Singles sind einfach intelligenter

15. Jänner 2011, 17:48
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Verliebtheit führt auch bei Meerschweinchen zu tiefgreifenden Veränderungen im Organismus

Wien - Verliebtheit ist nicht auf Menschen beschränkt, sondern auch bei Meerschweinchen möglich. Bei beiden führt die Verliebtheit zu tiefgreifenden Veränderungen im Organismus: "Durch die gesteigerte Ausschüttung und das Zusammenspiel verschiedenster Hormone und Neurotransmitter werden Verhalten und Kognition stark beeinflusst", erklärt Ivo Machatschke vom Department für Verhaltensbiologie der Universität Wien.

Das räumliche Lern- und Erinnerungsvermögen untersuchte das Forschungsteam bei verpaarten und einzeln gehaltenen Hausmeerschweinchen (Cavia porcellus). Dabei zeigte sich: Singles sind einfach intelligenter. Und: "Die Leistung der als dumm verschrienen Meerschweinchen entspricht jener der vermeintlich klügeren Ratten". Die Untersuchung wurde in der Fachzeitschrift "Physiology & Behavior" publiziert.

Studiendesign

Die Meerschweinchen wurden mehrere Wochen alleine bzw. gemeinsam gehalten. Im Anschluss untersuchten die ForscherInnen an fünf aufeinander folgenden Tagen den Lernerfolg anhand eines Labyrinths, das es für Meerschweinchen zu überwinden galt. Als Lernanreiz diente ein an jeweils gleicher Stelle platzierter Leckerbissen.

Dabei verbesserten einzeln gehaltene Tiere ihre Lernleistung deutlich. "Sowohl die Zahl der Fehler als auch die Zeit, die die Tiere benötigten, um zum Köder zu gelangen, verringerte sich. Hingegen gab es bei verpaarten Meerschweinchen keine Verbesserung", so Machatschke. Eine der möglichen Ursachen für das schlechtere Abschneiden der Paare liegt in der unterschiedlichen Stressbelastung, gemessen anhand des Nebennierenhormons Kortisol: "Einzeln gehaltene Meerschweinchen wiesen vor dem Experiment wesentlich geringere Werte als Paare auf. Dies deutet auf einen weniger stark belasteten Hippocampus - den Ort im Gehirn, an dem Informationen verschiedener sensorischer Systeme zusammenlaufen - und damit bessere Verarbeitung räumlicher Information hin", so der Forscher.

Haltung

Bereits in einer früheren Studie konnte das Team um Machatschke zeigen, dass als Paare gehaltene Meerschweinchen deutlich höhere Mengen des vom Gehirn produzierten "Liebes- und Glückshormons" Oxytocin aufweisen als einzeln gehaltene Tiere. Trotz der Forschungsergebnisse sollten die Tiere nicht einzeln gehalten werden, betonte der Forscher. Untersuchungen an Ratten und Mäusen haben nämlich gezeigt, dass ein intaktes soziales Umfeld die räumliche Lern- und Gedächtnisleistung langfristig verbessert. (red)

  • Untersuchung in Wien: Bei Singles verbesserte sich die Lernleistung deutlich.
    foto: ivo machatschke

    Untersuchung in Wien: Bei Singles verbesserte sich die Lernleistung deutlich.

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