Niederösterreich

Krems bekommt Privatuniversität für Gesundheitsberufe

14. Jänner 2011 15:43
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    Der Campus der Donau-Universität und der Fachhochschule in Krems würden nach Ansicht der Gesellschafter die beste Infrastruktur für die neue Privatuniversität bieten.

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    Foto: nlk/nlk reinberger

    Als Besiegelung der Verhandlungen unterzeichneten die beteiligten Partner am Freitag ein gemeinsames Memorandum.

Erwin Pröll will mit der neuen Universität den "intelligenten Sog nach Wien" aufhalten

Mit ernster Miene verkündete Erwin Pröll am Freitag im Palais Niederösterreich seine Pläne für die Zukunft: In Krems wird eine Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften entstehen. Und wenn es nach dem niederösterreichischen Landeshauptmann geht, kann es gar nicht schnell genug gehen bis die ersten Studenten am neuen Standort in Krems eintreffen. Schon im Oktober 2013 sollen etwa 80 Studenten ihr Studium mit den jeweiligen Schwerpunkten Humanmedizin, Medizintechnik und Gesundheitsökonomie beginnen.

Land will 20 Millionen investiern

Für die Infrastruktur will Pröll in den nächsten Jahren und Jahrzehnten bis zu 20 Millionen Euro ausgeben. "In rund eineinhalb Jahren werden wir den Akkreditierungsantrag für die Privat-Universität einbringen können", so der Landeshauptmann.

Erst vor zwei Tagen hat der Österreichische Akkreditierungsrat (ÖAR) der krisengebeutelten privaten Tiroler Health & Life Sciences Universität (UMIT) grünes Licht für zwei Doktoratsstudien gegeben, nachdem er die Akkreditierungen im Herbst 2010 entzogen hatte - derStandard.at berichtete. Als Begründung für seine damalige Entscheidung führte er an, dass "angesichts der großen Zahl der Studierenden keine geeignete qualitative Betreuung in allen Phasen des Studiums gegeben" sei. Darüber hinaus habe "die Begutachtung durch externe internationale Gutachtern ergeben, dass schwere Mängel sowohl in der Durchführung als auch in der wissenschaftlichen Ausrichtung des Studiums bestehen und damit die Vergleichbarkeit mit internationalen Standards nicht mehr gegeben war"

Wien die Stirn bieten

Die Debatten in Tirol halten Pröll allerdings nicht auf, eine Privatuniversität in Niederösterreich zu bauen, die ihre Tore für 600 bis 700 Studenten öffnen wird. Den Vorwurf des Rats, internationale Standards nicht zu erfüllen, wollen sich die Initiatoren des Projekts ersparen. Sie planen, den Unterricht durchwegs in Englisch zu gestalten. Auch eine Erweiterung der Studiengänge, etwa im Bereich der Pflegeberufe, werde angedacht. 

Die Partner der neuen Uni zeigen sich am Freitag vereint zuversichtlich: Neben der Medizinischen und Technischen Universität Wien beteiligen sich auch die Donau-Universität Krems, die IMC Fachhochschule Krems sowie die NÖ Landesklinikenholding.

Pröll kündigte an, das Projekt "mit dem Ausbau einer optimalen Infrastruktur zu begleiten". Mit der Unterzeichnung des Memorendums am Freitag versuchte der Landeshauptmann, wie er sagt, dem "intelligenten Sog von Niederösterreich nach Wien" Stirn zu bieten. "Rauchende Köpfe anstatt rauchender Schlöte" erhofft sich der Landeshauptmann durch die neue Uni. Diese soll dem sich abzeichnenden Fachkräfte-Mangel und steigenden Bedarf an medizinischer Versorgung entgegenwirken, meinte Pröll am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Krems als Wunschstandort

Der wissenschaftliche Standort mit den Schwerpunkten Humanmedizin, Medizintechnik sowie Gesundheitsökonomie soll nach Wunsch der Gesellschafter in Krems entstehen. Die dort bestehende Infrastruktur von Fachhochschule und Donauuniversität sei bei diesem Entschluss entscheidend gewesen. Die Standorte der Landeskliniken sollen darüber hinaus als Praxis-Ausbildungsplätze fungieren.

"Wir beteiligen uns an diesem Projekt unter der Bedingung, dass die Universität den Namen ‚Gesundheitswissenschaften‘ anstatt ‚Medizin‘ tragen wird", erklärt der Rektor der Medizinischen Universität Wien, Wolfgang Schütz. Er hofft, das Prinzip der umfassenderen Bildung und Forschung im Gesundheitswesen von der Privatuniversität in Zukunft gesamtösterreichisch durchsetzen zu können.

