"Wir sind ja keine Tankstelle"

14. Jänner 2011, 18:22
  • Andreas Treichl: "Faktum ist, dass diese Generation auf Kosten der nächsten Generationen 
lebt."
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    Andreas Treichl: "Faktum ist, dass diese Generation auf Kosten der nächsten Generationen lebt."

Banken können wegen neuer Steuern nicht einfach die Preisschilder auswechseln, meint Erste-Group-Chef Andreas Treichl

Banken können wegen neuer Steuern nicht einfach die Preisschilder auswechseln, meint Erste-Group-Chef Andreas Treichl. An der Regierung lässt er kein gutes Haar. Die Fragen stellte Andreas Schnauder.

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STANDARD: Das Sparpaket hat in Österreich für gehörigen Protest gesorgt. Für Sie verständlich?

Treichl: Ich sehe die harten Sanierungsmaßnahmen nicht. Lediglich bei einer Gruppe, die sich nicht sehr wehren kann, hat es Einschnitte gegeben, nämlich bei den Familien. Ob das so vernünftig ist, weiß ich nicht. Das Budget halte ich für eine vertane Chance. Es ist Aufgabe der Politik, jetzt Strukturreformen zu setzen, die die Wettbewerbsfähigkeit erhalten. Das ist verabsäumt worden, kann von der Regierung aber noch 2011 nachgeholt werden. Wenn sie das nicht tut, wird sie als jene Regierung in die Geschichte eingehen, die dem Land den schlechtesten Dienst in der Geschichte der Nachkriegszeit erwiesen hat.

STANDARD: Bundeskanzler Faymann meint aber, man solle sich von einer Verwaltungsreform nicht zu viel erwarten.

Treichl: Das hängt davon ab, wie man sie umsetzt. Wenn wir so weitermachen, vergeben wir die Chance, Österreich zu einem wirklich starken Land in der EU zu machen. Die Politik muss sich weg von der Ausrichtung auf Wahltermine hin zu langfristigen Zielen umorientieren. Egal, ob wir über Strukturreformen im Staat, bei der Bahn oder im Pensionssystem reden: Faktum ist, dass diese Generation auf Kosten der nächsten Generationen lebt.

STANDARD: Warum wehren sich die Jüngeren nicht?

Treichl: Ich weiß es nicht. Wenn man sich ansieht, wofür die Studenten auf die Straße gehen, wundert man sich schon, dass es bei diesen Themen nicht viel stärkere Unmutsäußerungen gibt.

STANDARD: Können Sie mit der Bankenabgabe leben?

Treichl: Ich bin sehr unglücklich über die Ausgestaltung. Die Banken sind bereit, einen Beitrag zu leisten, um das AAA-Rating der Republik langfristig abzusichern. Das ist ja auch in unserem eigenen Interesse. Das erfordert jetzt Maßnahmen, will man verhindern, dass wir dieses in fünf oder zehn Jahren verlieren. Wir wären gerne bereit gewesen, mehr beizutragen, wenn es im Gegenzug eine Zweckbindung für Bildung gegeben hätte. Wenn wir nichts tun, ist die Top-Bonitätsnote AAA 2020 weg. Auch eine Zweckwidmung für einen Krisenfonds wäre von Nutzen gewesen. Das ist alles nicht gekommen. Dass auch noch die Länder einen Anteil an der Bankenabgabe erhalten, dafür fehlt mir jedes Verständnis.

STANDARD: Die Staatsschulden sind auch ein europäisches Thema. Sehen Sie das schrittweise Vorgehen der EU zur Rettung angeschlagener Staaten als Schwäche oder Taktik?

