Schluckimpfung bewahrt Mäuse vor Malaria

15. Jänner 2011, 16:09
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Die Verabreichung von Antigenen in Stärkekörnern ist ein vielversprechender Ansatz

Die Tropenkrankheit Malaria wird von einzelligen Parasiten der Gattung Plasmodium hervorgerufen. Hunderte Millionen Menschen erkranken jährlich an Malaria. In den ärmsten Ländern Afrikas ist die Krankheit eine der häufigsten Todesursachen bei Kindern. Was die Suche nach einem weltweit wirksamen Impfstoff betrifft, werden heuer hohe Erwartungen in eine Malaria-Impfung gesetzt, die in Phase III an 16.000 afrikanischen Kindern getestet wird.

Einen vielversprechenden Ansatz zur Zurückdrängung der Krankheit in Afrika beschreibt eine US-französische Forschergruppe um Forscher der Universität Lille im Journal "PloS One": Die Teams um Stanislas Tomavo und Steven Ball haben Malaria-Antigene mit einem Enzym (GBSS) eines Stärkekorns einer Grünalge (Chlamydomonas reinhardtii) fusioniert. GBSS kommt nur im Kern des Stärkekorns vor und ist dadurch vor der Zersetzung durch andere Verdauungsenzyme geschützt. Somit sind die eingebrachten Antigene ebenfalls geschützt und können über die Nahrung ungehindert ins Blut gelangen und eine Immunreaktion auslösen.

Tests

Die Forschergruppe hat mehrere Plasmodium-Antigene in Stärkekörnern hergestellt und sie an Mäuse verfüttert. Die Versuchstiere wurden anschließend mit dem Malaria-Parasiten infiziert. Die Antigen-Behandlung war von Erfolg gekrönt: Die Mäuse zeigten sich gegen den Malaria-Erreger resistent.

Auf die Schluckimpfung wurde bereits ein Patent angemeldet. Nun wollen die Forscher die Effizienz verschiedener Plasmodium-Antigene testen und die Anwendbarkeit ihres Ansatzes bei Menschen untersuchen, unter anderem auf Nebenwirkungen.

Vorteile

Die Schluckimpfung hätte gerade auch in Afrika viele Vorteile: Stärkekörner sind sehr einfach und kostengünstig zu produzieren und zu reinigen und sind auch ohne bestimmte Vorsichtsmaßnahmen lange haltbar. Sie sind bei der Verdauung leicht vom Körper abzubauen. Die Stärke essbarer Pflanzen könnte auf die gleiche Weise umgewandelt werden und wäre für Kinder unter drei Jahren, bei denen die malariabedingte Sterblichkeit am höchsten ist, am besten geeignet. Zudem wäre die Verabreichung einfach zu handhaben und könnte von der Bevölkerung gut akzeptiert werden. (red)

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