Auftakt nach Maß für Szilagyi und Co.

14. Jänner 2011, 23:18
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Österreichs Handballer bezwingen im ersten WM-Spiel Brasilien klar mit 34:24 - Konrad Wilczynski mit neun Treffern in seinem Jubiläumsspiel

Norrköping - Österreichs Handball-Männer sind zum Start der WM in Schweden ihrer Favoritenrolle vollauf gerecht geworden. Zum Auftakt der Gruppe B siegte die Auswahl von Teamchef Magnus Andersson am Freitag gegen Brasilien ungefährdet 34:24 (17:13). Die besten Torschützen der Rot-Weiß-Roten waren die Flügelspieler Konrad Wilczynski (9 Treffer in seinem 100. Länderspiel) und Robert Weber (6).

Nach dem gelungenen Auftakt wartet auf die Österreicher bereits am Samstag mit Japan um 18.45 Uhr neuerlich in Norrköping die nächste Aufgabe. Um das erklärte Ziel Hauptrunde zu erreichen, müssen die Österreicher in den Top-Drei landen. Am ersten Spieltag gab es in der ÖHB-Gruppe Favoritensiege: Neben dem Erfolg der Österreicher fuhren auch Island (32:26 gegen Ungarn) und Norwegen (35:29 gegen Japan) der Papierform gemäß die Punkte ein.

Andersson, der auf Flügel Michael Jochum (Magendarminfekt) verzichten musste, begann mit einer kleinen Überraschung in der Startaufstellung. Statt Janko Bozovic kam Bernd Friede neben Viktor Szilagyi und Roland Schlinger im Rückraum zum Zug. Friede sorgte auch nach 19 Sekunden fürs erste rot-weiß-rote WM-Tor seit 1993 und legte damit die Basis für einen guten Start.

Holpriger Start

Die 4:1-Führung (6. Minute) war aber rasch dahin, Brasilien schlug angeführt vom starken Kapitän Leonardo Bortolini zurück und führte nach elf Minuten erstmals 6:5. Die athletischen Südamerikaner blieben dran, in den letzten sechs Minuten der ersten Spielhälfte setzten sich die Österreicher dann aber zur Freude der etwa 100 nach Schweden mitgereisten Landsleute ab. Dank besserer Deckungsarbeit und starker Wurfausbeute gingen Szilagyi und Co. mit einer recht komfortablen 17:13-Führung in die Pause.

Dass der Vorsprung nicht mehr entscheidend schmolz, war vor allem Nikola Marinovic zu verdanken. Der Goalie zeigte zahlreiche Paraden und besserte damit die zunächst schwächere Wurfleistung seiner Vorderleute aus. Als Lohn dafür gab es nach Spielende für Marinovic die Wahl zum "Man of the Match". Die Brasilianer probierten es mit einer Manndeckung gegen Szilagyi, kamen aber nicht mehr entscheidend näher. Der Vorsprung im Finish war so klar, dass Andersson alle Kaderspieler einsetzen und damit auch Kräfte des Stammpersonals schonen konnte.

Videos statt Nachtruhe

Zeit zum Feiern blieb den Österreichern aber keine. Nach dem Spiel nahm das Team in der Halle in Norrköping einen Mitternachtssnack ein, danach ging es mit dem Bus zurück ins Teamquartier im 40 Kilometer entfernten Linköping. Dort begann für Teamchef Andersson dann die Nachtschicht, auf dem Programm stand das Videostudium der eigenen Partie sowie des Spiels der Japaner gegen Norwegen.

Auch gegen Japan am Samstag ist die ÖHB-Auswahl zu favorisieren, die Asiaten praktizieren jedoch eine sehr unorthodoxen und unangenehmen Handball. (APA)

Österreich - Brasilien 34:24 (17:13)

Norrköping, Himmelstalundshallen, 500, SR Geipel/Helbig (GER)

Tore: Wilczynski 9, Weber 6, Szilagyi 5, Bozovic 4, Fölser 3, Schlinger 3, Posch 2, Kainmüller 1, Friede 1 bzw. Bortolini 4, Santos 4, Chiuffa 3, Pacheco 3, Tupan 3, Pires 2, Kojoroski 1, Ribeiro 1, Teixeira 1, Pozzer 1, Cardoso 1

Stimmen:

Magnus Andersson (ÖHB-Teamchef): "Es war eine Riesenanspannung, dieses Spiel war wichtig für uns. Ich bin sehr zufrieden, wir haben gut gespielt, viele Chancen im Angriff gehabt, aber auch ein paar Fehler gemacht. Morgen kommt noch ein schweres Spiel. Wir haben heute gesehen, dass Japan gefährlich ist."

Viktor Szilagyi (ÖHB-Kapitän): "Wir sind mit der richtigen Einstellung ins Spiel gegangen, haben gerade in der Deckung das getan, was wir uns vorgenommen haben. Sie haben dann Abspielfehler gemacht, die wir bestraft haben. Wir haben aber teilweise zu früh abgeschlossen, weil wir es auch nicht gewohnt sind, so viele Chancen zu bekommen. Dass im ersten Spiel nicht alles klappt, war klar. Aber das ist ein Auftaktspiel, das erfolgreich war. Das macht uns glücklich, es ist noch Potenzial nach oben."

Konrad Wilczynski (bester Werfer ÖHB-Team): "Wir sind sehr erleichtert, weil wir viel Respekt hatten, waren aber sehr gut eingestellt. Zu Beginn hatten wir Probleme, aber mit Fortdauer des Spiels haben wir alles gut im Griff gehabt. Die Abwehr stand gut, Marinovic hat sehr gut gehalten."

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    Kapitän Szilagyi sieht den Ball ein ums andere Mal im brasilianischen Tor 

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    Erstes Spiel, erste Jubelposen.

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    Konrad Wilczynski feiert ein gelungenes Jubiläum.

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    Teamchef Andersson sah seine Mannschaft nur selten in Bedrängnis.

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