Elternvertreter gegen Ausweitung der Mittelschule

17. Jänner 2011, 13:40

Eltern und Politik über Notwendigkeit von Änderungen am Schulstandort einig

Wien- Elternvertreter haben sich am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien gegen die geplante Ausweitung der Neuen Mittelschule (NMS) ausgesprochen. Der Schulversuch sei noch nicht evaluiert, und kurzfristig bringe er den Schülern keine Verbesserung. Angesichts des drohenden Lehrermangels sei zudem fraglich, wie das in der NMS für die Hauptfächer vorgesehene Teamteaching umgesetzt werden soll. Stefan Mandahus, Präsident des Hauptverbands Katholischer Elternvereine, plädierte deshalb dafür, die Umwandlung der Hauptschulen in NMS zu verschieben.

Es wäre sinnvoller, die Lehrpläne nach Überflüssigem zu durchforsten und Lehrern eine Exit-Strategie anzubieten, damit diese mit weniger Frust ihrer Arbeit nachgingen. Auch Theodor Saverschel, Vorsitzender der Elternvertreter an den mittleren und höheren Schulen Österreichs, stellte infrage, "wie das geleistet werden soll". Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) kündigte unterdessen an, die Abschaffung der Zehn-Prozent-Obergrenze für NMS-Schulversuche im Parlament "so schnell als möglich" durchbringen zu wollen.

Fürchten um Qualität

 "Wir sind nicht prinzipiell gegen eine Ausweitung der Neuen Mittelschule, die Idee ist gut", betonte Stefan Mandahus. Die ehemaligen Hauptschulen hätten durch die NMS auf jeden Fall gewonnen. Die Elternvertreter befürchten jedoch negative Auswirkungen des Lehrermangels auf den neuen Schultyp: "Wir befürchten, dass die Qualitätsstandards bei der verfügbaren Zahl an Pädagogen nicht erhalten werden können."

Eltern wollen mehr Autonomie für Schulstandorte

Bei anderen Punkten kann es den Elternvertretern unterdessen kaum schnell genug gehen. Bei einem Runden Tisch, zu dem sie Politik und Sozialpartner geladen hatten, versuchten die Eltern Druck für politisch nicht umstrittene und aus ihrer Sicht daher schon bald umsetzbare Reformen zu machen: Mehr Autonomie für Schulstandorte, mehr Kompetenzen für Schulleiter, Stärkung der Schulpartnerschaft, Förderung der Unterrichtssprache Deutsch schon im Kindergarten.

Schmied äußerte nach dem Termin Verständnis für das Drängen der Eltern, "ich bin auch in vielen Dingen eine Ungeduldige". Schon am Dienstag treffe sie in dieser Sache die Bildungssprecher der Parlamentsparteien, im Februar dann die Sozialpartner. Auch Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) kündigte "weitere Gespräche" an. Die Regierung sei "auf einem guten Weg, dieses Jahr der Bildung tatsächlich mit Bildungsinhalten zu füllen". (APA)

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Posting 1 bis 25 von 48
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Alfred Moosbrugger
00
19.1.2011, 13:25

Dabei wäre es so einfach:

Auf Seiten der Lehrer:
1. Schritt: Das Image des Lehrers verbessern.
2. Ausbildung: universitärer Master Voraussetzung für ALLE Lehrer von der VS bis zur Matura. (Die Trallala-Hausfrau in der Volksschule mit VS-Pädak ist schuld, wenn Schulabgänger mit 15 nicht lesen können, und nicht der studierte Germanist, der an der AHS unterrichtet.)
3. Bezahlung akademikeradäquat. (weil beim Arzt wollen wir einen Akademiker, der gescheit bezahlt wird, aber für die Ausbildung der Kinder tuts auch eine Schule wie die PH)

Fu©k O'Shima
00
11.11.2011, 17:07
Die Trallala-Hausfrau in der Volksschule mit VS-Pädak ist schuld, wenn Schulabgänger mit 15 nicht lesen können

Nein, ist sie NICHT!

Schuld daran sind überfüllte Klassen, hoher Ausländeranteil ohne Zweitlehrer, sinnlose Freifächer und unverbindliche Übungen, und alles, was im Lehrplan der ersten 4 Jahre über 'Sprechen', 'Schreiben', 'Lesen' und 'Rechnen' hinausgeht!