Treichl: Ich glaube leider nicht, dass es Absicht ist. Im Endeffekt muss das aber gar nicht schlecht sein. Europa kann das Problem Griechenland, Irland und Portugal verkraften, Spanien, Italien und vielleicht Frankreich hingegen nicht. Die Frage, die sich jetzt stellt ist: Können Spanien und Italien mit ihren Problemen allein fertigwerden? Wenn das der Fall ist, kann man zugeben, dass man in Griechenland umschulden muss, ohne dass eine Kettenreaktion entsteht. Wenn das Taktik sein sollte, ist das Hinausschieben sehr geschickt. Wenn man jetzt zugibt, dass das Problem Griechenland nicht lösbar ist, würde sich die Lage dieser Länder dramatisch verschärfen. Klar ist, dass EZB-Chef Jean-Claude Trichet seinen Job bei der Krisenbekämpfung ausgezeichnet macht.

STANDARD: Lässt sich die Politik von den Märkten treiben?

Treichl:  Die Medien lassen sich auch von den Märkten treiben. Erinnern wir uns: Wenn Paul Krugman, Goldman Sachs und Merrill Lynch sagen, Osteuropa ist ein Kas und wird untergehen, schreiben das erst internationale und dann nationale Medien. Wenn private Investoren Griechenland nicht kaufen, bekommt das Land kein Geld. Der Markt, das sind Pensionsfonds, Versicherungen und so weiter.

STANDARD: Mit den Staatsanleihen der angeschlagenen Länder lassen sich beste Geschäfte machen: Hohe Zinsen und volle Absicherung durch den Euro-Rettungsfonds beziehungsweise den Steuerzahler.

Treichl: Gehen Sie hinunter in die Filiale und kaufen Sie eine Griechenland-Anleihe, wenn Sie eine haben wollen. Das ist doch nicht eine Sache der Banken. Es steht jedem frei, das zu tun.

STANDARD: Faktum ist, dass Staatsanleihen mit Basel III risikofrei gestellt werden.

Treichl: Das Basel-III-Regime fördert die Finanzierung von Staaten, da wir - im Gegensatz zu Krediten an die Unternehmen - diese Anleihen nicht mit Kapital unterlegen müssen. Wie man damit die Wirtschaft ankurbelt, frag ich mich. Eine Änderung muss kommen.

STANDARD: Wie werden sich die Belastungen aus Basel III, Bankensteuer, Einlagensicherung u. a. auf die Kunden auswirken?

Treichl: Wir sind ja keine Tankstellen und können bei einer Steuererhöhung nicht einfach die Preisschilder auswechseln. Mit der Mineralölsteuer stellen alle Tankstellen um. Die Bankensteuer zahlen hingegen im Wesentlichen die drei großen Banken Erste, Bank Austria und Raiffeisenbank, die Kleinen großteils nicht. Wenn wir das überwälzen, werden wir Wettbewerbsnachteile gegenüber diesen Instituten haben, die von der Bankensteuer nicht oder kaum betroffen sind. Was zu 100 Prozent einen Einfluss haben muss, ist dass sich über die nächsten neun Jahre die Eigenkapitalerfordernisse an die Banken verdreifachen.

STANDARD: Dank des Prädikats "systemrelevant" wird in Europa so gut wie jede marode Bank aufgefangen. Was halten Sie davon?

Treichl: Europa würde es sehr gut tun, wenn einige der jetzt in staatlichem Besitz befindliche Institute und einige andere auch ihre Existenz möglichst bald beenden. Eine Marktbereinigung ist dringend notwendig - auch in Österreich. Allerdings muss man bei einer Insolvenzordnung auch eine Lösung für die Einlagen finden.

STANDARD: Ist der Höhepunkt bei den Kreditausfällen in Osteuropa überschritten?

Treichl: In Rumänien wird das erst Mitte dieses Jahres der Fall sein, in Tschechien, Polen und der Slowakei hat das schon stattgefunden. Für die Erste Group liegt der Höhepunkt der Abschreibungen hinter uns. Die Region hat sich deutlich stabilisiert. Die CDS (Ausfallsprämien) liegen erstmals unter denen Westeuropas. Der Osten wird den Westen outperformen, auch weil die Belastungen niedriger sind.

STANDARD: Werden Sie Ihre Position dort durch Zukäufe stärken?

