GNOME 3: Neue Linux- Desktop-Generation macht Fortschritte

14. Jänner 2011, 14:34
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Neue Testversion führt Umbauten der letzten Wochen zusammen - File Manager nicht mehr von Haus aus gestartet

Eigentlich wollte man beim GNOME-Projekte noch kurz vor Weihnachten eine neue Testversion für die kommende Generation des eigenen Desktops veröffentlichen, doch GNOME 2.91.4 sollte sich schlussendlich nie materialisieren. Vor allem zusätzliche Umbauten am Toolkit GTK+ und dessen neuer Theming-Engine mit CSS-ähnlicher Syntax hatten weitere Anpassungen bei den diversen Paketen des Desktops nötig gemacht - etwas das sich vor den Feiertagen einfach nicht mehr ausging.

Update

Mittlerweile ist die Entwicklung wieder voll angelaufen, die bestehenden Probleme weitgehend ausgeräumt, als Konsequenz gibt es mit GNOME 2.91.5 nun wieder eine funktionstüchtige Testversion der Softwaresammlung. Darin enthalten eine beinahe vollständige Testversion von GTK+3, das Versprechen hier eine stabile Version noch vor Ende des Jahres auszuliefern, konnte man damit allerdings nicht halten. Allerdings dürften zumindest die großen Umbauten nun abgeschlossen sein, was eine Veröffentlichung in den nächsten Wochen nahe legt.

Status

Deutliche Fortschritte hat mit der GNOME Shell auch die neue User Experience für GNOME 3 gemacht: Beinahe alle Status-Icons wurden nun direkt in der Shell implementiert, zuletzt etwa die Anbindung an GNOME Bluetooth. Die letzte große Aufgabe ist hier die Umsetzung eines neuen Interfaces für den NetworkManager, Entwürfe dafür gibt es aber ohnehin schon eine Zeit lang. Unterdessen haben externe EntwicklerInnen damit begonnen ein eigenes Paket mit bereits existierenden Erweiterungen für die GNOME Shell zusammenzutragen. Eine separate Add-Ons-Seite gehört zwar auf die Wunschliste des Desktop-Projekts, wird aber zumindest für GNOME 3.0 wohl nicht mehr fertig werden.

Nachrichten

Bei Desktop-Benachrichtigungen gibt es zwei neue Typen: Als "resident" gelten Benachrichtigungen, für die ein Icon auch dann angezeigt wird, wenn sie schon gelesen wurden. Umgekehrt bezeichnet "transient" Informationen, die überhaupt nur kurz zu sehen sind. Beide Änderungen haben aber auch gleich umgehend zu Kritik geführt, dies da GNOME hier einseitig Modifikationen an der eigentlich Desktop-unabhängig gedachten Spezifikation vorgenommen hat.

Nautilus

Eine konzeptionelle Änderung in der Desktop-Metaphorik hat man im Zusammenhang mit dem File Manager Nautilus vorgenommen: Dieser wird nun nicht mehr automatisch beim Einloggen geladen, zeichnet also auch nicht mehr den Hintergrund. Wer die bisherige Funktionsweise mit den Icons am Bildschirmhintergrund zurück haben will, kann das alte Verhalten über den dconf-editor wiederherstellen.

Zukunft

GNOME 3.0 soll bis Anfang April fertiggestellt werden, dass es bis dahin noch so einiges zu tun gibt, verdeutlicht auch ein Mail an die Entwicklungsliste des Projekts. Darin fasst Release-Team-Mitglied Andre Klapper eine recht umfangreiche Liste mit Blocker-Bugs zusammen, die bis zur Freigabe der kommenden Desktop-Generation noch erledigt werden sollten. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 14.01.10)

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  • Das GNOME Shell Overlay mit der Anwendungsansicht. Die Kategorisierunge ist neu hinzugekommen, könnte aber schon bald wieder verschwinden, da man von den Vorteilen nicht überzeugt ist.
    screenshot: andreas proschofsky

    Das GNOME Shell Overlay mit der Anwendungsansicht. Die Kategorisierunge ist neu hinzugekommen, könnte aber schon bald wieder verschwinden, da man von den Vorteilen nicht überzeugt ist.

  • Der File Manager Nautilus zeichnet nicht länger den Desktop-Hintergrund, soll sich künftig auf seine Kernaufgaben konzentrieren. Das Theme für GNOME 3.0 ist derzeit noch nicht fertiggestellt.
    screenshot: andreas proschofsky

    Der File Manager Nautilus zeichnet nicht länger den Desktop-Hintergrund, soll sich künftig auf seine Kernaufgaben konzentrieren. Das Theme für GNOME 3.0 ist derzeit noch nicht fertiggestellt.

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