Niemand braucht für die VS einen 'Master', wirklich rein gar niemand. Wer die Lehrinhalte eines Volksschülers nicht intus hat, kann sich sowieso brausen und die PädAK vermittelt, wie der Name schon sagt, ausreichende pädagogische Fähigkeiten!

Außerdem stell ich mir grad den Trallala-Moosbrugger vor einer Klasse 6jähriger Kebapschädln vor, die ihn nur deppert anschauen, weil sie kein Wort verstehen. Das ist ein Vergnügen!

D/E
12
19.1.2011, 13:31
Wieso die dummen Ressentiments?

Weder sind Volksschullehrerinnen "Trallala"-Hausfrauen, noch garantiert eine universitäre Ausbildung, dass nur noch für den Beruf Geeignete unterrichten.

Einfach ist eben vor allem, irgendwelche Patentrezepte hinauszuposaunen.

Natürlich geht es so, wie es unsere Frau BM vorhupft, nicht. Bessere Lehrer/innen wird sie nicht billiger bekommen, wenn ihr nichts einfällt als Türtaferl-Umschrauben und kräftiges Einfärben in ihrem eigenen Haus.

Da ja offenbar auch sie das Parteibuch als einzige Qualifikation anerkennt, wird sich von oben her nichts verbessern.

Wir Lehrer werden halt weiterwursteln.

D/E
22
19.1.2011, 13:44
Als BHS-Lehrer habe ich genug Erfahrung mit Abgängern der AHS-Unterstufe,

um feststellen zu können, dass weder alle AHS noch alle Hauptschulen ordentlich ausbilden. Schlamperei gibt es in allen Schulformen, inkompetente Lehrer/innen auch -- übrigens am häufigsten dort, wo politisch etablierte Witzfiguren die Schulleitung innehaben.

Zwar können gute Schulleiter einen unwilligen Lehrer kaum motivieren, doch unfähige Direktoren und -innen sind im Zermürben guter, engagierter Lehrer/innen recht erfolgreich.

Natürlich ist es abenteuerlich, Leute mit irgendwelchen zusammengestoppelten Bachelor-Studien auf Kinder aller Altersgruppen loszulassen. Man weiß von der bisherigen HS-Ausbildung sehr genau, dass didaktisches Geschick fachliche Kompetenz (etwas in Fremdsprachen) nicht ersetzen kann.

D/E
12
19.1.2011, 13:48
Wenn man sich jetzt einbildet,

ein Studienplan, der wie ein Geschenk für desorientierte Studienabbrecher aussieht, könnte irgendeines der Probleme lösen, dürfte eher der Sparwunsch Vater (oder Mutter) des Gedankens sein.

Wir stehen vor einer generellen Abwertung des Lehrberufs, sowohl vom Ausbildungsniveau als auch von der dienstrechtlichen Stellung her.

Das wird sich rächen, wie üblich an denen, die sich nicht wehren können.

ride my pimp
13
19.1.2011, 07:51
Welche Qualitätsstandards?

Die so genannten "Pädagogen" werden in Hinkunft eine dreijährige Bacc.-Ausbildung an irgendeiner parteinahen so genannten "Pädagogischen Hochschule" durchlaufen - und das war's!

Bislang muss(te) man an der Uni durchschnittlich fünf Jahre studieren (jawohl!) und dann ein einjähriges Unterrichtspraktikum durchlaufen.

Dass in Hinkunft nicht mehr die Besten der Besten (sic!) anheuern werden, sondern der Rest vom Schützenfest, das ist sonnenklar!

Ich hätte nie, nie, nie eine Pädak oder PH gemacht, aus folgendem einfachen Grund: die Ausbildung ist in fachlicher Hinsicht fast schon fahrlässig seicht.

Nicht umsonst sagte man früher "Lehrer" (unterrichtet einen Gegenstand), heute immer öfter "Pädagoge" (vermittelt Benimmregeln).

Vorstadtmama
 
01
19.1.2011, 12:07
..auch deshalb wäre für mich nur eine AHS für alle akzeptabel gewesen, wenn es unbedingt eine Gesamtschule geben muß.

