Drei Millionen Kuna auf Konten von Sanaders Bruder gefunden

16. Jänner 2011, 22:14
7 Postings

Vinko Sanader ist katholischer Priester - Rätsel über Herkunft des Geldes

Zagreb - Die kroatischen Behörden haben drei Millionen Kuna (405.625 Euro) auf einige Konten des Pfarrers Vinko Sanader gefunden. Dies berichtet kroatische Tageszeitung "Jutarnji list" in ihrer Sonntagsausgabe. Der Priester ist ein Bruder des früheren kroatischen Premiers Ivo Sanader, der sich in Salzburg in Auslieferungshaft befindet. Laut dem Blatt haben die kirchlichen Behörden keine Erklärung für die Herkunft dieses Geld. Sie dürften von der Existenz nicht einmal etwas gewusst haben.

Das Geld wurde offenbar in Rahmen eine groß angelegten Überprüfung aller Mitglieder der Familie Sanader entdeckt. Die Aktion wird von der Anti-Korruptionsstaatsanwaltschaft USKOK seit Bekanntwerden der "Affäre Fimi Media" durchgeführt. Über die Firma "Fimi Media" soll Geld aus staatlichen Unternehmen abgezweigt worden sein.

"Jutarnji" spekulierte am Sonntag, dass Vinko Sanader auch ein Mitglied des Netzwerkes war, mit dessen Hilfe sein Bruders Ivo Steuergelder aus öffentlichen Quellen abzog. Vinko Sanader dementierte am Sonntagabend den Artikel in "Jutarnji list" und forderte, dass seine "menschliche Würde" geschützt werden müsste. "Das ist bloß noch eine weitere in einer Reihe vieler Lügen", betonte der katholische Geistliche.

Der 2009 ohne Angabe von Gründen zurückgetretene Ivo Sanader befindet sich seit über einem Monat in der Justizanstalt Salzburg. Der frühere HDZ-Politiker (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) hatte Kroatien am 9. Dezember verlassen, kurz bevor seine parlamentarische Immunität aufgehoben wurde. Einen Tag später wurde er auf der Tauernautobahn in St. Michael im Lungau wegen Korruptionsverdachtes aufgrund eines internationalen Haftbefehls festgenommen.

Die Auslieferungshaft wurde am 27. Dezember um vier Wochen verlängert. Die nächste Haftprüfungsverhandlung war für 27. Jänner anberaumt worden. Als Gründe für die Verlängerung nannte damals die Haft- und Rechtsschutzrichterin des Landesgerichts Salzburg, dass weiterhin Flucht- und Verdunkelungsgefahr bestehe. Lediglich die Tatbegehungsgefahr sei weggefallen. (APA)

Share if you care.