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Die Gattin des gestürzten tunesischen Diktators Ben Ali hat auf ihrer Flucht angeblich 1,5 Tonnen Gold mitgenommen. Ein anderer ehemaliger blutiger Diktator und Kleptokrat, der ehemalige Präsident von Haiti, Jean-Claude Duvalier ("Baby Doc" nach seinem noch schlimmeren Vater "Papa Doc") ist hingegen offenbar fast mittellos in sein Heimatland zurückgekehrt. Die paar hundert Millionen, die er seinerzeit ins französische Exil mitgebracht hat, sind großteils für eine teure Scheidung draufgegangen, ein magerer Rest von 7,5 Millionen Franken wurde von der Schweizer Regierung blockiert.
Europa hat allerdings relativ wenig recht, sich über bizarre Drittwelt-Despoten zu empören, denn erstens machen auch österreichische Ex-Kanzler wie Alfred Gusenbauer beim Lobbying für finstere Herrschaften wie den kasachischen Diktator Nursultan Nasarbajew mit; und zweitens haben wir auch unsere bizarren Staatsmänner.
Silvio Berlusconi lässt vielleicht keine Menschen umbringen und stiehlt nicht das Staatsgold, aber er zerstört den Rechtsstaat. Dazu noch die 17-jährigen "Models", die tagelang in der Villa übernachten (auch wenn Wladimir Putin zu Besuch ist; wie man jetzt erfährt) und per Telefonanruf von Berlusconi-Leuten aus dem Polizeigewahrsam befreit werden.
Gegen diese halbkriminellen Buffonerien eines 75-jährigen Staatszerstörers müsste eigentlich auch das Volk aufstehen. Tut es aber nicht. (rau, STANDARD-Printausgabe, 18.01.2011)
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das scheint mir ein bisschen skurril. Ein blutiger Diktator, der vor Mord und Folter nicht zurückschreckt, lässt sich von ein paar Scheidungsanwälten sein sauer zusammengeklautes Geld abknöpfen? Stimmt das wirklich?
Die Machenschaften eines Baby Doc oder eines Ben Ali mit Berlusconi Umtrieben zu vergleichen ist nicht gut. Wenn Menschen systematisch verfolgt und vor allem ermordet werden ist das eine andere Kategorie.
Ich möchte aber nicht missverstanden werden: Berlusconi ist untragbar!
und die eu kuscht.
ungarn will ein neues mediengesetz einführen.
und die eu ist sehr empört.
dieser vergleich scheint mir bedeutender für uns "europäer". denn es zeigt, dass über den europäischen "diktatoren" noch mächtigere diktatoren sind, die über ALLE anderen bestimmen wollen, von weit weit weg.
noch ne kl. klugsche*sserei am schluss:
"Europa hat allerdings relativ wenig recht, sich über.."
das recht wird grossgeschrieben, isn hauptwort...
ziehen sie intressante vergleiche. italien kennt sich aus mit den spielregeln der republick. immerhin war rom bereits eine als der rest europas noch unter einem haeuptling gestanden hat. berlusconi ist weder unfaehig noch wird sich das volk gegen ihn empoeren. bei allen seinen eskapaden ist er ein punkt der stabilitaet in dem land, wie lange haben die regierungen vorher gehalten? und gerade die italiner wissen was sie von ihm zu halten haben, und auch das er sie in ruhe laesst. in einem land wo gesetze so kompliziert sind das sich nicht mal die rechtsexperten auskennen, von den richtern ganz zu schweigen. aber wenn sie politiker suchen die GEGEN das volk regieren, nun dann waehren sie ja schon im richtigen land.
Wir haben selber so manche komische Gestalten, das ist schon war. Aber deswegen hätten wir kein Recht, uns zu empören, wenn Despoten außerhalb Europas jeder Rechtstaatlichkeit spotten?
Normalerweise schätze ich die Kommentare von rau, aber hier ist er wohl von der Äpfel-mit-Birnen-Vergleichsmentalität angesteckt, die sich hier im Forum so großer Beliebtheit erfreut.
Ich finde, dass hier Berlusconi Unrecht getan wird. Man bedenke, wie wichtig eine Persönlichkeit wie er samt seiner Bunga-Bunga-Parties in Zeiten des Kalten Krieges gewesen wäre. Berlusconi hätte echt für Entspannung zwischen Ost und West sorgen können.
Sowohl Leonid Breschnew ...
http://de.wikipedia.org/w/index.p... 1018173304
... als auch Richard Nixon ...
http://dc.lib.unc.edu/cdm4/item... SOPTR=3413
... hätten sich wahrscheinlich leicht zu Berlusconis Völkerverständigungs-Parties überreden lassen.
