Vermieter pferchte 42 Menschen in Bruchbude

14. Jänner 2011, 12:35
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Razzia von Stadt Wien und Polizei: Vermieter verlangte horrende Mieten für winzige Räume - 42 Anzeigen nach dem Meldegesetz

Wien - Zehn Erwachsene, vier Kinder und ein Baby auf nicht einmal 40 Quadratmetern untergebracht - dieses und ähnliche Bilder boten sich den Teilnehmern einer nächtlichen Behördenaktion Donnerstagabend in einem Haus in der Sonnwendgasse im 10. Wiener Gemeindebezirk. Der Hausherr vermietete mit Hilfe eines Firmengeflechts Wohnungen und Zimmer in dem an sich ungenutzten Objekt, für die Bruchbuden soll er horrende Summen verlangt haben. Der Mann wurde nun mit Anzeigen eingedeckt.

Das fünfstöckige Gebäude war von dem "Miethai" gekauft worden und steht eigentlich vor einer Sanierung. Doch bis dahin wollte der gebürtige Ägypter die total ausgeräumten Wohnungen nützen, um Familien aus Rumänien, Tschetschenien, Serbien, der Türkei und auch aus Österreich illegal unterzubringen. Er meldete die Personen nicht an und kassierte "schwarz" überhöhte Mieten, beispielsweise 400 Euro für 15 Quadratmeter, 600 Euro für 40 Quadratmeter oder 350 Euro für zehn Quadratmeter.

42 Anzeigen nach dem Meldegesetz

Neben 42 Anzeigen gegen den "Vermieter" nach dem Meldegesetz legte die Finanzpolizei zwei Anzeigen auf Grund von Schwarzarbeit nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz. Auf Grund fehlender Aufenthaltsgenehmigungen und eines Haftbefehls kam es auch zu Festnahmen von vier Personen. In einer Wohnung entdeckte ein Polizeihund Suchtmittel, eine entsprechende Anzeige erfolgte ebenfalls.

Laut Stadt Wien werden sich nun die Finanzbehörden um den Vermieter "kümmern". Die Mieter müssen jetzt Meldezettel beantragen, auch Mietverträge dürften schon bald fällig sein. "Es gibt leider kein Gesetz, das dem Herrn verbietet, viele Leute in kleinen Räumen unterzubringen", sagte ein Rathaus-Sprecher. Soll heißen: Wer in seiner Wohnung bleiben möchte, muss wohl oder übel weiterzahlen. Nur eine Anzeigenflut bzw. potenzielle Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung können den "Miethai" stoppen. (red/APA)

  • (Foto: PID/Kaizar)
    foto: pid/kaizar

    (Foto: PID/Kaizar)

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