Erster Studiengang "Medizintechnik"

Die Technische Universität soll sich künftig als Gesellschafter der Privatuniversität im Bereich der Medizintechnik beteiligen. "Die Medizintechnik gewinnt an Bedeutung und entwickelt sich rasant, und sie ist auch zu einem wesentlichen Bestandteil der Diagnostik und Therapie geworden", sagte der Rektor der Technischen Universität Wien, Peter Skalicky.

Über die Studienbeiträge wollen die Initiatoren noch nichts sagen. Diese würden erst nach den Vorarbeiten berechnet werden, so Pröll. Als mögliche Orientierung zieht Pröll allerdings das Beispiel der Universität für Zahnmedizin in Krems heran, die einen Beitrag von etwa 12.000 Euro pro Semester verlangt.

Paracelsus-Uni als Vorbild

Am neuen Standort sollen auch Lehrende der jeweiligen Partneruniversitäten tätig sein. Ein geplantes Stipendienprogramm soll die Studierenden motivieren, in Niederösterreich zu bleiben. Als gutes Beispiel der Zusammenarbeit zwischen privater und öffentlicher Hochschuleinrichtungen nennt Pröll die Kooperation zwischen der Paracelsus Universität und der Universität Salzburg. (Daniela Neubacher, derStandard.at, 14. Jänner 2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 153
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prado
14.02.2011 13:59
Schnäppchen, Tirol kann seine UMIT günstig abgeben

AleXXw
02.02.2011 19:04
Leider hier nicht im Artikel

St. Pölten will/wollte auch eine Private MedUni, im Gegensatz zu dieser Privat finanziert... Leider hat der Bürgermeister wohl die falsche Farbe.

http://diepresse.com/home/bild... nPrivatuni

asinus
29.01.2011 06:39

"Ein intelligenter Sog nach Wien...." (die Formulierung kann man sich auf der Zunge vergehen lassen), sagt jemand, der nach eigenen Angaben den "Schatz im Silbersee" als einzigs Buch gelesen hat.

weisungsgebunden
04.09.2011 11:58
Die "rauchenden Schlöte" sind aber auch nicht zu verachten...

M. C. Escher
22.01.2011 18:21
intelligenter Sog nach Wien...

soll das heißen, Erwin Pröll bleibt in NÖ?

Kool killer
 
20.01.2011 17:13
NÖMIT

statt UMIT ...

superdupa
20.01.2011 13:23

Wozu man wohl solch eine Privatuni braucht?
Medizintechnik kann man beispielsweise an der FH Oö in Linz auch studieren - und das ohne Studiengebühren, die zahlt das Land OÖ.

Wozu also etliche tausende Euro ausgeben für das Studium in Krems? Vermutlich nur deshalb, weil man dann die Garantie hat, dass man das Studium in jedem Fall locker und mit den besten Noten schafft, während man woanders dafür wirklich lernen muss, um es zu schaffen.

kleiner Schelm
20.01.2011 22:10
Medizintechnik

Gibts in Tirol/UMIT und Krems zu kaufen.

Wer was lernen will kann das an den TUs in Graz, Wien oder wenn man auch mag an vielen kleinen FHs studieren.

Bei geschätzten ca. 50-100 Absolventen Bedarf pro Jahr ist fachfremde Tätigkeit (z.B. in der Elektrotechnik) vorprogrammiert. Gut, wer dann solide Grundlagen an einer TU oder einem anderen BREIT aufgestelltem Studiengang erworben hat. An UMIT und UKREMS dürfte das nicht möglich sein.

mountaineer
19.01.2011 13:43

wieso Sog?

Der Überdruck von Prölls Winnetou-Wasserkopf hat doch die Flutwelle Richtung Wien ausgelöst!

passt eh
21.01.2011 00:16

Sog + Überdruck

samba cat
19.01.2011 12:54
was fuer ein irrsinn!!!

normale studenten werden karniefelt, am studieren gehindert, weil angeblich gespart werden muss, und hier werden ZWANZIG MILLIONEN einfach so verbrannt!