Treichl: Wir sind die Bank des Ostens der EU und wollen unsere Position stärken. Wir schauen uns einiges an. In Polen, Ungarn und am Westbalkan gibt es Potenzial. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15./16.1.2011)

ANDREAS TREICHL (58) stammt aus einer Banker-Familie, studierte Volkswirtschaft in Wien und leitet seit 1997 die Erste Bank, seit 2008 die Holding.

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Banker Gequatsche...

In der Krise zählten für die Erste Bank nur

doppelte Sicherheiten, die Beziehung zu langjährigen Kunden war Ihnen völlig egal.

Die sollten Ihren Slogan umändern in "in jeder Beziehung mit der Erste Bank zählen nur durchgeknallte Riskmanager"..

...und wir sind keine Melkkuh...

...um zu glauben, dass sie sich von den Schweinereien der studierten BWLer und sonstigen weltweit selbsternannten Gurus, die die komplette Wirtschaft in den Ruin, Arbeitslosigkeit und Lohnverzicht spielend geschafft haben, absentieren können.
Sie haften für diese Gruppe solidarisch mit.
Und den Rothensteiner legens gleich mal übers Knie...
Da gibts auch Generaldirektoren, die Aktien bei einem Stand von € 6,- gekauft haben und Monate später um € 25,- wieder verkauft haben.....
Gewinn bei der Kassa abholen.
Ja, wenn man das Kapital hat....

wenn ich mir das bild anschau vergeht mir alles

Spekulationen

ich würde ja meinen, dass Spekulationen an sich nichts Schlimmes sind.

Aber dann bitte mit einer Varianz in beide Richtungen. Wenn ich durch Spekulation verdiene ... schön, wenn ich dabei pleite geh ... auch mein Pech.

Was hier gemacht wird, hebelt alle "Gesetze" des Marktes aus. Man muss eine Bank, und vor allem ihre Manager, auch Pleite gehen lassen können. Zur Not übernimmt dann die Zentralbank die Geldversorgung der Wirtschaft.

Und Spekulationen nur mit dem eigenen Geld, Finger weg von den Einlagen, die höchstens für konservative Kreditvergabe verwendet werden dürfen.

Das große Problem ist, dass die Banken wirklich ein Sonderplatzerl im Staat haben, und obwohl sie genauso wie Tankstellen unternehmerisch - also in Gewinnerzielungsabsicht - tätig sind, nicht danach behandelt werden.

Das beginnt bei den illegalen Preisabsprachen der Banken, die bloß einmal von außerhalb, nämlich der EU, beanstandet wurden und jetzt wieder stillschweigend hingenommen werden, und endet mit staatlichen Sonderzuckerln, die trotz Misswirtschaft und unmäßigen Zahlungen an Leute wie diesen Treichel nicht eingeschränkt werden.

Nicht zu unrecht hat man in Deutschland protestiert "Weist die Banken in die Schranken"...

banken haben genug geld - tun mir überhaupt nicht leid ...

ein ganzes jahrzehnt lang von niedrigen steuern gelebt und dann auch noch herumplären ... wieder mal typisch

a propos tankstellen:

letzten freitag 9:30 uhr: avanti, endresstraße, 1230 wien, diesel: € 1,224

letzten freitag 12:30 uhr: avanti, endresstraße, 1230 wien, diesel: € 1,324

letzten freitag 17:45 uhr: avanti, endresstraße, 1230 wien, diesel: € 1,274

wer mir diese preisschwankungen durch ökonomisch nachvollziehbare gründe (kunden abzocken zählt nicht) erklären kann, erhält von mir...

1. eine kiste bier
2. eine nominierung für den wirtschaftsnobelpreis

gabs nicht irgendwann die Diskussion über ein Gesetz, welches das innertägliche (komisches Wort) Anpassen des Spritpreises verbietet?

soweit ich weiß besagt das gesetz, dass man den spritpreis nur einmal pro tag anheben darf!

