Jedes vierte Ei im Test enthielt Gift

14. Jänner 2011, 13:45
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Bei Schweinefleisch 33 Proben über dem Grenzwert - Härtere Strafen werden in Deutschland angedacht

Mehr als ein Viertel der bisher getesteten Eier im Dioxin-Skandal in Deutschland sind mit dem gefährlichen Gift belastet. Das gab der Leiter für Lebensmittelsicherheit im deutschen Verbraucherministerium, Bernhard Kühnle, am Freitag in Berlin bekannt. Von 83 Proben lägen 23 oberhalb des Höchstwertes.

Bei Schweinefleisch sei von 33 Proben eine über dem Dioxin-Höchstgehalt und eine am Grenzwert registriert worden. Bei Milch seien 21 Proben, bei Mastputen 13 Proben und bei Hendl sechs Proben jeweils unter dem Höchstwert geblieben. Eine schon bekannte Überschreitung habe es bei Legehennen gegeben. Am Freitag waren landesweit noch 396 Betriebe gesperrt, sie werden noch auf Dioxinbelastung untersucht.

Härtere Strafen gefordert

Schärfere Kontrollen und härtere Strafen in Deutschland sollen Lebensmittel-Skandale künftig verhindern. Im Kern soll strenger geprüft werden, welche Zutaten in das Futter von Nutztieren kommen, wie aus einem zehn Punkte umfassenden Aktionsplan hervorgeht, den die deutsche Verbraucherministerin Ilse Aigner am Freitag in Berlin vorstellte. Die Mehrheit der Deutschen befürwortet strenge Kontrollen, hat aber Zweifel, ob diese tatsächlich kommen.

Die Regierung will künftig die Produktion von Lebens- und Futtermitteln streng von anderen Industrien trennen. Im Dioxinskandal hatte ein Betrieb zugleich Fette für die Industrie und Fette für Futtermittel hergestellt. Betriebe und private Labore müssen künftig melden, wenn sie verbotene Stoffe in zu hoher Konzentration in Futtermittel finden. Im Dioxinskandal waren problematische Proben über Monate nicht den Behörden gemeldet worden.

Daneben soll es künftig häufigere Kontrollen durch staatliche Kontrolleure geben. Dabei sollen die Kontrollstandards in den verschiedenen Bundesländern angeglichen werden und die Zahl der Kontrolleure soll aufgestockt werden. Aigner forderte zudem härtere Strafen bei Verstößen gegen die Vorschriften. Für viele Punkte des Plans sind Gesetzesänderungen notwendig, bei denen es auf die Zustimmung der Länder ankommt. (APA/dpa/AFP)

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