Die AHS war die Schulform mit dem größten Erfolg, obwohl hier oft bis zu 30 Kinder in der Klasse sitzen und nur ein Lehrer vorne steht. Die Lehrherren bevorzugen AHS-Abbrecher und stehen HS-Absolventen skeptisch gegenüber.

akela
11
19.1.2011, 10:02
wertschätzung anderer

Uniabschluss:es ist keine neue Erkenntnis, dass viele, die eine wissenschaftliche Arbeit nicht schaffen würden, die Laufbahn als Lehrer/in anstreben.
Anders läuft es an der PH:hier wird von Anfang an bewusst die Lehrerausbildung gewählt; mit allen Konsequenzen (keine-Aufstiegschancen,öffentl.Anerkennung,geringeres Einkommen) um mit SchülerInnen zu arbeiten.
Und schon jetzt sieht man: innovativer, schülerzentrierter U findet im Pflichtschulbereich(AHS Unterstufe ausgenommen) statt.
Und: ich habe im Laufe meiner Tätigkeit als "minderwertge" Sonderschullehrerin mehr Credits und Fähigkeiten angesammelt als so mancher angeblich Hochqualifizierte Uni-Absolvent. Schachteldenken empfinde ich als widerwärtig obwohl ich gerade genau so argumetierte

D/E
22
19.1.2011, 14:19
Wenn Sie Kastel- oder doch eher Kastendenken ablehnen, sollten Sie sich daran halten und nicht über Dinge urteilen, mit denen Sie nicht unmittelbar zu tun haben.

Ich stimme Ihrer Beurteilung der PädAk-Ausbildung zu, möchte allerdings anmerken, dass die dort vermittelte Fachausbildung nicht nur in meinen Fächern (D/E) äußerst mangelhaft ist. (Extremfall: VS-Englisch schadet der Sprachbildung z. B. eher als es nützt.)

Was Ihre Beurteilung der Uniabsolvent/inn/en betrifft, sollten Sie bedenken, dass "wissenschaftliche" Karrieren in den meisten Fächern mangels Stellen kaum möglich sind und dass AHS/BHS meistens schon deshalb mehr Promovierte aufzuweisen haben als so manches Universitätsinstitut, weil im Schuldienst wenigstens ein ordentlicher Dienstvertrag geboten wird.

Als Geisteswissenschaftler finde ich die Arbeit an der Schule auch interessanter als das krampfhafte Wissenschafts-Gesülze.

D/E
21
19.1.2011, 14:30
Abgesehen davon

sehe ich keinen Anlass dafür, sich als Sonderschullehrerin "minderwertig" zu fühlen. Wer Sie so einstuft, ist nicht ernst zu nehmen.

Ebneso wenig haben Sie allerdings das Recht, die Qualifikationen von Universitätsabsolventen pauschal in Frage zu stellen. Man muss schon etwas können, um ein Master- oder Doktoratsstudium abzuschließen.

P. S.: Wenn das in Ihren Augen Ansehen bringt, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten, dass ich mir eine ganze Reihe von Zusatzqualifikationen angeeignet habe, die alle zweierlei gemeinsam haben: Sie waren aufwendig zu erreichen und haben mir nichts als zusätzliche Arbeit gebracht.

So funktioniert unser Schulsystem, wenn man sich weigert, parteipolitische Farbe zu bekennen.

A. Sieberer
01
19.1.2011, 14:19

Schon allein "Credits sammeln" widerspricht meiner Vorstellung von einem sinnvollem studium.....

systemfehler1
21
18.1.2011, 12:12
Das alles hätte schon Hand und Fuß,

würden die Konservativen ihre Dauerblockade aqufgeben.

Dieses "raider heißt jetzt twix"-Syndrom haben wir ja nur, weil diue Schwarzen mit ihren saturierten Hintern voll auf der Bremse sitzen.

Jetzt haben wir einen lauen Kompromiß, besser als gar nichts, und die Schmied ist wieder die böse?

Was für eine Schmierenkomödie ist denn das?

Vorstadtmama
 
02
19.1.2011, 12:04
...wir Eltern wollen aber die AHS behalten...

Eine AHS für alle hätte ich akzeptiert eine Hauptschule für alle mit neuem Namen nicht. Insofern bin ich der ÖVP dankbar, dass sie den Unfug so lange verzögert bis meine Kinder aus dem Alter raus sind. Allen Eltern, deren Kinder früher geboren sind, wünsche ich eine dicke Brieftasche für eine Privatschule. Dort treffen sie dann übrigens die Kinder der SP-Politiker, die ihre eigenen Kinder nicht in "Neue Mittelschulen" geben.

