Schweizer Banker gibt WikiLeaks brisante Daten

17. Jänner 2011, 17:38

Assange übernimmt Dateien in London - Daten über mutmaßliche Steuerbetrüger müssen erst ausgewertet werden

London - Der ehemalige hochrangige Manager der Schweizer Privatbank Julius Bär, Rudolf Elmer, hat der Internetplattform Wikileaks Tausende Daten von mutmaßlichen Steuerbetrügern zur Auswertung und Veröffentlichung übergeben. Der Gründer der Enthüllungsseite, Julian Assange, nahm die über Jahre gesammelten Dateien am Montag in London auf CDs entgegen. "Wir werden diese Informationen so behandeln, wie wir alle anderen Informationen auch behandeln, die wir bekommen", sagte Assange. "Es wird eine vollständige Offenlegung geben." Elmer hatte angekündigt, zunächst keine Namen von Firmen oder Personen bekanntgeben zu wollen.

Auswertung werde dauern

Die Auswertung der Daten werde nun vermutlich einige Wochen oder sogar länger dauern, erläuterte Assange. Man werde sie nach den üblichen Wikileaks-Methoden zum Beispiel auf Widersprüche überprüfen oder Experten und andere Insider kontaktieren.

Die Schweizer Zeitung "Der Sonntag" hatte berichtet, die Daten enthielten Namen, Vermögensangaben und Kontobewegungen von rund 2.000 Bankkunden, die ihr Geld am Fiskus vorbei deponiert haben sollen. "Die Dokumente zeigen, dass sie sich hinter dem Bankgeheimnis verstecken, um möglicherweise Steuern zu vermeiden", sagt Elmer der Zeitung. Mit dabei seien Multimillionäre, internationale Konzerne und Hedge-Fonds aus zahlreichen Ländern, etwa aus der Schweiz, Deutschland, den USA und Großbritannien. Laut Elmer sollen auch Künstler und rund 40 Politiker darunter sein.

Nach eigenen Angaben hat Elmer bereits vor Jahren dem damaligen deutschen Finanzminister Peer Steinbrück ohne Geldforderung Material angeboten, jedoch keine Antwort auf sein Schreiben bekommen.

Elmer saß in der Schweiz bereits ein

Elmer hatte bereits früher mit Wikileaks zusammengearbeitet. Während seiner Zeit bei der Bank Julius Bär auf den Cayman-Inseln hatte er geheime Kundendaten gesammelt und später veröffentlicht. Damit hatte er in mehreren Ländern Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung ausgelöst. Der frühere Banker war in der Schweiz 30 Tage lang in Haft. Am Mittwoch muss er sich vor dem Bezirksgericht in Zürich wegen des Vorwurfs der Verletzung des Bankgeheimnisses und der Nötigung verantworten.

Nach seiner Rückkehr von den Cayman-Inseln in die Schweiz sei er zu dem Entschluss gekommen, die Öffentlichkeit über das wahre Ausmaß des internationalen Steuerbetrugs zu informieren. Er werde verfolgt und unter Druck gesetzt, beteuerte er.

Die Initiatoren von Wikileaks hatten bereits vor Wochen angekündigt, Anfang 2011 mit ihren Enthüllungen eine amerikanische Großbank ins Visier nehmen zu wollen - Börsianern zufolge könnte dies die Bank of America sein. Wikileaks-Gründer Assange hatte in "Forbes" die Veröffentlichung von Material aus der Finanzbranche angekündigt, das "ungeheuerliche Übertretungen" und "unethische Praktiken" enthalte.

Wikileaks hat bisher in drei größeren Fällen geheime oder vertrauliche Dokumente aus Wirtschaftsunternehmen veröffentlicht. Nach den Veröffentlichungen Elmers über die Julius Bär Bank im Februar 2008, kamen im Juli 2009 interne Dokumente der isländischen Kaupthing Bank zum Vorschein, aus denen hervorging, dass die Bank Milliardenkredite ohne wirkliche Sicherheiten an die Aktionäre vergeben hatte. Ende 2009 tauchten bei Wikileaks Fragmente der geheimen Maut-Verträge zwischen der Bundesregierung und dem Maut-Betreiber Toll Collect auf. (APA/dpa)

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Ex-Muslim
00

"auf den Cayman-Inseln hatte er geheime Kundendaten gesammelt und später veröffentlicht. Damit hatte er in mehreren Ländern Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung ausgelöst"

Klasse. Eigentlich hätte man ihm einen Orden verleihen sollen, oder bestrafen die Staaten nun nicht mehr Steuerhinterzieher sondernjene die es aufdecken?

Fritz Wunderlich
10
27.1.2011, 11:55
ulrichsasd
00
19.1.2011, 22:24
hut ab vor dem uneigennützigen mut elmers

Ann Ecker
00
21.4.2011, 22:08
.. uneigennützig oder nicht - die Motive des Herrn sind seine Sache

und uns egal - wichtig ist, dass es bei unsauberen Geschäften früher oder später immer wieder Lecks gibt, durch die anscheinend sichere Betrügereien ans Licht kommen ... der Student geht so lange zur Mensa, bis er bricht ...

Bagel
02
19.1.2011, 10:28

Als nächtes: Die Namen aller Priester, die Pornos bestellt haben.

Schön langsam wird es ungut.

Ex-Muslim
00

Das wird eine lange Liste.

ulrichsasd
00
19.1.2011, 22:24
na warum denn nicht?

