Murmeltier lässt grüßen

17. Jänner 2011, 18:14
10 Postings

In Österreich stehen mehr Spitalsbetten und mehr teure Hightech-Geräte herum, als notwendig wären - Es ist dasselbe Ergebnis, das Studien schon im Jahr davor, in dem davor und in dem davor erbrachten

Irgendwie sind Österreichs Gesundheitsökonomen zu bedauern: Kaum ein Jahr vergeht, in dem sie nicht in ernsthaften, seriösen, groß angelegten Studien herauszufinden versuchen, woran es im österreichischen Spitalswesen krankt, was es teuer und zum Teil ineffizient macht.

Und sie finden es heraus, und siehe da - es ist dasselbe Ergebnis, das ihre Forschungen schon im Jahr davor, in dem davor und in dem davor erbrachten: In Österreich stehen mehr Spitalsbetten und mehr teure Hightech-Geräte herum, als notwendig wären. Täglich grüßt das Murmeltier. Muss frustrierend sein für Gesundheitsökonomen.

Gut, wenn sich jetzt die Krankenhäuser Stockerau und Korneuburg eine Interne Abteilung teilen. Besser (und effizienter) wäre es, wenn die Kooperationsbereitschaft auch die Wiener Stadtgrenze überwinden würde. Eitelkeit und Prestigedenken sind freilich überall gang und gäbe, nicht nur in Wien und Niederösterreich. Handelt einmal ein Bürgermeister vernunftgeleitet, sorgen ein paar anders Geartete dafür, dass er das bitter bereut. So geschehen in Bad Aussee, wo sich der Bürgermeister für die Schließung des halbleeren örtlichen Spitals einsetzte - und dafür bei der nächsten Wahl abgestraft wurde.

So wird weiter mehr oder weniger wahllos geplant und gebaut. Und die Gesundheitsökonomen schreiben an ihrer nächsten Studie - mit bekanntem Ergebnis. Und wieder grüßt das Murmeltier. (Petra Stuiber, DER STANDARD, Printausgabe, 18.1.2011)

Share if you care.