Heimischer Musikmarkt: Downloadumsatz durchbricht 20-Mio.-Euro-Grenze

17. Jänner 2011, 13:09

Rückgang des physischen Marktes kann "nicht kompensiert werden"

Im vergangenen Jahr wurden in Österreich mit dem Online-Musikangebot erstmals mehr als 20 Millionen Euro Umsatz erzielt. Insgesamt sind in diesem Bereich mit einem Plus von mehr als einem Drittel knapp 21,2 Mio. Euro erwirtschaftet worden, was den Trend der vergangenen Jahre bestätigt, wie der Verband der Österreichischen Musikwirtschaft (IFPI) am Montag, in einer Aussendung mitteilte. Der Rückgang des physischen Marktes könne damit aber "voraussichtlich nicht kompensiert werden".

25 legale Online-Shops mit einem Angebot von 13 Mio. Titeln

Der Online-Musikmarkt umfasst Angebote von Download-Shops sowie Handy- und Streaming-Dienste, die im Jahr 2009 noch mit einem Umsatz von 15,8 Mio. Euro beziffert wurden. Das Wachstum von 34 Prozent ist speziell im Vergleich mit dem weltweiten Online-Markt markant, in dem das Plus nur sechs Prozent betrug. Der Anteil des heimischen Online-Angebotes am gesamten Musikmarkt belief sich damit im vergangenen Jahr aber erst auf 15 Prozent, der internationale Vergleichswert liegt schon bei 29 Prozent. Die endgültigen Gesamtdaten des heimischen Musikmarktes - inklusive Angaben zu physischen Produkten - sollen im März vorliegen.

Nutzer konnten 2010 bereits auf 25 legale Online-Shops mit einem Angebot von 13 Mio. Titeln zugreifen, beim Markteintritt 2004 gab es im Vergleich dazu nur drei Shops mit einem Sortiment von einer halben Million Songs. "Diese Entwicklung war nur durch massive Investitionen in innovative Vertriebswege und umfangreiche Repertoirelizenzen der Musikwirtschaft für neue digitale Angebote möglich", heißt es dazu in der IFPI-Aussendung.

Lady Gaga

Bei den insgesamt meistverkauften Alben des vergangenen Jahres führt die deutsche Band Unheilig mit "Große Freiheit" vor ("The Fame") und David Guetta ("One Love") die Liste an, das bestverkaufte heimische Album ist nach 2009 neuerlich der Sampler des Kiddy Contest ("Vol. 16") auf Platz vier. Meistverkaufte Single war 2010 Yolande Be Cool & DCUP mit "We Speak No Americano" vor Shakira mit ihrem Song zur Fußball-WM, "Waka Waka - This Time For Africa", und dem US-Rapper Eminem ("Love The Way You Lie").

Die erfolgreichsten Singles heimischer Interpreten waren "Kabinenparty" von Skero feat. Joyce Muniz, "Vo Mello bis ge Schoppornou" der Vorarlberger Band holstuonarmusigbigbandclub (HMBC) und "Oida Taunz" der Trackshittaz rund um den ORF-"Held von Morgen" Lukas Plöchl. Laut IFPI schafften es insgesamt 22 österreichische Alben und zehn Singles in die Top 100 der offiziellen Verkaufscharts. (APA)

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IFPI

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think-nordic
02
20.1.2011, 08:53
download shmownload...

Vielleicht liegt der im Vergleich zu früher zurück gegangene Umsatz auch daran, dass wir alle weniger Geld haben – im Durchschnitt?

seayou
01
18.1.2011, 20:14
xxx

ich finde man sollte den ifpi zahlen nicht so viel gewicht geben, dass die grossen firmen und der handel in den ketten leidet ist relativ logisch. der umsatzschwund liegt mmn auch eher in der unglaublich miesen a&r politik der majors als in downloads. uns indie labels freut das natürlich :) hier noch ein passendes zitat unseres uk vertriebes: "2010 remained a very strong year for the specialist market -in fact it was our best year to date as a company proving that once again physical product is alive and well and in demand for the real music fan/ collector, and long may it continue. "

