"Österreich gegen Island ohne Chance"

17. Jänner 2011, 16:35
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Ex-ÖHB-Teamchef trifft bei WM viele Bekannte und geht unter die Hoteliers

Linköping  - Dagur Sigurdsson trifft bei der Handball-WM in Schweden viele gute Bekannte. Speziell in Linköping, wo neben den Teamspielern aus seinem Geburtsland Island auch jene aus seinen ehemaligen Wahlheimaten Österreich und Japan stationiert sind. Am Dienstag (21.30 Uhr/live ORF Sport Plus) treffen Island und die von 2008 bis 2010 von ihm betreuten Österreicher aufeinander - für Sigurdsson eine klare Sache.

"Ich denke, dass Österreich gegen Island keine Chance hat. Island ist in sehr guter Form und super eingespielt", meinte der 37-Jährige. Vor einem Jahr hat Österreich bei der Heim-EM in Linz unter Führung von Sigurdsson ein 37:37-Unentschieden gegen Island erkämpft, und in der EM-Qualifikation Ende Oktober in Wiener Neustadt wurde der Olympia-Zweite dann mit Nachfolger Magnus Andersson auf der Bank sogar 28:23 bezwungen.

"Noch einmal lassen sie sich nicht überraschen", ist Sigurdsson sicher, dass sich das Blatt diesmal wenden wird. Das Wiedersehen mit den Österreichern ("Ich beobachte ihre Entwicklung weiter sehr intensiv") war sehr herzlich, Sigurdsson wechselte auch einige Worte mit Andersson. Glück gebracht hat Sigurdsson der ÖHB-Auswahl jedoch als Zuschauer des Spiels gegen die Japaner (30:33) nicht.

"Ich war ein bisschen geschockt über die Überraschung, habe mich aber auch für den japanischen Teamchef gefreut. Japan hat wirklich stark gespielt", sagte Sigurdsson, der ab 2000 für drei Jahre in Japan bei Wakunaga Hiroshima gespielt hatte. Dort war der nunmehrige japanische Teamcoach Kiyoharu Sakamaki sein Club-Trainer.

Seit Sommer konzentriert sich Sigurdsson ausschließlich auf seinen deutschen Arbeitgeber Füchse Berlin. Mit Erfolg, denn die Füchse belegen aktuell nach 19 Runden Rang zwei der deutschen Bundesliga und sind damit - ähnlich wie Österreich bei der EM 2010 - die Überraschung der Saison. "Ich empfinde es als sehr reizvoll, ein Team aus der unteren Region an die Spitze heranzuführen", erklärte Sigurdsson seine Job-Auswahl. Nicht mehr gebraucht wird bei den Berlinern ab Sommer der Wiener Konrad Wilczynski, der sich einen neuen Verein suchen muss.

Der langjährige Bregenz-Erfolgsgarant Sigurdsson sucht anscheinend weiterhin mehrere Herausforderungen auf einmal. Derzeit arbeitet er an seinem zweiten Standbein als Hotelier. Gemeinsam mit drei isländischen Fußballern, unter ihnen Ex-Chelsea- und -Barcelona-Spieler Eidur Gudjohnsen, wird Sigurdsson im April eine Hostel-Kette namens Kex eröffnen.

"In Island gibt es bis jetzt keine günstigen und guten Unterkünfte für Touristen", erklärte der dreifache Vater seine Geschäftsidee. Hostel Nummer eins entsteht direkt am Wanderweg des ausgebrochenen Vulkans Eyjafjallajökull. (APA)

 

 

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