Afrikanische Union startet neuen Vermittlungsversuch

17. Jänner 2011, 19:55
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Kenias Premier Odinga in Abidjan - "Friedensangebot" an Gbagbo

Abidjan - Zu einem weiteren Versuch, den Machtkampf in der westafrikanischen Republik Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste) zwischen dem abgewählten, aber an seinem Amt festhaltenden Präsidenten Laurent Gbagbo und dem international anerkannten Wahlsieger Alassane Ouattara zu schlichten, ist Kenias Regierungschef Raila Odinga erneut nach Abidjan gereist. Als Sonderbeauftragter der Afrikanischen Union (AU) traf Odinga am Montag in der Wirtschaftsmetropole der Elfenbeinküste ein. Odinga sollte zunächst Gbagbo treffen und anschließend Ouattara, der sich in einem von UNO-Blauhelmen geschützten Hotel aufhält.

Mehrere Vermittlungsversuche der AU und der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) sind bisher erfolgslos verlaufen. Vor seiner Abreise sagte Odinga, man wolle Gbagbo ein neues "Friedensangebot" unterbreiten, ohne aber Details zu nennen. Ouattara hatte die Wahl Ende November nach Feststellung der unabhängigen Wahlkommission mit 54,1 Prozent der Stimmen gewonnen. Der Verfassungsrat, dessen Vorsitzender ein Gefolgsmann Gbagbos ist, rief jedoch den bisherigen Amtsinhaber zum Sieger aus, nachdem eine halbe Million Stimmen mit der Begründung annulliert worden waren, dass in den Hochburgen Ouattaras im mehrheitlich muslimischen Norden des Landes Anhänger Gbagbos an der Stimmabgabe gehindert worden seien. Gbagbo kann sich auf die Mehrheit im wirtschaftlich dominierenden Süden des Landes und auf das Militär stützen. (APA/AFP)

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