Nächster Anlauf für Moldau

16. Jänner 2011, 18:38

Neue proeuropäische Regierung in Chisinau im Amt

Chisinau - In der Republik Moldau wurde vergangenen Donnerstag die neue Regierung angelobt, nachdem zum Jahresende nach schwierigen Verhandlungen die Neubildung der Allianz für Europäische Integration (AIE) gelungen war. Die Weiterführung des pro-westlichen Drei-Parteien-Bündnisses aus Liberaldemokraten (PDLM), Demokraten (PD) und Liberalen (PL) impliziert, dass sich das Land weiter von der lange dominanten Kommunistischen Partei (PCRM) distanziert, auch wenn diese bei der Wahl am 28. November mit fast 40 Prozent der Wählerstimmen als Sieger hervorgegangen war.

Ministerpräsident bleibt PDL-Chef Vlad Filat, dessen Partei acht der 18 Minister stellt. Das neue Ministerkabinett sowie dessen Regierungsprogramm sind größtenteils eine Weiterführung der bisherigen AIE-Politik. Elf der bisherigen Minister erhalten ein weiteres Mandat, sieben sind Neubesetzungen. PD-Chef Marian Lupu, dessen Partei fünf Ministerposten erhielt, wurde als Parlamentspräsident eingesetzt und übernimmt als solcher auch interimsmäßig die Funktion des Staatspräsidenten. Unzufrieden zeigte sich lediglich der bisherige kommissarische Staatspräsident und PL-Chef Mihai Ghimpu, weil seiner Partei neben den fünf Ministerposten keine Führungspositionen wie der Antikorruptionsbehörde oder der Generalstaatsanwaltschaft zugestanden wurde. Dennoch betonte er, dass es wichtig sei, dass die Ära "der Kommunisten nun offenbar zur Neige" gehe.

Trotz der neuen Koalition bleibt das politische Patt weiterhin ungelöst. Mit insgesamt 59 Parlamentssitzen verfügt die AIE auch diesmal nicht über eine ausreichende Mehrheit, um den Staatspräsidenten zu ernennen. Laut Verfassung ist dafür eine parlamentarische Drei-Fünftel-Mehrheit, also mindestens 61 Mandate, notwendig. Die Kommunisten enthielten sich bisher bei allen Sitzungen ihrer Stimme.

Krise verlängert

Damit könnte sich die seit Anfang 2009 anhaltende politische Krise weiter verlängern, die zur mehrmaligen Auflösung des Parlaments, vorgezogenen Wahlen, einer Interims-Besetzung des Staatspräsidentenamtes und im April 2009 sogar zu gewalttätigen Ausschreitungen geführt hatte. Dabei hat Moldau als ärmstes Land Europas zusätzlich mit den Auswirkungen der Wirtschaftskrise, der Korruption und dem immer noch lodernden Transnistrien-Konflikt zu kämpfen.

Erklärte Ziele der neuen Regierung sind, neben der europäischen Integration und einer ausgewogenen Außenpolitik die Wiederherstellung der Landesgrenzen, eine umfassende Justizreform, die Dezentralisierung, Wirtschaftswachstum und Armutsbekämpfung. Auch eine Verfassungsreform wird angestrebt. (Laura Balomiri/DER STANDARD, Printausgabe, 17.1.2011)

Kommentar posten
11 Postings
JeanPaulGaultier
12
20.1.2011, 19:25
Moldawien = rumänisches Territorium !

Helmut Hagen Plakolmer
54
16.1.2011, 23:32
rumaenien soll endlich...

sein urspruengliches staatsgebiet wiedrherstelen, einschlilich transnistrien, die russen werden lautstark demonstrieren, das wae es dann schon, und das phaenomen moldawien loest sich ins gebuehrende nichts auf.
die transnistrischen russen werden froh sein buerger dewr EU zu werden

die Posek weiß es besser ...
03
17.1.2011, 19:51

moldau ist schon seit 1812 in russischer machtsphäre (zarenreich) und transnistrien ist nieeee historisches moldauisches gebiet gewesen (also fürstentum oder rumänien) - so einfach ist das also wirklich nicht!!!

Mormoloc
00
18.1.2011, 13:20
Nicht Moldau - Bessarabien.

jaen-dos
00
18.1.2011, 18:27
apropo Bessarabien

Bundespräsident a.D. Horst köhler ist ein Nachkomme von deutschen Siedler, die in Zarenreich zogen.... so gesehen ein Russlanddeutsche))))

Tomás Borge
20
17.1.2011, 11:22
..und Rumänien ist ein vorbildliches

Staatswesen?
Kann ich gar nicht erkennen.

Mormoloc
03
17.1.2011, 09:29
Das "ursprüngliche" Staatsgebiet von Rumänien wäre das von 1859 bzw. 1878...

http://www.euratlas.net/history/e... y_5170.jpg

jaen-dos
01
17.1.2011, 18:10
Deutschland war bis 1939 auch um einiges größer...was hat es jetzt zu bedeuten?

Wenn moldawische Rumänen zurück zu Rumänien wollen ist es ihr Recht. Transnistrien hat menr mit Ukraine zutun, als mit Moldawien(ursprünglich)))

Mormoloc
00
18.1.2011, 13:20
Das sind zwei verschiedene Dinge.

Worum mir es ging, war aufzuzeigen, daß der Begriff "ursprüngliche Grenzen" (gerne auch "historische Grenzen") Schwachsinn ist. Als Rumänien unter dem Namen im 19. Jahrundert gegründet wurde, war Bessarabien eben kein Teil davon.

Und Transnistrien hat mit Moldawien (!!!) sehr wohl etwas zu tun, stellt es doch den Beginn Moldawiens dar, Nur mit der Moldau hat es nichts zu tun.

Stalo Ramón
01
17.1.2011, 14:43
Einverstanden,

solange Siebenbürgen nicht an den Orban fällt!^^

Mormoloc
00
18.1.2011, 13:21
Gibt es die Báthorys noch?

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