So wie das römische Imperium in seinen Vasalenstaaten Despoten einsetzte um das Volk dort unter der Knute zu halten um Getreide für die Spiele zu bekommen, so hält sich der Westen heute seine Diktatoren in den Ländern wo sie ihre Rohstoffe her kriegen. Sie werden brav unterstützt, mit Waffen, Logistik und (Folter)Know-How versorgt um das Volk dort arm und die Profite hier hoch zu halten. Dafür sieht man ihnen den einen oder anderen Verstoß gegen die Menschenrechte großzügig nach und hoffiert sie wie ihresegleichen - was sogar angebracht und zutreffend ist. DAS ist der eigentliche Skandal!
der strick - von tuniesien ueber italien, kasachstan, oesterreich, usw, usw - ist wieder einmal lang genug, um sich damit aufzuhaengen; unverstaendlich warum sich der standard seit jahren mit diesen wortmeldungen blamieren muss, so schlecht ist die zeitung gar nicht.....
berlusconi, so ungut er auch sein mag, mit blutrünstigen diktatoren zu vergleichen, die menschen im gefängnis foltern und verrotten lassen, ist absurd und richtet sich von selbst. so richtig krank wird es, wenn weiter unten unser unfähiger finanzminister für so einen vergleich herangezogen wird.
im gegenteil sollte europa sich sehr laut über tunesien empören und helfen, dort wieder alles ins lot zu bringen.
Unfähigkeit ist kein Verbrechen, obwohl sie zu ähnlichen Ergebnissen führen kann.
Aber sonst wäre ich nicht so pointiert differenzierend (relativ betrachtet .. ). Letztlich gehören die Alis, die Kirchners und Belusconi auf den Misthaufen der Geschichte.
Für wen dieser im Häfn sein soll und für wen nicht, ist subtiler. Aber, IMI, ist auch königlicher oder präsidialer Diebstahl, Diebstahl.
Europa darf sich aufregen - die europäischen Politiker hingegen nicht.
Ich ersuche Sie höflichst, zwischen dem Stimmvieh das eine sehr feine Nase für moralische Sumpfgase hat und dem regierenden Pöbel der gar kein Gespür für irgendwas hat, zu unterscheiden.
Außerdem, Frage: Müsste man nicht "Recht" in [...] Europa hat allerdings relativ wenig recht [...] groß schreiben???
Sicher bin ich mir allerdings nicht :-))
es ist eine beliebte vorstellung politiker seien unmoralischer als andere bürger, ich nehme an das ist schlichtes sündenbock denken. denn wenn politiker alles zu verantworten haben was in der gesellschaft nicht rechtläuft dann bleibt "die menschen" wie bürger heute menschelnd gerne genannt werden die rolle des guten.
klimawandel?
ich soll aufhören auto zu fahren, zu fliegen, fleisch zu essen, plastik zu essen?
nein die politik solls richten
pisa?
ich soll meinem kind bei den hausaufgaben über die schultern schauen? nein die bildungspolitiker sollens richten
rente unsicher?
ich soll kinder kriegen die mich am ende selbst versorgen? nein die rentenpolitiker sollen sich das geld aus den rippen schneiden...
Es sind nicht SIE der autofahrend den Klimawandel verursacht sondern Großindustrie und großindustrieller Raubbau an der Natur.
Es sind nicht SIE, die in ungezählten Pensionsversicherungsanstalten hochbezahlte Jobs für politische Günstlinge bereithalten.
Es sind nicht SIE, der sich, wenn er von seinem Arbeitgeber geschaßt wird (= abgewählt), von seinem Klientel für das er während seiner Periode gearbeitet hat, einen hochdotierten Job erhält.
Es sind nicht SIE....
Muss ich noch weiterreden oder haben SIE das System durchschaut?
Es sind - natürlich - nicht alle Politiker schlecht. Nur die erfolgreichen.
Sie wollen Differenzierung, schmeissen aber alle Politiker in den selben Topf?
Außerdem hätte das Stimmvieh so eine tolle Nase für (a)Moral, dann stellt sich die Frage:
Wenn es nichts dagegen unternimmt, bedeutet es nicht, dass es, zumindest, stillschweigend den Zustand duldet? Im schlimmsten Fall gar die Situation aus tiefster Überzeugung gutheisst?
Wir haben die Politiker die wir verdienen. Oder wir erheben unsere faulen Är$che und tun was.
Ah, sie rufen, wie viele andere zur Revolution auf!
Oder glauben Sie wirklich, dass Wahlen noch irgendetwas verändern können?
"Wenn Wahlen etwas ändern könnten, dann wären sie schon längst abgeschafft worden"!
Träumen Sie weiter von einer Welt in der das "Stimmvieh" Rechte hat! :-))
Religion gegen die islamischen Diktatoren breitet sich aus und gelingt.
Und ich hoffe die islamischen Führer können als Trittbrettfahrer abgwimmelt werden (schon beginnen sie sich mit Segen einzumischen).
Eine Revolution der Hand- UND Kopfarbeiter gegen die Ausplünderung von oben.
Ich wäre dann auf die Wortmeldungen der Sarraziner, die Muslime ja für prinzipiell -unbelehrbare Idioten halten, gespannt.
Ich kann Ihnen nicht ganz folgen, aber falls Sie aussagen wollen dass der Islam Voraussetzung für räuberische Diktaturen sei möchte ich doch auf diverse wackere Christen (Marcos, Allende und wie sie alle heißen) verweisen.
Gier und Menschenverachtung sind leider global verbreitete Eigenschaften und haben mit Religion in Wahrheit absolut nichts zu tun.
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