AntiFa201
01
18.1.2011, 12:38

na hoffentlich findet sich auch ein geheimes westerwelle konto auf der CD. schließlich war die mövenpickpartei schon immer käuflich: http://de.wikipedia.org/wiki/Flic... ff%C3%A4re

Träume sind Schäume..
22
18.1.2011, 11:55
Langsam wird ungut

Ich will nicht dass irgendsoein Spitzel meine Bankdaten herausgibt.

Nicht dass ich ein Konto in der Schweiz hätte,
Oder groß Kohle auf dem Konto, meist klamm.

Aber warum sollen Überweisungen an Tourismusfirmen (Urlaub), Amazon Bestellungen, Billa Bankomat. Miete usw. für die Öffentlichkeit einsehbar sein?
Sicher nicht.

Schutz von privaten Daten sollte auch für selbsternannte Transparenzfreaks gelten.

Was kommt als Nächstes.
Dass Firmen gezielt Werbeangebote nach dem Kaufverhalten von Bürgern anahnd von Kontobewegungen zusammenstellen?
Oder der Nachbar seinen Neidkomplex ausleben kann ;)

ulrichsasd
10
19.1.2011, 22:27
haaaalo mein lieber , das mit der werbung ist schon längst realität. wieviel auch immer aufgedeckt oder veröffentlicht wird, die firmen haben 10x so viel informationen wie dir lieb ist, du unerschrockener verteidiger der sogenannten privatsphäre

Arbeit für die Zensur
10
18.1.2011, 09:37

also könnte man sagen: Lauter Gauner und 1 ehrlicher Banker

trollvottel
02
18.1.2011, 11:19

Ein Banker, der bei einem schweizer Schwarzgelddepot hackelt, seine Kunden betrügt und deren Daten veröffentlicht, ist alles andere als "ehrlich".

Pi der Grieche
02
18.1.2011, 10:51

Lauter Gauner. Der Eine will nur die Konkurrenz ausschalten.

frei raum
11
18.1.2011, 09:26
Gut so...

immer heraus mit den faulen Eiern!

blackbeauty3
02
18.1.2011, 07:42

Wenn Gesetze nicht eingehalten werden muß es Konsequenzen geben. Die Frage stellt sich jedoch ob die Gesetzgebung in Ordnung ist. Eine derart hohe Steuerquote zwingt zum Missbrauch.
Klein und Mittelbetriebe und auch Privatpersonen müssen auf Punkt und Beistrich die hohe Steuerquote tragen. Internat. Konzerne zahlen fast überhaupt keine Steuern und werden vom Staat noch mit Steuerfreiheiten in das Land gelockt und bekommen noch gewaltige Zuschüsse. Da stimmt einiges nicht, nicht nur die paar Steuerhinterzieher....

1116er
00
19.1.2011, 12:03
wenn ich demnächst beim einbrechen erwischt werden sollte,

werde ich vor dem richter argumentieren: ich wurde ja auch durch die steuer bestohlen!

steuerhinterziehung ist diebstahl an denjenigen, die ihre steuern ehrlich zahlen.

Thomas K
00
18.1.2011, 10:50

auch wenn Sie mit "hoher Steuerquote" recht haben:

"zwingt zum Missbrauch"
Sorry. Zum Missbrauch wird niemand gezwungen.
Das ist eine freie Entscheidung.

ulrichsasd
00
19.1.2011, 22:29
das mit der hohen steuerquote ist mal allererst eine konservative lüge, die die steuer und alle anderen leistungen wie sozialversicherung, krankenversicherung , 13. und 14 . Gehalt auch der von ihr so genannten steuerquote zurechnet

blackbeauty3
00
18.1.2011, 22:19

Da muss ich ihnen leider wiedersprechen. Als mittel oder kleinbetrieb misst du gnadenlos ohne wenn und aber die steuer abführen (eine gewaltige belastung für eine kleine nicht so kapitalintensive firma) die grossen bekommen das ohne probleme hin (ich meine die Mwst und nicht die gewinnsteuer) und damit drängen sie dich aus dem markt, du bist schnell flexibel und kreativ hast aber aufgrund der gesetzgebung mit massiven nachteilen zu kämpfen......... beim gewinn erst gute nacht da gibt es überhaupt keine augenhöhe mehr mit den konzernen......

ulrichsasd
00
19.1.2011, 22:30
thats it

Karl Labruni
00
18.1.2011, 08:30
Au der CD werden kaum "nur ein paar Steuerhinterzieher" zu finden sein, ...

sondern eben gerade die geforderten Konzerne (und deren Macher dahinter).

blackbeauty3
02
18.1.2011, 08:41

Die Konzerne werden dort kaum zu finden sein. Warum auch? Die müssen keine Steuern zahlen, ganz offiziell, und bekommen auch noch kräftige Förderungen.

Arbeit für die Zensur
00
18.1.2011, 09:38

STIMMT, so wie der steinreiche Red Bull - der bekommt von der EU noch eine Landwirtschaftsförderung.

Knochenmann
00
19.1.2011, 15:46

Die wird nur an Red Bull ausbezahlt, landet aber am Ende bei den Zuckerrübenbauern.

Herzerzog Johann
00
18.1.2011, 09:53

Red Bull braucht die nicht, die könnten auch woanders kaufen. Die EU will halt ihren Zucker anbringen.

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