Positiver Trend bei Berichtssaison wahrscheinlich

14. Jänner 2011, 14:38
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Ein Kommentar aus dem Equity Weekly der Erste Group von Hans Engel

Knapp vor dem Beginn der US-Berichtssaison macht es Sinn, einige Überlegungen dazu anzustellen. Aufgrund der in den letzten Quartalen deutlich gesteigerten Effizienz der Unternehmen erwarten wir in den kommenden Wochen, dass ein Großteil der Firmen gute Ergebnisse berichten wird. Die negativen Überraschungen sollten ganz klar eine Ausnahme sein. Die voraussichtlich wenigen negativen Ausreißer haben mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht das Potenzial, den Aktienmarkt mehr als höchstens kurzfristig zu belasten. Insgesamt überwiegen aktuell weiterhin die positiven Gewinnüberraschungen die negativen. Dieser Trend hält vermutlich auch in den kommenden Wochen weiter an.

Insbesondere beim Energiesektor dürfte der im letzten Quartal angestiegene Ölpreis zu besseren Ergebnissen führen als vielfach vermutet. Die voraussichtlichen Auswirkungen auf den Aktienmarkt sind höchstwahrscheinlich leicht positiv. Ebenfalls sehr gute Ergebnisse dürften viele Technologiewerte liefern. Grund dafür ist vor allem die starke globale Nachfrage nach Konsumgütern aus dem Technologiebereich, die vor allem durch zahlreiche Innovationen bei Smartphones und tragbaren Kleincomputern („Pads", „Tabs" etc. von Apple, Samsung, Dell etc.) geschürt wird. Auch im  Unternehmensbereich hat das erst vor einem Jahr neu eingeführte Betriebssystem von Microsoft einen verstärkten Ersatz alter Hard- und Software zur Folge.

Rohstoffwerte abhängig von Energiepreisen

Bei anderen Sektoren, wie beispielsweise bei den Basic Materials, sind die Energiekosten ein sehr wichtiger Kostenfaktor. Hier sind folgende Zusammenhänge festzustellen: Solange die Rohstoffkosten schneller steigen als der Ölpreis (aktuell etwas über USD 90/Barrel), sollte der Rohstoffsektor weiterhin erfreuliche Ergebnisse liefern können. Kritisch würde es für diesen Sektor, wenn sich die Energiekosten rascher verteuern würden als die Erlöse der verkauften Produkte. Der Grund dafür ist das Faktum, dass der Abbau von Ressourcen ein sehr energieintensiver Vorgang ist. Vorerst laufen die Trends also noch weiter zugunsten der Rohstoffunternehmen. Dies könnte sich allerdings rasch ändern, vor allem wenn beispielsweise bei Ölpreisen über USD 100/Barrel die Endnachfrage der Konsumenten abschwächt und die Nachfrage nach Rohstoffen ebenfalls. Aktuell ist es aber noch nicht soweit. Die Risiken haben sich aber für Aktionäre in diesem Sektor erhöht. 

Nur einige unternehmensspezifische Meldungen der letzten Tage sind als besonders interessant einzustufen. Nvidia, der wichtigste US-Graphikkartenspezialist neben AMD, hat mit der ungewöhnlich erfolgreichen britischen Technologiefirma Arm Holdings ein wichtiges Lizenzabkommen abgeschlossen und erwirbt damit neue Möglichkeiten (Cortex A-15 core von ARM), seine Produkte in Zukunft wesentlich zu verbessern. Insbesondere die Energieeffizienz wird durch den Einsatz dieser neuen Technologie wesentlich gesteigert. Eine weitere gute Nachricht für Nvidia ist, dass Intel zum Ausgleich von Patentstreitigkeiten bereit ist, eine Zahlung in der Höhe von USD 1,3 Mrd. an Nvidia zu leisten. Nvidia kommt also nach einer jahrelangen Durststrecke wieder in Fahrt. Die Aktie befindet sich aktuell in einem steilen Aufwärtstrend und ist trotzdem als kaufenswert einzustufen. Wir nehmen den Titel heute in unserer Empfehlungsliste auf.

Der Energiekonzern plant mit Wirksamkeit Ende Juni seine Raffinerie- und Pipelineaktivitäten abzuspalten. Der Zweck dieser Maßnahme sei die Absicht, den Marktwert zu steigern. Die Reaktion der Investoren war jedenfalls positiv. Der Aufwärtstrend der Aktie sollte mittelfristig anhalten.

Aufgrund von Produktionsproblemen in Puerto Rico nimmt Bristol-Myers Squibb nach einem ähnlichen Vorfall wie im September eine große Menge (64 Mio. Stück) von Bluthochdrucktabletten („Avelide" in den USA) vom Markt. Der Schaden ist beträchtlich. Die Aktie befindet sich seit 2002 in einem langjährigen Seitwärtstrend mit einer kurzfristig leichten ufwärtstendenz.

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