Darabos für schwedisches Modell

15. Jänner 2011, 10:47
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Verteidigungsminister bevorzugt Berufsarmee mit freiwilliger Miliz - Sieben Varianten am Montag - Befürworter der Wehrpflicht laut Umfragen in der Minderheit - Präsentation am Montag

Wien - Verteidigungsminister Norbert Darabos will am Montag seine sieben Modelle für die Abschaffung der Wehrpflicht vorlegen. Er persönlich bevorzugt das schwedische Modell eines Berufsheers mit einer starken Milizkomponente, wie er im "profil" sagt. "Wenn man das schwedische Modell betrachtet, erkennt man, dass man vom jetzigen System gar nicht so klar abweichen muss, wenn man ein Freiwilligen-Heer beschicken will", so Darabos laut einer Vorabmeldung der Zeitschrift.

Das schwedische Modell würde laut Darabos auf ein 15.000 bis 16.000 Mann starkes Berufsheer hinauslaufen, dazu würden 1.000 freiwillige Milizsoldaten pro Jahr sowie Zeitsoldaten kommen. Die unter Amtsvorgänger Günther Platter (V) abgeschafften verpflichtenden Milizübungen würde Darabos wieder einführen. Außerdem will der Minister "die Hälfte des schweren Geräts, Panzer und Artillerie verkaufen oder verschrotten lassen". Für Neueintretende Berufssoldaten soll es eine Verpflichtung zu Auslandseinsätzen geben. Seinen Meinungsschwenk in Sachen Wehrpflicht begründet Darabos damit, dass er durch die "vertiefte Beschäftigung mit den Armeen anderer Länder" seine "Haltung überdacht" habe.

36 Prozent der Österreicher für Wehrpflicht

Die Zustimmung der Österreicher zur Wehrpflicht ist indessen offenbar im Sinken begriffen. Während sich im Sommer des Vorjahres noch 42 Prozent der Österreicher für die Beibehaltung der Wehrpflicht aussprachen, sind es in einer vom "profil" veröffentlichten Umfrage der Karmasin Motivforschung nur noch 36 Prozent. 42 Prozent plädieren demnach für ein Berufsheer, 20 Prozent für ein Freiwilligenheer. Laut einer Gallup-Umfrage in "Österreich" (Samstag-Ausgabe) sind überhaupt nur 21 Prozent für die Beibehaltung der Wehrpflicht. 46 Prozent plädieren demnach für eine Mischform aus Freiwilligen- und Berufsheer, 27 Prozent für eine reine Berufsarmee.

Bei einer Volksabstimmung würden laut Gallup (400 Telefoninterviews zwischen am 12. und 13. Jänner) derzeit 60 Prozent für ein Freiwilligen-Heer nach schwedischem Vorbild stimmen, 31 Prozent wären dagegen, neun Prozent machten keine Angaben. Klar für die Abschaffung der Wehrpflicht wären demnach nicht nur 80 Prozent der SP-Wähler und 72 Prozent der Anhänger der Grünen, sondern auch die Wähler von ÖVP (57 Prozent) und FPÖ (60 Prozent), deren Parteien der Abschaffung der Wehrpflicht skeptisch gegenüberstehen. (APA)

  • Verteidigungminister Darabos (links) neben Generalstabschef Entacher, der der Abschaffung der Wehrpflicht kritisch gegenübersteht.
    foto: matthias cremer

    Verteidigungminister Darabos (links) neben Generalstabschef Entacher, der der Abschaffung der Wehrpflicht kritisch gegenübersteht.

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