Walser darf nicht in die Schule

18. Jänner 2011, 11:31
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Grünen-Bildungssprecher wollte mit Lehrern diskutieren - Wiener Stadtschulrat: "Nicht vorher angefragt" wie vorgesehen

Der grüne Bildungssprecher Harald Walser wundert sich über den Wiener Stadtschulrat. Einige Lehrer einer Wiener Schule hatten ihn eingeladen, sich ihre Unterrichtsmodelle anzusehen, seien aber dann vom Stadtschulrat aufgefordert worden diese Einladung wieder zurückzuziehen. Grund: Ein Erlass, der es Politikern nicht erlaubt, in Schulen Parteipolitik zu betreiben.

Walser stört vor allem, dass sich andere Politiker - darunter Bundeskanzler Faymann - in den vergangenen Monaten durchaus fotogen in Schulen ablichten ließen. "Während sich Faymann zu Propagandazwecken an Schulen begibt und sich mit Kindern abbilden lässt, wollte ich mich ohne Journalistentross über das pädagogische Konzept informieren - an die Möglichkeit einer ernsthaften Diskussion mit den Betroffenen aber scheinen die Verantwortlichen im Stadtschulrat nicht zu glauben", ärgert sich Walser in seinem Blog.

Vor Schulbesuch anmelden

Im Stadtschulrat heißt es dazu, Walser habe sich schlicht nicht an das vorgesehene Prozedere gehalten, nämlich vorher im Stadtschulrat nicht um Besuchserlaubnis gefragt. "In diesem Fall ist der Erlass tatsächlich hart, aber so ist es nun einmal", so der Pressesprecher. Der Grundgedanke des Erlasses sei es zu verhindern, dass Politiker aller Parteien in den Schulen parteipolitische Propaganda betreiben - daher müssten alle, die nicht unmittelbar exekutiv im Bildungsbereich tätig seien (das wäre etwa die Bildungsministerin) ihren Besuch anmelden.

"Wir haben schon Politikern aller Parteien den Besuch untersagt, wenn wir von der bildungspolitischen Bedeutung ihres Anliegens nicht überzeugt waren", so der Pressesprecher des Stadtschulrats. Auch Alfred Gusenbauer wurde als Kanzler einmal der Einlass in eine Schule verwehrt. Im Falle Walsers, bestätigt man, sei es also schlicht am nicht ordnungsgemäßen Anmelden des Besuchs gelegen - sonst "kann man davon ausgehen dass wir sein Anliegen als gerechtfertigt angesehen hätten". (az, derStandard.at, 18.1.2011)

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    Politikern ist der Besuch in Wiener Schulen nur nach Voranmeldung beim Stadtschulrat erlaubt.

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