U1-Ausbau nach Rothneusiedl dürfte sich verzögern

  • Die geplante U1-Verlängerung wird voraussichtlich nicht 2015 fertiggestellt sein.
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    Die geplante U1-Verlängerung wird voraussichtlich nicht 2015 fertiggestellt sein.

Finanzstadträtin Renate Brauner: Projekt "nicht absolute Priorität" - Tickets könnten teurer werden

Der projektierte Ausbau der Wiener U-Bahnlinie U1 nach Rothneusiedl in Favoriten wird aller Voraussicht nicht planmäßig stattfinden. Das Vorhaben habe "nicht absolute Priorität", sagte Finanzstadträtin Renate Brauner in einer Pressekonferenz am Freitag. Das bedeute aber nicht, dass die Verlängerung gar nicht komme, betonte die Ressortchefin. Ursprünglich sollte die U1-Trasse nach Süden im Jahr 2015 in Betrieb gehen.

Zuletzt war medial kolportiert worden, dass die Verlängerung der roten U-Bahnlinie nach Rothneusiedl auf Eis gelegt worden sei und die Züge vorerst stattdessen nur bis zur Per-Albin-Hansson-Siedlung fahren sollen. Das wollte Brauner heute nicht dezidiert bestätigen - jedoch: Die Geschwindigkeit der Projektrealisierung hänge davon ab, wann die Stadt die - von der Verlängerung betroffenen - Grundstücke "zu einem vernünftigen Preis" erwerben könne. Sprich: Eine Verzögerung des Streckenbaus bis Rothneusiedl ist durchaus denkbar.

Tickets könnten teurer werden

In puncto neuer Ticketpreise - ein entsprechendes rot-grünes Reformpapier soll bis zum Sommer vorliegen - räumte die Finanzstadträtin ein, dass man es derzeit mit einer "unübersichtlichen Struktur" zu tun habe. Hinsichtlich der künftigen Tarifgestaltung, wollte Brauner Ergebnissen der Arbeitsgruppe nicht vorgreifen. Dass die Öffi-Nutzung für bestimmte Fahrgastgruppen auch teurer werden könnte, schloss sie auf Nachfrage jedenfalls nicht aus. "Das jetzige Tarifmodell ist sehr erfolgreich", man müsse in Sachen Änderungen behutsam vorgehen, ergänzte Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer.

Insgesamt übten sich die Verkehrsbetriebe heute in Superlativen. 2010 sei ein "Jahr der Rekorde" gewesen, hieß es. So habe man im vergangenen Jahr mit 355.838 bisher die meisten Jahreskarten verkauft. Außerdem rechnen die Wiener Linien mit einem Fahrgastrekord, wobei die genauen Zahlen erst Ende Februar vorliegen. Steinbauer geht jedoch von einer Steigerung um bis zu drei Prozent im Vergleich zu 2009 aus, wo knapp 812 Millionen Passagiere mit den Öffis unterwegs waren.

477 Millionen Euro Investitionen

Heuer wollen die Wiener Linien insgesamt 477 Millionen Euro investieren, 282 Millionen davon in den U-Bahn-Neubau. Außerdem wird die Fuhrparkerneuerung fortgesetzt, wonach 2011 fünf neue U-Bahnzüge, 20 Niederflurstraßenbahnen und 30 Busse angeschafft werden sollen. Außerdem wird der Baubeginn der 4,6 Kilometer langen neuen Strecke für den 26er in Angriff genommen, der ab 2013 Floridsdorf (U6), den Kagraner Platz (U1) und die Hausfeldstraße (U2) verbindet. Außerdem zeigen sich die Verkehrsbetriebe ab heuer polyglott: Im Lauf des Jahres sollen Durchsagen im Stationsbereich - etwa Hinweise auf Betriebsstörungen - zweisprachig ertönen. (APA)

 

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