Riesentorlauf in Marburg abgebrochen

15. Jänner 2011, 11:44
8 Postings

Nach 25 Läuferinnen war Schluss - Schlechte Piste machte Abbruch notwendig

Maribor - Der Damen-Riesentorlauf am Samstag in Maribor ist wie befürchtet abgesagt worden. Nach tagelangem Warmwetter hatte man das Rennen dank chemischer Pistenbehandlung zwar gestartet, nach 25 Läuferinnen brach FIS-Renndirektor Atle Skaardal wegen der eklatanten Pistenprobleme aber ab. Die Absage bringt das ÖSV-Damenteam hinsichtlich WM-Aufstellung in Zugzwang, denn das Rennen wird nur schwer nachzuholen sein. Am Sonntag soll trotz des anhaltenden Warmwetters in Slowenien der geplante Slalom durchgeführt werden.

Dass es mit dem Kunstschneeband auf dem Bachern wegen der frühlingshaften Temperaturen von bis zu 13 Grad plus Probleme geben würde, hatte sich seit Tagen abgezeichnet. Dank Sprühbalken und PTX hatte man noch zu retten versucht, was zu retten war, ÖSV-Coach Andi Moser hatte einen flüssigen Kurs gesetzt. Die Piste gab aber wie befürchtet trotzdem rasch nach. Nach der US-Amerikanerin Sarah Schleper sowie einer kurzen Besprechung am Hang war Schluss.

Nummer eins führte

Zum Zeitpunkt des Abbruchs führte die deutsche Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg vor der Lokalmatadorin Tina Maze, also die Startnummer eins vor der Nummer zwei. Als beste Österreicherin lag Vorjahres-Siegerin Kathrin Zettel mit 76 Hundertstel Rückstand auf Platz fünf während Elisabeth Görgl, die bei einem eklatanten Fehlstart die Zeitnehmung zu früh ausgelöst hatte, nur auf Rang elf aufschien und die restlichen ÖSV-Damen weit abgeschlagen waren.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ÖSV-Damenchef Herbert Mandl die am Start wartenden Nicole Hosp und Marlies Schild aus Sicherheitsgründen bereits aus dem Rennen genommen. "Das waren keine Furchen mehr, sondern schon Gruben. Wenn man die nicht richtig erwischt, wäre es gemeingefährlich geworden", begründete Mandl die Maßnahme, die nicht unwesentlich für den Abbruch war.

Eine Frage der Fairness

"Die Piste ist schnell gebrochen, speziell im unteren Teil. Es war nicht fair", bestätigte Zettel, während sich Görgl vor allem über ihren Fehlstart ärgerte. "Ein Großteil meines Rückstands ging auf diesen Fehler zurück, das war ein Blödsinn von mir", ärgerte sich die Steirerin.

Michaela Kirchgasser trauerte als 23. bei fast drei Sekunden Rückstand der Chance, Lauf zwei eventuell mit einer guten Startnummer in Angriff nehmen zu können, nicht eine Sekunde nach. "Die Absage ist zwar schade, sportlich ist es aber fairer", meinte die Salzburgerin. "So ist Freiluftsport. Manchmal hat man Glück, manchmal Pech."

Andrea Fischbacher war im oberen Flachteil eine der schnellsten gewesen. "Ab dann hast du dich aber nur noch eingegraben. Schnell zu fahren war im unteren Teil nicht mehr möglich", erklärte die Super-G-Olympiasiegerin. Auch die führende Rebensburg sah die Absage ein. "Angesichts der Bedingungen war das das Optimum, was man an einer Piste herbringen konnte. Trotzdem hat die Strecke sehr schnell nachgegeben."

Am Sonntag soll trotz der anhaltenden Warmwetters der Slalom durchgeführt werden, man hofft auf sinkende Temperaturen. Wenige Wochen vor der WM gleich beide Rennen zu verlieren, wäre katastrophal. Der Riesentorlauf kann vor der WM wohl kaum noch nachgetragen werden, damit bleibt nur noch der Bewerb am 5. Februar in Zwiesel, um das ÖSV-WM-Team zu ermitteln.

WM-Frage

Gerade im Riesentorlauf ist bei den ÖSV-Damen noch viel offen. Nur Görgl (zweimal 4.) und Zettel (7./8.) sollten fix sein, neben Fischbacher (6./9.) haben auch noch Hosp (7.), Marlies Schild (Laufbestzeit in St. Moritz) aber auch Margret Altacher (Laufbestzeit in Aspen) Chancen, in Garmisch im Riesentorlauf anzutreten.

Selbst Eva-Maria Brem könnte sich in ihrer Comeback-Saison mit einem Top-Ergebnis am Arber noch zur WM katapultieren. "Es wäre schade gewesen, wenn so ein Rennen darüber entscheidet, wer zur WM fahren darf", sagte die Tirolerin, die beim Abbruch nur auf Platz 21 lag. "Es ist zwar schade für die Fans, aber für uns es geht einfach um zu viel", begrüßte sie daher die Absage. (APA)

Share if you care.