Don Schlonzo
00
18.1.2011, 13:20
verrechne ich mich? verrechnet sich die IFPI? let me know - danke!

rekapitulieren wir:
2009 lt IFPI gabs einen gesamtmarkt von 182 Millionen Euro ((vgl. http://www.ifpi.at/?section=... s&id=136)) - davon ca 15.8 millionen euro digital (lt. Text oben). weiter im Text: [...]Der Anteil des heimischen Online-Angebotes am gesamten Musikmarkt belief sich damit im vergangenen Jahr aber erst auf 15 Prozent[...] - d.h. 15.8 Millionen Euro sind 15% von insgesamt 182 Millionen Euro?

irgendwas passt da nicht ganz zusammen. aber ich bin mir sicher, dass die Musikindustrie dafür auch noch einen Schuldigen findet.

Yaketi Yak
02
18.1.2011, 16:09

Der Gesamtmarkt errechnet sich nicht nur aus CD- und Downloadverkäufen, sondern auch aus sonstigen Einnahmen (Leistungsschutzrechte, Tantiemen etc.)

servasgschaeft
00
19.1.2011, 08:35
@yaketiyak

das weiß ich - aber 15% von 182 Millionen (der Umsatz mit allen Quellen drin) ergibt noch immer nicht 15.8 Millionen.
ich versteh halt den Sinn dahinter nicht, wenn da irgendwelche Kraut & Rüben Zahlen rausgegeben werden, die scheinbar willkürlich die Basis verändern, damit s am Ende ein bissl besser ausschaut.
entweder es ist so eine schönrederei oder es ist einfach sinnlos. (oder natürlich - Variante 3 - die wahrscheinlichste: beides)

Spartaner13
00
18.1.2011, 11:47
Musik von heute

Damals hab ich noch viele CDs gekauft, aber heute höchstes 3 - 4 im Jahr. Grad mal ein Album, wenn mir eine Gruppe gut gefällt. Die Musik klingt eh immer ähnlich, auf den monatlich erscheindenden Samplern sind oft die gleichen Lieder nur in anderen Versionen drauf.

Die 3 erfolgreichsten Singles heimischer Interpreten sprechen aber nicht grad für Österreich. Gabinenparteeee ... dann das unverständliche Gejeiere wo er sich weh tan hat und zum Schluss noch der Oide, der dounzt. Super.

Sir Karl Popper
00
17.1.2011, 23:47
"nicht kompensiert werden"

Die Musikindustrie verkauft nicht mehr ausschließlich Tonträger. Musik wird zur Zeit bei Jugendlichen sehr stark über Musikvideos vermittelt. Die Videos haben sich als perfekte Werbeplattformen etabliert.

Sind vielleicht die Turnschuhe, Unterhaltungselektronik, Mode, Autos dafür verantwortlich, dass die Industrie diese Filmchen in HD gratis on-demand zur Verfügung stellt, aber sich für die Audiospur ohne HD Bild bezahlen lässt?

Spartaner13
00
18.1.2011, 11:51

Ich sehe mir fast nie die Videos zu der Musik an - außer höchstens mal auf youtube (letztens Hammerfall - Renegade). Die Videos der Pop-Girls sind ja echte "popp"-videos ... die stellen viele Erotik-Videos in den Schatten.

Pro Hockey Channel im Standard Sport
05
17.1.2011, 21:37

hier hab ich mir schon jahrelang keine cd mehr gekauft. in den usa wiederum zahl ich gern bis 5 $ mehr als für den download. cds um us 15 sind echt ok, viele kosten auch nur 10. aja und dann gibt es sowas wie "fachpersonal" sprich diese kleinen,legendären langgezogenen geschäfte mit 2 typen mit bart und kariertem hemd, wo man gern bleibt und fachsimpelt und dann ganz brauchbares mitheim nimmt...

arsen hitrach
10
18.1.2011, 09:38

stimmt, echt super. nur leider ist in den US auch Amoeba-Music vor einem Jahr pleite gegangen.

seayou
00
18.1.2011, 18:53

amoeba ist alles andere als pleite im gegenteil

der antipapst
73
17.1.2011, 20:14
wer bitte ist denn so blöd und kauft musik

die nicht materiell, zum beispiel auf einem tonträger vorliegt?
das einzige was ich kaufe ist vinyl. da kriegt man einen echten gegenwert dafür, und es gibt nichts was länger hält als eine vinylplatte.
für die massenmüllmusik der massenmüllindustrie ist vinyl aber eindeutig zu schade.

