Ab in die Beziehungskiste!

14. Jänner 2011, 18:29
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Warum sich auch Heterosexuelle verpartnern sollten und was es mit der Ein-Nacht-Gepartnerung auf sich hat

Die zuständige Stadträtin von Wien äußerte ihr Erstaunen darüber, dass sich 2010 weniger Paare "verpartnert" haben als erwartet. Vielleicht liegt das daran, dass sich nur gleichgeschlechtliche Paare verpartnern dürfen. Als Hetero muss man gleich heiraten oder lebt in einer Wilden Ehe zusammen, die aber meist halb so wild ist, und in der Regel längerfristig ebenfalls zur Zähmung vor dem Standesamt führt. Weshalb kann man(n) sich nicht einfach auch hetero verpartnern?

Ich habe mich in meinem Leben einige Male verpartnert, und das manchmal so gründlich, dass ich nun nicht Double, sondern Single bin. Freilich habe ich mich als solcher immer wieder fallweise mit einer Frau gepartnert, wenn auch meist nur kurzfristig. Mitunter handelte es sich dabei auch um eine Ein-Nacht-Gepartnerung, kurz ENG genannt. Ich hätte auch grundsätzlich nichts gegen eine längerfristige Bepartnerung einzuwenden; allerdings werden die partnerungswilligen Frauen immer weniger.

Als ich jung war, haben wir uns nicht verpartnert, sondern waren verhabert oder schlicht bezogen. Eine Beziehung mit einer frisch Bezogenen in einem nicht immer frisch bezogenen Bett (auch Beziehungs-Kiste genannt) konnte durchaus erfrischend sein, konnte allerdings bei längerer Verweildauer oder drohender Nachhaltigkeit durchaus zu einer sogenannten Beziehungs-Krise führen, die meist mit einer radikalen Entziehung bzw. Entpartnerung endete.

All diese Erfahrung haben mich à la longue beziehungsweise gemacht und ich bin mit mir eine Solo-Partnerschaft eingegangen, die zwar nicht eingetragen ist, dafür aber liebevoll und lebenslänglich. (Günther Schatzdorfer, DER STANDARD-Printausgabe, 15.1.2011)

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