Sche
10
19.1.2011, 16:20
Hmmm...

...ich frage mich gerade, was der inhaltliche Unterschied zwischen einer AHS FÜR ALLE und einer HS FÜR ALLE wäre?

mika33
11
18.1.2011, 11:10
Was mischen sich die Eltern da eigentlich ein?

Diese Elternvertreter sind nur Lokalpolitiker, die erfolglos waren und nun auf diesen Weg sich wichtig machen wollen ....

Vorstadtmama
 
01
19.1.2011, 12:00
weil die Wiener Eltern schon Erfahrung haben

Da gabs doch mal die KMS (Kooperative Mittelschule), die genauso wie die Neue Mittelschule heute den Anspruch erhob, eine Gesamtschule zu sein. Nach ein paar Jahren wurden die finanziellen Mittel gekürzt - immer weniger Lehrer standen in der Klasse - und heute ist sie genauso gut oder schlecht wie jede andere Hauptschule. Die Eltern befürchten zurecht, dass die Umbenennung aller Hauptschulen in "Neue Mittelschule" den derzeitigen "Neuen Mittelschulen" Geld wegnimmt.

Kaulquappe
01
18.1.2011, 18:07

Sehr witzig! Die Elternvertreter sind heute großteils keine Lokalpolitiker mehr. Eltern sind die ersten und wichtigsten Bezugspersonen ihrer Kinder. Warum sollen sich deren Vertreter nicht einmischen, wenn es um die Bildung der Kinder geht?

D/E
12
18.1.2011, 13:31
Wirklich!

Warum sollten gerade die Eltern sich für die Schule interessieren?

Carlo Soziale
30
18.1.2011, 09:28
In der Hauptschule, die ich nicht abgeschlossen habe,

gab es auch einen Elternverein. An dessen Treffen haben haben nur die Eltern der Streber teilgenommen, sind den Lehrern in den Oasch gekrochen und haben auf heile Familie getan.
Heute sind viele dieser braven Familienväter regelmäßige Kunden in meinem Reitstall.

mika33
01
18.1.2011, 11:13
Reitstall? Was wird da geritten?

Ist Reitstall ein Codewort für ....

m rams
11
18.1.2011, 10:26
Sie haben - obwohl ein Streber - die HS

nicht abgeschlossen? Interessant.
Oder warum sind Sie und Ihre Eltern zu den Elternvereinstreffen gegangen, um selbiges beurteilen zu können?
Oder sind Sie einfach nur neidisch auf die Väter derjenigen, die die HS geschafft haben (also wohl ziemliche "Streber" waren)? ;-)

Theano
02
18.1.2011, 09:05

Der katholische Elternverein und die Elternvertretung der mittleren und höheren Schulen sagen Nein. Kein Wunder, da die NMS ihr Schulsystem in Frage stellt. Sie mögen durchaus dagegen sein, um Schülerinnen und Schüler zu schützen. Fragt sich nur welche. Es sind nicht "die" Eltern dagegen und es geht nicht um das Wohl "der" Kinder, sondern gewisse und gewisser.

m rams
00
18.1.2011, 10:32
Die BHS und BMS werden durch die NMS

keineswegs in Frage gestellt. Ganz im Gegenteil, selbige rekrutieren einen großen Teil der Schüler aus dem HS (bzw. dann NMS-Bereich).
Sie meinen wohl nur die AHS und da auch nur die Unterstufe.

Radio Eriwan
00
18.1.2011, 06:36
Durch eine Evaluierung könnte der politische Einfluss der Ministerin erhöht werden.

Da durch eine wissenschaftliche Bereinigung des förderalistischen Versuchs-Fleckerteppichs nur vorbildliche Modelle übrig bleiben.

Reg.Rat Borromäus Maschitz
16
17.1.2011, 19:43
haben elternvertreter mehr

weitsicht als politikerInnen, die lieber den boulvard (be)dienen?

in der tat wird es in den nächsten jahren zu massiven personalengpässen kommen, allein in wien fehlen bereits heuer mehrere hundert lehrkräfte!

daher ist das schmied´sche liebkind, die nms, mit derzeitigem personalstand NICHT erweiterbar.

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