William Arthur Philip Louis Mountbatten-Windsor, KG
 
02
21.1.2011, 03:20

Ich bevorzuge ja Schellacks, dieses neumodische Zeugs wie LPs interessieren mich nicht.

Monopoly mit Hut
10
20.1.2011, 12:45

Eine Vinylplatte ist ein Tonträger mit nicht-linearem Frequenzgang, äußerst beschränktem Speichervolumen und ohne fehlerkorrigierenden Codes. Darauf würde ich meine Audio-Daten nicht abspeichern. ;-)

Tante Herbert
00
20.1.2011, 21:41
Also wenn ich Musi mache..also selbst..gibts auch keine Fehlerkorrektur!

Sideboard
10
19.1.2011, 12:39
schon mal auf die Idee gekommen...

die Musik auf Festplatte abzuspeichern? Die wird dann nämlich auch zum Tonträger.

Ehrlich, selten ein so bödes Statement gelesen.. wenn ich den Inhalt meines MP3-Players als Vinyl durch die gegend tragen müsste, hätte ich schon längst eine Dauerkarte bei meinem Chiropraktiker.

Also bitte: Erst überlegen, was ich mit dem Gekauften machen möchte und dann Vor- und Nachteile der Möglichkeiten abwägen. Gilt für nahezu alles. Danke!

redram
00
18.1.2011, 20:21
wo ist das Problem?

Kann man sich den Download nicht auf 8 Festplatten kopieren und auf 200 DVDs brennen? Nicht materiell genug?

All Rites Reversed
33
18.1.2011, 02:28

Geh bitte. Vinyl hat vielleicht für manche einen ästhetischen / nostalgischen Mehrwert, da geht es aber ausschließlich um die "Verpackung". Technisch gesehen ist Vinyl eindeutig digitalen Medien in praktisch jeder Hinsicht unterlegen. Was die Musik an sich, d.h. die möglichst originalgetreue Wiedergabe selbiger betrifft, ist die Diskussion müßig, ebenso, was die Haltbarkeit betrifft.

der antipapst
00
25.1.2011, 21:34
vinyl hält länger als du lebst

da haben deine ururenkerl noch was davon.
kauf dir einen thorens oder technics, der funktioniert auch in hundert jahren noch.

arsen hitrach
21
18.1.2011, 09:39

Bist wohl schon ohne Plattenspieler aufgewachsen, du armer.

TRockenmilch
11
18.1.2011, 10:36

was hat das damit zu tun??

ich hab genug vinyl daheim und kaufe auch immer noch welches, aber qualität und haltbarkeit sind nunmal nicht mehr zeitgemäß.
"praktisch" sind sie sowieso nicht.

man sollte halt auch die eier haben und zu seiner nostalgie stehen. sonst wirkt man nur wie ein reaktionärer spinner.

CouchDB
03
17.1.2011, 19:58
Frage:

Welche Investitionen wurden in den digitalen Musikmarkt getätigt ? Betreiben Apple, Amazon, MS
oder Nokia neuerdings ihre Server nicht selber,
oder kommt die Contentindustrie für die nicht
gerade banalen Transferkosten auf, wird das
notwendige Software-Equipment zur Verfügung
gestellt ?

(°)(°)
00
18.1.2011, 01:37
Tonnen

von Abmahnungen wurden verschickt...

Darius Minor
00
18.1.2011, 10:17
Tja. Ohne die "Ich nehm' mir, was ich will, aber zahl' nix"-Gesellen

("Piraten" soll man ja nicht sagen) waer' das Geld halt fuer sinnvolle Investitionen zur Verfuegung gestanden.

Al Borland
00
18.1.2011, 12:34

Und ohne 9/11 wären die amerikanischen Milliarden auch ins Gesundheitssystem gesteckt worden.

Ehrlich.

Ganz sicher.

:-)

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