Pisa: Große Leistungsunterschiede bei Spitzenreitern

17. Jänner 2011, 13:32
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Schlechtere Teilnehmer homogen schwach - Entscheidung für maximale Leistung mit großen Unterschieden oder generellen Leistungsabfall

Linz - Große Leistungsunterschiede bei Schülern aus Schulsystemen mit Spitzenplatzierung in der jüngsten Pisa-Studie hat Eduard Brandstätter, Professor für Pädagogik und Psychologie an der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU), in einer Analyse der internationalen Bildungsvergleichsstudie festgestellt. Der Wissenschafter hat in allen 65 Ländern, die an Pisa teilgenommen haben, das Leistungsniveau und das Ausmaß an Ungleichheit analysiert, berichtete die JKU in einer Presseaussendung.

Vor allem im Fach Mathematik sei der Unterschied der Schülerleistungen groß, ebenso in den Naturwissenschaften. Für das Lesen lasse sich dagegen kein Zusammenhang herstellen, sagte Brandstätter. Bei PISA-Teilnehmern, die in Mathematik Spitzenplätze belegten wie Singapur oder Shanghai, seien die Unterschiede in den Leistungen der einzelnen Schüler sehr groß. Bei generell mäßig abschneidenden Ländern wie Rumänien oder Mexiko seien die Leistungen der Schüler durchgehend schlecht.

Pisa: Kein Plädoyer für Gesamtschule

Brandstätter schloss daraus, dass die Förderung von Leistungsschwachen allein zu kurz greife und damit kein besseres Schulsystem erreicht werde. Man dürfe nicht auf die Talentierten vergessen. "Entweder bekennt sich Österreich zu maximaler Leistung und akzeptiert große Leistungsunterschiede - vor allem in Mathematik - oder Österreich bekennt sich zu Leistungsabfall und Nivellierung", so der Professor. Gesellschaft und Staat seien gefordert, sich für eines der Ziele zu entscheiden. Sowohl bessere als auch homogene Leistungen beim nächsten Pisa-Test zu erbringen, sei schwer realisierbar.

Die Gesamtschule sei "eher ideologisch heiß debattiert", sagte Brandstätter. Seiner Meinung nach könne man aus Pisa kein Plädoyer für diesen Schultypus ableiten. Denn er existiere sowohl in gut als auch in schlecht bewerteten Ländern. Mit seiner Analyse wolle er einen vernachlässigten Aspekt in die Diskussion einbringen. Es gebe nicht zwangsweise eine Leistungssteigerung, wenn alle Schüler gleich abschneiden würden. (APA)

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