Türkische Verwicklung in CIA-Gefangenentransporte

17. Jänner 2011, 07:38
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Ankara zog Genehmigung zur Nutzung von Armeestützpunkt im Jahr 2006 wieder zurück

Berlin - Die Türkei hat offenbar entgegen ihren offiziellen Angaben im Jahr 2002 CIA-Flüge zum Transport von Terrorverdächtigen in geheime CIA-Gefängnisse über den Luftwaffenstützpunkt Incirlik genehmigt. Das geht aus einer Wikileaks-Depesche der US-Botschaft in Ankara aus dem Jahr 2006 hervor, die der Zeitung "Die Welt" (Montagausgabe) zugänglich gemacht wurde. Dem Bericht zufolge galt die Genehmigung für Zwischenlandungen solcher Flüge zum Auftanken und wurde erst im Februar 2006 wieder zurückgezogen. Zuvor waren die Flüge öffentlich bekannt geworden, was zu Ermittlungen des Europarates geführt hatte.

In einer als "Secret/Noforn" (geheim, ausländische Staatsbürger dürfen keinen Zugang zum Material erhalten) klassifizierten Depesche der US-Botschaft in Ankara vom Juni 2006 heißt es: "Das türkische Militär hatte uns erlaubt, Incirlik seit 2002 als Auftankstopp für Gefangenentransportoperationen der Operation 'Fundamental Justice' zu benutzen, zog diese Genehmigung jedoch im Februar dieses Jahres zurück."

Verfasser der Depesche sei der Zeitung zufolge der damalige US-Botschafter Wilson, Adressat "Gen. Schwartz" - wahrscheinlich der heutige Generalstabschef der Luftwaffe, Norton A. Schwartz, von 2005 bis 2008 Chef des US Transportation Command. Die türkische Regierung hatte eine Verwicklung in die CIA-Flüge damals dementiert. Nie habe man an solchen CIA-Aktivitäten teilgenommen, zitiert die Zeitung die damalige Erklärung des Regierungssprechers. (APA)

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