"Wir sind ja keine Tankstelle". Eh nicht: "Wir sind ein Selbstbedienungsladen !!!"

wer war der ERSTE der nach steuergeldern gerufen hat?

sonst wären sie ERSTe gewesen die pleite gegangen wären

schmarrn - sie haben sich so zu einem recht günstigen preis die eigenkapitelquote gestärkt um ihre situation am markt zu stärken.

und wer liefert bei der bankensteuer und beim garantieentgelt ordentlich ab?

so ein schwachsinn.

Dass wir eine Staatsreform brauchen, wissen wir schon. V.a. brauchen wir aber eine andere politische Kultur, die nicht drauf fixiert ist, Klientel mit Ausgaben zu versorgen, sondern versucht möglichst effizient zu wirtschaften.

Wenn Treichl aber ein Mitspracherecht bei der Verwendung von Steuermitteln einfordert, ist das doch recht arrogant. Ich weiss ja auch nicht, wo meine 20% ust und meine Einkommenssteuer hingehen.

Mitspracherechte

Es geht hier darum, unter welchem Deckmantel die Steuern verkauft werden. Wenn es darum gehen sollte, Spekulationen hint an zu halten, ist die Bankensteuer in dieser Ausprägung nicht gelungen.

Ich glaube, die Bevölkerung ist bereit für Veränderungen, wie z. B. Pensions- und Verwaltungsreform. So groß auch die Verdienste der Sozialpartnerschaft sein mögen, ein einzementieren der bisher erworbenen Rechte und Pfründe wird nicht genügen, um den Mittelstand zu stärken.

Ausser Standard-Werbeabteilung, wer von euch braucht Treichl zum Leben?

Tankstelle

Doch Meister Treichl, Banken sind wie Tankstellen, und sind die gleiche Baustelle wie die Ölkonzerne.

Tankstellen im umgekehrten Sinn: bei den Banken wird aus dem Kunden herausgesaugt. Und was soll das Hetzen gegen die ältere Generation? Der Generationenvertrag im Pensionssystem hätte schon längst von der Politik geändert gehört, aber die hat sich davor immer gescheut, was mit den Wahlen zusammenhängt. Er gehört bald auch schon zur "Schmarotzergeneration" - und wie, bei seiner zu erwartenden Pension.

naja

wieder ein schlipsträger im weissen hemd der gscheit daher red....gähn....

Das Werbeetat Standard/Erste 2012 ist gerettet

ERSTE Bank ist super

Kritiker sind Bankenbasher und selbstredend inkompetent
Die Krise was war das und überhaupt wer den Banken
die Schuld gibt ist vermutlich selber Schuldner

Treichl ist gut und hat recht
er kennt sich aus
die Leser kennen sich nicht aus
und sind ein bissi blöd
die Politiker kennen sich nicht aus
weil sie ein bissi blöd sind

vertraut auf die Banken
sie sind sehr gut zu uns
wir können ohne sie nicht leben
wenn wir uns zu den Banken
äußern wollen sollten wir erst lernen
anzuerkennen wie selbstlos und gut ein Mensch
ist der seinen ganzen Lebenszweck dem Gemeinwohl
opfert

unser höchstes Ziel muss sein selbst
so Gottgleich
wie
Andreas Treichl

zu werden

wer in Norditalien mit seiner Bank im 14. Jhdt. Pleite gemacht hat, wurde vor seiner Bank enthauptet ... muss ja nicht so drastisch sein ... aber bei uns werden inkompetente Verzocker, wenn sie überhaupt gekündigt werden, mit einer fetten Abfertigung verabschiedet. Als Dankeschön für den angerichteten Schaden.

ein gutes Interview....auch wenn es den üblichen Banken-Bahern nicht gefällt. Und insgesamt sind sowohl Erste, Raiffeisen und Bank Austria recht gur durch die Krise gekommen....und im Gegensatz zur Meinung der Unwissenden hier im Forum haben die österr. Banken die Krise nicht verursacht!

na überhaupt nicht verursacht, nur mitgespielt

in island, in irland und auf den kanalinseln, in osteuropa etc - wir steuerzahler waren bei den gewinnen nicht dabei, aber jetzt sind wirs, gel und macht riesenspass.

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