Parteipersonal

Laura und die Buberlpartie

14. Jänner 2011, 17:48
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    Sie ist das Gravitationszentrum des jungen roten Universums: SPÖ-Bundes-geschäftsführerin Laura Rudas (29) baut ihren Einfluss auf Kanzler und Partei kontinuierlich aus.

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    Nedeljko "Neddy" Bilalic (31) wechselte von der Parteizentrale ins Kanzleramt.

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    Marcin Kotlowski (34) übernimmt die Kommunikation der SP-Zentrale in der Löwelstraße.

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    Niko Pelinka (24), zuständig für die Public Affairs der ÖBB und den roten Einfluss im ORF.

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    Raphael "Raphi" Sternfeld (32) ist einer von Rudas' V-Männern zur Wiener SPÖ.

Sie sind jung, adrett und agieren stets machtbewusst: Nach und nach übernehmen Laura Rudas' Jugendfreunde die Schaltstellen der SPÖ - Dabei ist ihr Einfluss auf den Bundeskanzler nicht wenigen Genossen suspekt

Wien - Es war einer dieser Auftritte, die Laura Rudas' Ruf ramponieren. Das ORF-Magazin Report hatte die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin in Bruno Kreiskys Villa geladen, um über dessen politisches Erbe zu räsonieren - und bekam abgenützte Floskeln ("Werner Faymann ist gern bei den Menschen" ) aufgetischt. "Sobald Rudas vom einstudierten Text abweicht, gerät sie ins Schleudern", stöhnt ein roter Funktionär, der mit seiner Meinung beileibe nicht alleine dasteht: "In der Öffentlichkeit ist sie eine Fehlbesetzung."

Seit Amtsantritt vor zwei Jahren muss sich Rudas derartige Urteile gefallen lassen. Dennoch sitzt die 29-Jährige nicht nur fester im Sattel denn je, sie baut ihren Einfluss auch kontinuierlich aus.

Rudas ist Zentralgestirn einer durchschlagskräftigen Clique. Mit 24 Jahren spielt Niko Pelinka als Stiftungsrat den roten Statthalter im ORF. Nedeljko Bilalic, 31, avanciert zum Sprecher des Bundeskanzlers. In den Startlöchern stehen der Wiener Gemeinderat Peko Baxant, 33, und Raphael Sternfeld, 32, derzeit Mitarbeiter in der Parteizentrale. Und auch der 34-jährige Marcin Kotlowski, der Bilalic' bisherigen Job als Kommunikationschef der SPÖ übernimmt, zählt zum erweiterten Rudas-Kreis.

Selbstbewusste Aufsteiger

Was viele in der Partei vor den Kopf stößt, ist das besondere Wesen der Rudas-Crew. Wohlmeinende bescheinigen den stets schick gestylten Aufsteigern einen "intuitiven Zugang" zu Politik, der zwar auf keinem ideologischen Masterplan fuße, sich dafür aber auch nicht in Klassenkampf-Träumereien verliere. Die Kritiker aber erkennen kein einziges politisches Ziel außer der Eroberung der Macht - und legen das bisweilen zur Schau gestellte Selbstbewusstsein als Arroganz aus.

Niko Pelinka etwa, Sohn des News-Chefredakteurs, ist erst seit vier Jahren im Geschäft, "tritt aber mit dem Gestus eines Sektionschefs auf" (ein Genosse). Für den früheren Sprecher von Unterrichtsministerin Claudia Schmied wurde bei den ÖBB im Juni 2010 ein "Public Affairs" -Posten geschaffen - was das heißt, wollen selbst Kollegen nicht so genau wissen, außer dass Pelinka bei der Bahn aus und ein spaziere und erfahrenen Mitarbeitern erkläre, wie Kommunikation funktioniert.

Neid und Missgunst, sagt Pelinka selbst, müsse man als erfolgreicher Junger eben in Kauf nehmen. Den Begriff Netzwerk will er nicht überstrapaziert wissen: "Junge Leute finden sich einfach in einer Partei." Einen anderen "Freundeskreis", nämlich den am Küniglberg, hat Pelinka 2010 offiziell übernommen: Den erfahrenen Karl Krammer löste er handstreichartig als SP-Wortführer ab.

Rudas selbst werden im ORF Interventionen nachgesagt - Infodirektor Elmar Oberhauser über ein Treffen mit ihr: "Sie machte mir unmissverständlich klar, dass sie Fritz Dittlbacher als den bestgeeigneten Kandidaten für die Funktion des Fernsehchefredakteurs betrachte." Rudas undGenossen dementierten Personalwünsche. Als Oberhauser gegen Dittlbachers Bestellung protestierte, wählten ihn zuvorderst Pelinkas rote Räte als Infodirektor ab. Verhandlungen über einen einvernehmlichen Abgang Oberhausers scheiterten - laut Involvierten, nachdem Wrabetz Pelinka konsultiert hatte. Sozialdemokrat Wrabetz will 2011 wiedergewählt werden. Die stärkste Fraktion leitet Pelinka.

