Zur Finanzierung des Widerstandes gegen Regierung in Colombo -Zehn Verdächtige festgenommen
Genf - Die srilankische Rebellengruppe Befreiungstiger
von Tamil Eealam (LTTE) hat Medienberichten zufolge Millionenbeträge
von in der Schweiz lebenden Tamilen erpresst, um ihren bewaffneten
Widerstand gegen die srilankische Regierung zu finanzieren.
Anfang der Woche habe es landesweit Razzien gegen mehrere
tamilische Einzelpersonen und Firmen mit Sitz in der Schweiz gegeben,
berichteten die Zeitungen "NZZ am Sonntag" und "SonntagsBlick" am
Sonntag. Dabei wurden zehn Verdächtige festgenommen, von denen sich
acht noch immer in Polizeigewahrsam befinden, wie die
Staatsanwaltschaft Anfang der Woche bestätigte.
Kredit aufgenommen
Zu Berichten, wonach der Leiter, der Finanzchef sowie weitere
hochrangige Mitglieder des Schweizer Arms der LTTE festgenommen
worden seien, nahm die Generalstaatsanwaltschaft in Bern keine
Stellung.
Eines der mutmaßlichen Opfer sei von der Rebellenorganisation
gezwungen worden, einen Kredit in Höhe von 80.000 Schweizer Franken
(rund 62.000 Euro) aufzunehmen und das Geld an deren Schweizer Büro
zu überweisen, schrieb der "SonntagsBlick" unter Berufung auf den
Anwalt des mutmaßlichen Opfers.
Während die LTTE in einigen europäischen Ländern und den USA
als
terroristische Gruppierung gilt, ist sie in der Schweiz nicht
verboten. Die LTTE kämpfte bis zu ihrer Zerschlagung durch das
Militär im Jahr 2009 nach eigenen Angaben gegen die Diskriminierung
durch die singhalesische Mehrheit in Sri Lanka. Bei dem 25 Jahre
dauernden Konflikt kamen Zehntausende Menschen ums Leben. (APA/dapd)