Joe Ramses
19.01.2011 11:27
UMIT Akkredidierungen

Also ich hätte mir vom Standard mehr Objektivität erwartet. Der Standard schreibt "Erst vor zwei Tagen hat der Österreichische Akkreditierungsrat (ÖAR) der krisengebeutelten privaten Tiroler Health & Life Sciences Universität (UMIT) grünes Licht für zwei Doktoratsstudien gegeben, nachdem er die Akkreditierungen im Herbst 2010 entzogen hatte -".
Es wird hier von mehren Akkreditierungen geschreiben, Tatsache ist aber das nur einem Programm und zwar dem Doktorratsstudium in Gesundheitswissenschaften damals die Akkreditierung entzogen wurde. Die neu oder reakkreditierten beiden Doktorratsstudien haben damit in keiner Weise zu tun. Im Sinne der journalistischen Ehre würde ich Ihnen eine genauere Recherche ans Herz legen.

665
18.01.2011 11:25
nur damit ich's verstehe...

In ganz Österreich sperren wir tausende vom Medizinstudium aus weil wir kein Geld für Bildung haben und keine (normalen) Studiengebühren wollen und stecken gleichzeitig öffentliche Steuermillionen in Krems in neue Infrastruktur, um auf Englisch Krankenpflege unterrichten zu können? Das ganze schützen wir durch horrende Studiengebühren um durch gezielte Landesstipendien sicherstellen zu können, dass die 'Erdverbundenheit' der neuen Chefärzte für die landesfinanzierten Krankenhäuser gesichert bleibt?
Bei Südösterreichern spricht man da immer von der 'Unschuldsvermutung' und in Nordafrika jagen's solche Typen g'rad aus dem Land (hat Niederösterreich eigentlich Goldreserven?)

asinus
29.01.2011 06:41

Das Englisch braucht man halt für die Weinbauern aus Loibn oder Langenlois, wenn sie krank sind....

potz
18.01.2011 03:42

ein schelm, wer an ein auffanglager fuer von der UMIT entlassene Leuchten denkt.

kleiner Schelm
19.01.2011 17:44
Das Auffanglager

für UMIT-Absolventen (und dort entlassenes Personal) gibts doch schon. Liegt in Wien und heisst MA48.

Hafniumcarbid
25.01.2011 12:00
Beziehungsweise

60 1 60 oder 31 300 ;)

firedragon 7
17.01.2011 23:10
Na servas

Während in OÖ jeder Gedanke an einer Med Uni abgeblockt wird, wird NÖ alles zugeschoben. Es sollte vielleicht mal einen Machtwechsel geben (nicht immer nur NÖ und Wien).

hot doc
19.01.2011 11:28
was gespielt wird:

die oberösterreicher haben eine hervorragende spitalslandschaft und wollten damit eine öffentliche uni, was ja sinnvoll erscheint.
der feudalherr aus pröllistan hingegen will mit seinen sumperer-primarii von övp-gnaden eine privatuni, die in wirklichkeit eh überwiegend wir steuerzahler blechen müssen.

ich hoffe, dass dieser komplette unsinn alleine aus begründeten zweifel an der qualität verhindert wird.

a propos qualität: wenn der pröll den "intelligenten Sog von Niederösterreich nach Wien" (sic!) bedauert, dann soll er mal qualität, arbeitsbedingungen und hierarchien in seinen bauernspitälern verbessern. so rennen ihm die ärzte ja scharenweise davon, privat-"uni" hin oder her.

metalwoman
17.01.2011 21:53

Schau, schau, der nichtlesende Landesvater wird einsrichtig, dass man die "Studierten" doch manchmal braucht. Er wird halt merken, er wird alt und braucht Ärzte in der Nähe, die ihn und ganz Pröllistan länger am Leben erhalten.

Got Your Noes!
19.01.2011 20:09

also DIESE ärzte sind eher gefahr denn schutz für des landeshäuptling winneprölls gesundheit...

kleiner Schelm
19.01.2011 17:45

Dann wünsche ich ihm (und Österreich), dass er auch mal von einem Kremser Schnellkurs-Mediziner mit Aufbau-Master operiert wird.

hot doc
19.01.2011 11:41

so wie sein vize sobotka, der sich zur sicherheit daheim in waidhofen einen herzkatheter hinstellen ließ, ohne dass das irgendeinen versorgungstechnischen sinn macht.

G. Bitte!
17.01.2011 13:01

es ist soweit: die dr-erwin-pröll-gedächtnis-uni kommt.

metalwoman
17.01.2011 21:54

der Mann ist Doktor?
Na, höchstens Dr. h.c. wenn überhaupt.

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