"Krankenhaus Nord muss alles bieten"

17. Jänner 2011, 17:41
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VP-Sprecher: Vollspital im Norden, Lorenz-Böhler-, Hanusch-Spital sollen schließen

Wien - Langsam wird es ernst mit dem Krankenhaus (KH) Nord: Ende November fuhren auf dem ehemaligen ÖBB-Gelände in Wien-Floridsdorf die Bagger auf, um Hallen wegzuräumen, Ende Dezember hat sich sogar die EU-Kommission eingeschaltet.

Sie zeichnete das KH Nord als einziges österreichisches Projekt für vorbildlich-nachhaltiges Agieren im Bereich der öffentlichen Beschaffung aus. Erwin Rasinger, Gesundheitssprecher der ÖVP, hindert das freilich nicht, am KH Nord einiges auszusetzen.

Zwar begrüße auch er den Neubau eines großen Spitals im Norden Wiens, sagte Rasinger am Montag zum Standard. Aber: "Es fehlen wesentliche Abteilungen." Das sei bei projektierten Errichtungskosten von 825 Millionen Euro nicht einzusehen. Konkret bekrittelt Rasinger das Fehlen von HNO-, Haut-, Augen- und Urologie-Abteilung sowie einer Hospizstation. Und er schlägt vor, mit Unterstützung der Unfallversicherung AUVA eine moderne Unfallklinik zu bauen - und das zwei Kilometer entfernte Lorenz-Böhler-Krankenhaus stattdessen zu schließen. Rasinger: "Ob der Notarzthubschrauber zwei Kilometer weiter ins KH Nord fliegt, ist egal - aber es macht keinen Sinn, auf engstem Raum Doppelstrukturen zu haben." Auch das Hanusch-Krankenhaus, das der Wiener Gebietskrankenkasse gehört, würde Rasinger gerne "zur Gänze" ins KH Nord verlegen.

Dass es hier "Sensibilitäten" gebe, sei ihm bewusst, aber: "Rot-Grün hätte hier die Chance, endlich Ordnung zu schaffen." (stui, DER STANDARD, Printausgabe, 18.1.2011)

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