Rebellengruppe soll Schweizer Tamilen erpresst haben

16. Jänner 2011, 18:52
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Zur Finanzierung des Widerstandes gegen Regierung in Colombo -Zehn Verdächtige festgenommen

Genf - Die srilankische Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eealam (LTTE) hat Medienberichten zufolge Millionenbeträge von in der Schweiz lebenden Tamilen erpresst, um ihren bewaffneten Widerstand gegen die srilankische Regierung zu finanzieren.

Anfang der Woche habe es landesweit Razzien gegen mehrere tamilische Einzelpersonen und Firmen mit Sitz in der Schweiz gegeben, berichteten die Zeitungen "NZZ am Sonntag" und "SonntagsBlick" am Sonntag. Dabei wurden zehn Verdächtige festgenommen, von denen sich acht noch immer in Polizeigewahrsam befinden, wie die Staatsanwaltschaft Anfang der Woche bestätigte.

Kredit aufgenommen

Zu Berichten, wonach der Leiter, der Finanzchef sowie weitere hochrangige Mitglieder des Schweizer Arms der LTTE festgenommen worden seien, nahm die Generalstaatsanwaltschaft in Bern keine Stellung.

Eines der mutmaßlichen Opfer sei von der Rebellenorganisation gezwungen worden, einen Kredit in Höhe von 80.000 Schweizer Franken (rund 62.000 Euro) aufzunehmen und das Geld an deren Schweizer Büro zu überweisen, schrieb der "SonntagsBlick" unter Berufung auf den Anwalt des mutmaßlichen Opfers.

Während die LTTE in einigen europäischen Ländern und den USA als terroristische Gruppierung gilt, ist sie in der Schweiz nicht verboten. Die LTTE kämpfte bis zu ihrer Zerschlagung durch das Militär im Jahr 2009 nach eigenen Angaben gegen die Diskriminierung durch die singhalesische Mehrheit in Sri Lanka. Bei dem 25 Jahre dauernden Konflikt kamen Zehntausende Menschen ums Leben. (APA/dapd)

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