakterien den Weg bereiten."
So ist es. - Und auch banale Infekte können Superinfektionen nach sich ziehen, wenn die Patienten vorgeschwächt sind. Das geschieht genau so häufig wie bei Grippe-Fällen.
Ach, und übrigens ...
... auch TBC und Morbus Boeck (Sarkoidose) gehören zu den "Allianz-Krankheiten". Thomas Bernhard war eines der Opfer.
menschen, die hungern, unter schlimmen sozialen bedingungen leben, kein sauberes trinkwasser zur verfügung haben etc. werden eher schwer krank und sterben.
wir müssten also diese grundlagen für alle menschen herstellen und könnte so leicht viele krankheiten auf einmal ausrotten.
stattdessen beutet der westen diese länder ungehemmt weiter aus.
Der Unterschied ist aber der, dass Influenza und Maserninfektionen den Erkrankten nachher regelmäßig immungeschwächt hinterlassen, grippale Infekte jedoch praktisch nie. Sie kennen den Unterschied zwischen "oft" und "nie", oder? D.h. es besteht ein Häufigkeitsunterschied. Oder doch nicht? Sie können mir da sicher die epidemiologische Studie verlinken, von der Ihre Aussage abgeleitet ist.
TBC und Sarkoidose sind beides granulomatöse Erkrankungen, haben aber ansonsten wenig miteinander zu tun (beginnend bei der Tatsache, dass Sarkoidose keine Infektion ist und das eine dem anderen folgerichtig nicht den Weg ebnen kann). Genausogut bilden AIDS und Vitiligo eine "Allianz".
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