Erfüllungsgehilfen ohne Scheu und Genierer schätzt der Kanzler, vor allem aber hundertprozentige Loyalität. Auch wenn ihm seine Personalauswahl die Nachrede einbringt, sich mit Ja-Sagern zu umgeben: Rudas & Co haben ihn nicht enttäuscht. Seine Geschäftsführerin hat gelernt, die Interessen der Parteiflügel besser auszutarieren, die Genossen sind friedlich wie schon lange nicht. Zwar sollen Kapazunder wie die Minister Norbert Darabos und Doris Bures, die einst selbst die Zentrale leiteten, mit ihrer Nachfolgerin übers Kreuz sein. Doch andere (einstige) Kritiker gestehen Rudas Fortschritt zu: "Man kann mit ihr blendend zusammenarbeiten."

"Ich werde heute auf Augenhöhe behandelt", beschreibt Rudas, die im persönlichen Umgang natürlicher wirkt als vor der Kamera, den Unterschied zu früher. Das Image der Flachwurzlerin stört die Wienerin naturgemäß ("wir sind sehr ideologisch" ), als besonderes Asset ihrer Seilschaft hebt sie aber das "Leistungsprinzip" hervor: "Jeder von uns ist der Erste und der Letzte im Büro."

In der Zuwanderer-Rolle

"Wir haben alle persönliche Erfahrungen gemacht, die uns zum Thema Chancengleichheit geführt haben", sagt "Neddy" Bilalic, in seinem Fall die Vergangenheit als "Zuwandererkind". In die Rolle des Vorzeigeausländers will sich der Sohn eines Bosniers und einer Serbin deshalb nicht drängen lassen: "Ich sehe das Gesamte." Andere Sozialdemokraten mit Balkan-Background kreiden ihm dennoch mangelndes Engagement für die Community an.

Die PR ist auch das Geschäft von Raphael Sternfeld. Er kümmerte sich schon um Rudas' Medienpräsenz, als sie noch im Rathaus saß. Die innersten Machtzirkel kennt er als früherer Mitarbeiter des Presse- und Informationsdienstes bestens, auch die Achse zu Bürgermeister Michael Häupl - "den besten lebenden Politiker, den ich kenne" - funktioniert tadellos.

Im letzten Wien-Wahlkampf bewarb sich Sternfeld um die Bezirksvorstehung in der Josefstadt, blieb aber trotz prominenter Unterstützer wie Ex-Kanzler Franz Vranitzky erfolglos. Seither ist seine Website verwaist, der letzte Eintrag stammt vom 19. Oktober 2010. Dafür betätigt sich "Raphi", wie sein oberster Chef, gern als schmeichelnder Leserbriefschreiber.An die Sprengkraft, die Bundeskanzler Faymanns Schreiben an die Krone 2008 hatte - die ÖVP löste daraufhin die Koalition auf - reicht Sternfelds Brief aber nicht heran: "Es macht jedes Mal große Freude, am Sonntag beim Frühstück die Interviews von Nadia Weiss zu lesen." (Andrea Heigl, Harald Fidler, Gerald John/DER STANDARD-Printausgabe, 15./16.1.2011)

 

 

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1841
der sanierer
00

Was Deutschland der Wulff,
ist Österreich der Pelinka (jr.).

wuuz
00
Herrlich

Und wieder einmal topaktuell das Ganze

ulrike
00
21.5.2011, 14:30
Wo bleiben denn die Mäderl?

A bisserl wenig Durchmischung in ihrer "Partie".

Vera Rschung
 
01
29.12.2011, 12:03

Vielleicht vertragt das Obermäderl keine Mäderln um sich.

Yes I can!
00
Marcin Kotlowski ist doch seit langem bekannt...

schliesslich bekommt seine alte oder immer-noch-firma genügend aufträge von der stadt wien...

Juni73
 
13

Als SPÖ-Basisfunktionär kann man nur täglich daran arbeiten, dass diese Partie so schnell wie möglich ausgetauscht wird.

Sternchen100
12

Mir sind solche VSSTÖ- und Jungsozialisten-Typen einfach zuwider, die haben bislang noch nie in einem Beruf gearbeitet, möchten aber großspurig die Arbeiter- und Angestellten-Interessen vertreten. Sie schwärmen für Che Guevarra aber halten selbst die Hände auf wenn es um überhöhte Politikergehälter und Privilegien geht. Und ihre Ideen sind extrem weltfremd und damit langfristig schädlich für Österreich.

Alastair McKenzie
 
11
25.2.2011, 14:57
Hmmm ...

... also die Laura Rudas halte ich ja zumindest für eine fesche Henn' - aber die hier dargestellten Buberln, ganz beispielhaft der Pelinka-Sohn, die sind doch bestenfalls Kanonenfutter für Strache.

trollvottel
14
31.1.2011, 17:53

Wie wärs dann mal mit einem Artikel über all die Funktionäre der angeblich ach so "unabhängigen" Aktionsgemeinschaft?

