Mond über surrealen Kühen

17. Jänner 2011, 17:46
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"Die Glückskuh": Regisseurin Bernadette Sonnenbichler verzichtet auf eine Aktualisierung des Stücks von Hermann Essig und erzielt große Wirkung

Gelungenes Bühnenbild, erfrischende Regieführung, tolle schauspielerische Leistungen - wer einen gelungenen Theaterabend erleben möchte, dem sei Die Glückskuh am Landestheater Bregenz wärmstens empfohlen. Das Stück handelt von einem armen Mädchen, das zwar viele lieben, aber keiner heiraten will, weil sie keine Mitgift mitbringt. Weil sie schwanger ist, stiehlt sie in ihrer Verzweiflung eine Kuh. Durch diesen neuen Reichtum wird sie plötzlich von allen Seiten umworben. Ein simpler Kuhhandel entlarvt die Gier eines ganzen Dorfes. Regisseurin Bernadette Sonnenbichler verzichtet auf eine Aktualisierung des Stücks von Hermann Essig und erzielt große Wirkung: Ein überdimensionaler Mond und ein Baum aus Sperrholz stilisieren einen Dorfplatz und zeichnen ein surrealistisches Bühnenbild. Schräge Frisuren und skurrile Kostüme verpassen den Figuren etwas erfrischend Lebendiges. Pointierte Anklänge an populistische Politiker sind das satirische I-Tüpfelchen. (rar, DER STANDARD - Printausgabe, 18. Jänner 2011)

Vorarlberger Landestheater, Seestr. 2, Bregenz, 05574/42 870-600. 19. 30

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