"Miethai" pferchte 42 Menschen in Bruchbude

14. Jänner 2011, 12:00
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Horrende Monatsmieten für winzige Räume verlangt - Razzia von Stadt Wien und Polizei

Einen besonderen Fall von Mietwucher haben Stadt Wien und Polizei in der Sonnwendgasse in Favoriten aufgedeckt. Im Zuge einer Razzia in einem ehemaligen Beherbergungsbetrieb wurden 42 Personen vorgefunden, die in winzige und völlig desolate Wohnungen gepfercht waren. Der Hausherr soll für die Bruchbuden horrende Summen verlangt haben. Der Mann wurde nun mit Anzeigen eingedeckt.

Das fünfstöckige Gebäude war von dem "Miethai" gekauft worden und steht eigentlich vor einer Sanierung. Doch bis dahin wollte der Hausbesitzer die komplett ausgeräumten Wohnungen nützen, um Familien aus Rumänien, Tschetschenien, Serbien, der Türkei und auch aus Österreich illegal unterzubringen. Das Ergebnis der Razzia war erschütternd: Keiner der 42 "Mieter" war gemeldet, es gab keinerlei Mietverträge, und vier Personen mussten aufgrund fehlender Aufenthaltsgenehmigungen sogar festgenommen werden. Auch Suchtgift wurde sichergestellt.

350 Euro für zehn Quadratmeter

Den Beamten bot sich ein erschreckendes Bild. Sie fanden unter anderem eine 40 Quadratmeter große "Wohnung" vor, in der zehn Erwachsene, vier Kinder und ein Baby untergebracht waren. Für die kaputten Behausungen wurde ordentlich - und natürlich "schwarz" - abkassiert: 400 Euro für 15 Quadratmeter, 600 Euro für 40 Quadratmeter oder 350 Euro für zehn Quadratmeter.

Der Vermieter wurde freilich nicht angetroffen. Laut Stadt Wien dürften sich nun die Finanzbehörden um den Mann "kümmern". Die Mieter müssen jetzt Meldezettel beantragen, auch Mietverträge dürften schon bald fällig sein. "Es gibt leider kein Gesetz, das dem Herrn verbietet, viele Leute in kleinen Räumen unterzubringen", sagte ein Rathaus-Sprecher. Soll heißen: Wer in seiner Wohnung bleiben möchte, muss wohl oder übel weiterzahlen. Nur eine Anzeigenflut bzw. potenzielle Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung können den "Miethai" stoppen. (APA)

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