Ich weiß von mindestens einem halben Dutzend AG-Typen, die inzwischen in schwarzen Ministerbüros angestellt sind.

gk76
02
16.8.2011, 09:24
Die Besonderheit ist ja nicht der Postenschacher an sich

das ist österreichische Traditionspflege. Besonders dabei ist eher der machtpolitisch motivierte Putsch durch die Hintertür wobei altgediente, erfahrene Funktionäre der Partei von dieser Rudas-Seilschaft rausgekickt werden.

stuffy
32
31.1.2011, 12:16

Wenn man sich diese "Buberl" und das Rudas "Girly" anschaut kann einem ja ganz schlecht werden.

Ich hoffe inständig, dass sie und ihr "Handtuchharem" vom Wähler ins politische AUS befördert wird.

joesixpack
22
29.1.2011, 23:14
"In der Öffentlichkeit ist sie eine Fehlbesetzung."

Vielleicht könnte man sie etwas diskreter einsetzen? Dem Vernehmen nach haben ihr auch die vielen Rhetorik-Seminare der letzten Zeit ziemlich zugesetzt.

ulli zeller
15
29.1.2011, 20:06

diese generation der kommunikations"wissenschaftler", die kaum mehr anderes als textbausteine wiedergeben können, sollten den weisheitslöffel ablegen und sich wie normale menschen unters volk mischen, vielleicht können sie da noch was fürs leben lernen.

Gerhard Schwarz
 
25
29.1.2011, 00:00

Wie angepumpert muss man sein, das für "rote Politik" zu halten?
Obwohl - ich seh bei denen wirklich rot....

Gerhard Rot
71

Geh weiter Strafzettel schreiben und erspar uns deinen Bashing-Krieg.

Dein schönster Traum
18
24.1.2011, 12:06
Neue Strategie der SPÖ?

Mit der Rudas die Jungwähler vergraulen, damit man sich endgültig auf die Pensionisten konzentrieren kann?

Gerhard Schwarz
 
13
29.1.2011, 00:02

Bei mir wirkts eher als Altwählervergraulung....
Die Partie ist einfach zu seicht.

fok
67
21.1.2011, 13:22
ich weiß nicht warum, aber

immer wenn ich laura rudas sehe, muss ich an spongebob schwammkopf denken. niko pelinka hingegen: vom schulhof-pausenopfer zum dandy. und dann neddy bilalics bart: eine hommage an den clown enrico.

fröhn
03
27.1.2011, 16:06

schauen außerdem alle 5-10 jahre älter aus, als sie eigentlich sind. bis auf pelinka, natürlich, der schaut aus wie ein ganz normaler 14-jähriger.

kurz x nachgedacht
111
20.1.2011, 00:25
kein bier mehr auf der bude? kein sprit mehr im geilomobil?

der shitstorm war wie immer von kurzer dauer ...

der mit den Schlümpfen tanzt
41
21.1.2011, 12:37
alles in Butter, was?

"SPÖ, ÖVP und Freiheitliche liegen in der Sonntagsfrage praktisch gleichauf. Die Kanzlerpartei kommt auf 26, die ÖVP wie die FPÖ auf 25 Prozent."

http://diepresse.com/home/poli... k/index.do

Etwas Klarheit
65
20.1.2011, 15:35

ich will dir ja nicht den tag vermiesen aber man kennt die ueblichen schwarzen kampfposter und sie sind in der regel hier auf diestandard maechtig in der minderzahl. die postings hier sind leider zum grossteil authentisch und sollte der spoe nachzudenken geben, ob sie wirklich meinen, mit einer riege fescher aber vollkommen hohler berufstoechterchen und -soehnchen auf stimmenfang gehen zu können.

anstatt jungwaehler zu motivieren, werden diese nur noch mehr politikverdrossen, wenn laura und konsorten mal wieder irgendwas sinnloses daherstammeln und man weiss, was sie dafuer ungerechtfertigt an geld einstreifen. frueher waren die freunderl wenigstens etwas aelter und man konnte wenigstens auf ein bisschen "erfahrung" hoffen - aber so...

jiko
67
19.1.2011, 19:42
ideologische flachwurzler

wenn ich mir die handelnden personen und ihren ideologischen tiefgang sowie die damit verbundene politische glaubwürdigkeit ansehe, darf man sich nicht wundern wenn hc demnächst alle überholt.

jiko
54
20.1.2011, 08:48
atwort

es ist ganz und gar nicht mein hc, ganz im gegenteil, aber diese buberlpartie ist mit dafür verantwortlich, das die spö immer mehr entwertet wird und an identifikationsfähigkeit verliert, so war es gemeint ...

kurz x nachgedacht
06
20.1.2011, 00:23
wieso?

weil dein hc so viel tiefgang hat?
oder weil solche wie du zu einfach sind, um sich mit inhalten zu beschäftigen?

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Posting 1 bis 25 von 1841

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